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Sorbische Osterreiter planen neun Prozessionen

Bautzen (epd). Die katholischen sorbischen Osterreiter wollen in diesem Jahr wieder fest im Sattel sitzen: Nach Einschränkungen in der Corona-Pandemie sind neun Prozessionen geplant. Erwartet würden auch wieder Zuschauerinnen und Zuschauer, teilte das Bistum Dresden-Meißen am Mittwoch in Dresden mit. Die mit Frack und Zylinder festlich gekleideten Reiter verkünden traditionell am Ostersonntag in der Oberlausitz vom Pferderücken aus die christliche Botschaft von der Auferstehung Christi. Bis heute dürfen nur Männer daran teilnehmen.

Unter dem Läuten der Kirchenglocken und mit Gesang führt die Prozession von der Heimatkirche aus über die Felder bis ins nächste Dorf. Die Corona-Maßnahmen hatten 2020 die jahrhundertealte Tradition unterbrochen. Die Prozessionen mussten abgesagt werden. Vergangenes Jahr war das Osterreiten mit Einschränkungen wieder möglich, jedoch ohne Zuschauer.

Auch 2022 würden Corona-Schutzmaßnahmen wie Testen, Mindestabstände und Maskenpflicht umgesetzt, hieß es. Laut Bistum nimmt an einer der Prozessionen der Generalvikar und Domdekan des sächsisch-ostthüringischen Bistums, Andreas Kutschke, teil. Vor der Pandemie kamen jedes Jahr Zehntausende Zuschauer in die Oberlausitz, um die insgesamt etwa 1.500 Osterreiter zu erleben. Die Tradition besteht seit mehr als fünf Jahrhunderten.

Außerdem wird im ostsächsischen Ostritz das sogenannte Ostersaatreiten mit rund einhundert Reitern veranstaltet. Deren Ziel ist das Kloster St. Marienthal an der Neiße. Dieser Brauch wird seit 1993 gemeinsam von evangelischen und katholischen Christen gepflegt.