Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
InstagramRSSPrint
123456789101112

 

(11)Schleiermachers Tod und sein Grab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin-Kreuzberg

Friedrich Schleiermacher erfreute sich guter Gesundheit in den letzten Jahren seines Lebens. Allerdings plagte ihn im Januar 1834 eine starke Erkältung. Heiserkeit und Husten ließen nicht nach, brachten Schleiermacher aber auch nicht dazu, sich zu schonen. Am 2. Februar predigte er dennoch in der Dreifaltigkeitskirche. In den folgenden Tagen stellten sich seine Symptome als eine verschleppte Lungenentzündung heraus. Sein Zustand verschlechterte sich dramatisch, der sich trotz guter Ärzte nicht ändern ließ. Am 12. Februar verstarb Schleiermacher in Berlin. Zahlreiche Personen nahmen Abschied von ihm während seiner Aufbahrung vor seiner Bestattung. An der Universität gab es eine eigene Gedenkveranstaltung mit Reden, viele Studierende nahmen großen Anteil. Am 15. Februar zog der Leichenzug zum Friedhof der Dreifaltigkeitsgemeinde, wo Pfarrer Pischon, Schleiermachers langjähriger Gehilfe im Pfarrdienst, die Grabrede hält. Die Angaben über die Teilnehmerzahl bei Schleiermachers Bestattung variieren stark: von mehr als 5.000 bis zu 30.000 Menschen oder der Angabe ‚einen so großen Trauerzug hat Berlin noch nicht gesehen‘.

Die Grabstätte Friedrich Schleiermachers ist zu einem Ehrengrab geworden und heute auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin-Kreuzberg zu finden.

Informationen rund um die Friedhofsanlage und weitere berühmte Persönlichkeiten, die hier bestattet wurden, finden Sie unter: http://wo-sie-ruhen.de/


Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768-1834) hat wesentlich die kirchliche und religiöse Landschaft und evangelische Theologie zu Beginn des 19. Jahrhunderts geprägt. Er selbst war religiös erzogen, öffnete sich aber seit seiner späten Jugend für die Wissenschaften. In Berlin schloss er Freundschaften mit den Gelehrten seiner Zeit und nahm am gesellschaftlichen Leben teil, er verkehrte in den Salons der Stadt und zählte zu den Romantikern. Er wirkte als Pfarrer in der Dreifaltigkeitsgemeinde, als Professor an der 1810 gegründeten Friedrich-Wilhelms-Universität und trat als kluger Kirchenpolitiker seiner Zeit auf, der sich für die synodale Verfassung und die Union der Kirche aus Lutheranern und Reformierten einsetzte.
Schleiermachers Wirken fällt in eine Zeit, die durch den Zerfall des alten Staatskirchensystems und den Umbruch im geistigen Leben Deutschlands geprägt ist. Im Berlin dieser Zeit waren die Kirchen leer und die Theater voll – und Schleiermacher stellte sich dieser Herausforderung.

Letzte Änderung am: 27.07.2021