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Die Bekenntnisse

Ein religiöses Bekenntnis stellt ein öffentliches Zeugnis über den persönlichen Glauben an Gott dar. Es ist darüber hinaus der Ausdruck gemeinsamer Glaubensüberzeugungen der christlichen Kirchen.

In der Taufe bekennen Eltern und Paten stellvertretend für das Taufkind ihren Glauben. Sie versprechen das Kind im christlichen Glauben zu erziehen und in die Gemeinschaft der Glaubenden hineinzuführen. Mit der Konfirmation bekennt sich der Konfirmand selber und eigenständig zu seinem Glauben. Im Gottesdienst bekennen die Gottesdienstbesucher/innen ihren Glauben vor Gott und der Gemeinde, indem sie gemeinsam und laut – meist - das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen

In Aufnahme und Fortführung des jüdischen Glaubens ("Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der alleinige Herr") bekannte sich die Gemeinde Jesu ebenfalls zum einem einzigen Gott (Monotheismus). Jesus nimmt ausdrücklich das Schema Israel („Höre Israel, unser Gott ist der Herr allein“ - 5. Buch Mose 6,4) auf (Markus 12,29).

Das christliche Bekenntnis ist das Bekenntnis zu Jesus, als dem Herrn (1. Korintherbrief 12,3). Dieses wichtigste Bekenntnis wird durch Aussagen über die Bedeutung Jesu für das Heil der Menschen erweitert: über die Menschwerdung, sein Leiden (Passion), die Auferstehung und seine Wiederkunft (Parusie). Abschließend wurde dieses Christus-Bekenntnis zu dem trinitarischen Bekenntnis erweitert: zu Gott dem Schöpfer, Jesus Christus als dem Sohn Gottes und dem Heiligen Geist.

Zwei Bekenntnisse der Alten Kirche verbinden bis heute alle Konfessionen auf der Welt: das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel.

Das reformatorische Bekenntnis fasste Philip Melanchthon im sog. Augsburger Bekenntnis (lateinisch "Confessio Augustana") zusammen.  Diese wichtigste Bekenntnisschrift wurde erstmals am 25. Juni 1530 beim Reichstag zu Augsburg verlesen. Es besteht aus 28 Artikeln, von denen die ersten 21 die Lehre Martin Luthers darlegen, insbesondere seine Lehre von der Rechtfertigung. Die restlichen Artikel befassen sich mit den Missbräuchen in der katholischen Kirche. In der "Apologie" der Confessio Augustana reichte Melanchthon die theologische Basis des Bekenntnisses nach. Das Augsburger Bekenntnis wurde in die lutherischen Bekenntnisschriften aufgenommen. Noch heute werden Pastoren/innen auf dieses Bekenntnis ins Amt eingesetzt (Ordination).

Ein wichtiges, modernes Bekenntnis wurde unter der Federführung von Karl Barth in Abgrenzung gegen das Naziregime formuliert. Führende Männer der Evangelischen Kirche formulierten auf der Bekenntnissynode (29. –31. Mai 1934) der Bekennenden Kirche die Barmer Theologische Erklärung. Wegweisend ist der Artikel 1, der sich eindeutig zu Jesus Christus als dem einzigen Führer bekennt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Johannesevangelium 14, 6)".

Hans-Joachim Kohl / Jörg Fenske

 

 

Letzte Änderung am: 05.07.2017