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Woidke und Dröge loben gute Zusammenarbeit - Treffen von Landesregierung und Kirche in Potsdam

13.02.2018

Woidke und Dröge riefen zudem gemeinsam zur Teilnahme am Sternmarsch "Cottbus bekennt Farbe" am Donnerstag in der Lausitzstadt auf. Beide werden selbst an der Kundgebung teilnehmen

Potsdam (epd). Die Landesregierung in Brandenburg und die evangelische Kirche haben ihre gute Zusammenarbeit gewürdigt. "Wir haben wesentliche Dinge gemeinsam gut voranbringen können", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach einem gemeinsamen Treffen von Landesregierung und Vertretern der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Potsdam. So habe das 500. Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr Brandenburg als "historischen Ort" bekannter gemacht. Beiden Seiten sei die weitere Entwicklung des Landes eine "Herzensangelegenheit", auch wenn in Fragen wie des Braunkohlebergbaus in der Lausitz oder bei dem Bestattungsgesetz ein Dissens bestehe.

Woidke sprach von einer "großen und schwierigen Situation" beim Thema Braunkohleabbau, in der er hoffe, dass die Kirche ein "Brückenbauer" zwischen den Befürwortern und Gegnern sein kann. Bischof Dröge betonte, die Kirche sehe ganz klar die Notwendigkeit zum Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und sehe sich als Mahner, den damit verbundenen Strukturwandel in der Lausitz anzugehen und voranzutreiben.

Auch beim geplanten brandenburgischen Bestattungsgesetz hofft Dröge auf ein Einlenken der Politik. Für die Kirche sei es eine Pflicht, auch totgeborene Kinder unabhängig vom Körpergewicht ordentlich zu bestatten. Der Gesetzentwurf sieht bislang vor, dass sie nur bei einem Gewicht von mehr als 500 Gramm zu bestatten seien. Zudem soll die Herstellung eines Diamanten aus der Asche eines Verstorbenen erlaubt werden, was die Kirche ebenfalls massiv kritisiert. "Wir werden eine gemeinsame Lösung finden", betonte der Ministerpräsident.

Beim Erhalt der Dorfkirchen in Brandenburg lobten beide die gute Zusammenarbeit. Seit 1990 seien mehr als 500 evangelische Gotteshäuser mit finanzieller Unterstützung des Landes gerettet worden, sagte Woidke. Brandenburg sei das einzige Bundesland, das eine vertragliche Verpflichtung zur Beteiligung an der Sanierung von Kirchengebäuden übernommen habe. So stelle das Land laut dem Evangelischen Kirchenvertrag jährlich mehr als 1,58 Millionen Euro für den Erhalt der mehr als 1.800 Kirchen und Kapellen bereit. Im Nachtragshaushalt für das laufende Jahr seien zusätzlich 500.000 Euro dafür vorgesehen.

Für viele Menschen - auch Nichtchristen - seien die Dorfkirchen identitätsstiftend und prägten ihr Heimatbild. Bischof Dröge sprach von einer Erfolgsgeschichte, über die er sich persönlich sehr freue, auch weil die Zivilgesellschaft so kräftig mitmache. In einem Pilotprojekt solle nun auch die Nutzung von Dorfkirchen als Raum für gemeinschaftlich orientierte Arbeit geprüft werden. Dazu würden derzeit Vorschläge eingeholt.

Von den 2,5 Millionen Einwohnern Brandenburgs sind knapp 500.000 Mitglieder der verschiedenen Kirchen. Mit 390.000 Mitgliedern bilden die Protestanten die mit Abstand größte Gruppe.

Woidke und Dröge riefen zudem gemeinsam zur Teilnahme am Sternmarsch "Cottbus bekennt Farbe" am Donnerstag in der Lausitzstadt auf. Beide werden selbst an der Kundgebung teilnehmen, hieß es. Sie zeigten sich besorgt über die nach mehreren Gewalttaten zwischen Einheimischen und Flüchtlingen aufgeheizte Stimmung in Cottbus und mahnten eine Rückkehr zur sachlichen Debatte an.