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RSSPrint

26. - 28. Juni 2016: Türkei-Besuch von Bischof und Diakonie-Katastrophenhilfe

Gespräch des Bischofs mit syrischen
Flüchtlingen

Syrische Flüchtlinge im Grenzort
Akcakale

Haushalte bekommen aus dem Bargeld-
transfer-Projekt für 3 Monate eine
Geldkarte ausgehändigt

Gemeindezentrum in Urfa

alle 4 Fotos
@Thomas Lohnes/DiakonieKatastrophenhilfe

Bischof Markus Dröge und Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, besuchten ein Gemeindezentrum der Diakonie Katastrophenhilfe für syrische Flüchtlinge in der Stadt Sanliurfa im Südosten der Türkei und den Grenzort Akcakale. In Sanliurfa haben nach staatlichen Angaben rund 399.208 Flüchtlinge aus Syrien Zuflucht gefunden, das macht rund ein Fünftel der 1,8 Millionen Einwohner der Provinzhauptstadt aus. 

Nach Gesprächen mit Flüchtlingen in Sanliurfa sagt Bischof Markus Dröge: „Seit Ausbruch des Bürgerkriegs wurde zunächst davon ausgegangen, dass die syrischen Flüchtlinge nur gastweise aufgenommen werden. Jetzt ist ein Umbruch in der Flüchtlingsbetreuung zu erkennen. Endlich werden Arbeitserlaubnisse erteilt und Flüchtlingskinder sollen in die öffentlichen Schulen integriert werden. Ein stimmiges Gesamtkonzept für die Integration liegt aber – wie auch in Deutschland - noch nicht vor.“

Gemeindezentren als schützender Raum

In Urfa und Istanbul haben Support to Life (STL) und die Diakonie Katastrophenhilfe Gemeindezentren für Flüchtlinge eingerichtet. Dort bietet STL psychosoziale Unterstützung an. Neben Aktivitäten für Kinder werden Bildungsangebote (wie Sprachkurse, Computerkurse) und Informationsveranstaltungen (z.B. zur rechtlichen Situation, Zugang zu Gesundheitsdiensten, Ernährungskurse für Mütter) angeboten. Freizeitaktivitäten, in die auch die gastgebende Gemeinde einbezogen ist, sollen zur Integration und Stärkung der Flüchtlingsfamilien beitragen.

Soforthilfe für Flüchtlinge

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit 2012 mit der lokalen Partnerorganisation Support to Life vor Ort. Nach dem Flüchtlingszustrom aus Kobane (Syrien) im September 2014 versorgte die Diakonie Katastrophenhilfe kurzfristig 500 kurdische Familien aus Kobane sowie jesidische Familien aus dem Irak mit Hygiene-Artikeln, Küchenutensilien, Nahrungsmitteln und Decken. Die aufnehmenden Gemeinden wurden mit in die Hilfe einbezogen: In deren Zentren gibt es nun Kindergärten für alle Gruppen. Das Projekt wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amtes durchgeführt.

Das Bargeldtransfer-Projekt richtet sich an Flüchtlinge außerhalb von Camps in den Orten Diyarbakir, Batman, Hatay und Urfa. Jesidischen Flüchtlingen im Fidanlik Yezidi-Camp verhilft die Geldkarte zu einem unabhängigeren Leben, da die Flüchtlinge selbständig gemäß ihrer Bedürfnisse einkaufen gehen und längerfristig planen können.

Haushalte, die nach bestimmten Kriterien (Geschlecht, Alter, Einkommen) ausgewählt wurden, bekommen für drei Monate eine Geldkarte ausgehändigt, die monatlich mit bisher 45 Türkischen Lira (TL) pro Person aufgeladen wird. Bei einem Haushalt mit durchschnittlich sechs Mitgliedern sind das bisher 270 TL monatlich. Damit soll vorrangig der grundlegende Nahrungsmittelbedarf abgedeckt werden.

Bischof Dr. Markus Dröge und Cornelia Füllkrug-Weitzel sprachen sich abschließend dafür aus, dass die Türkei angesichts des anhaltenden Bürgerkriegs in Syrien die Flüchtlinge nun integrieren und diese nicht länger als Gäste betrachten sollte.

 

 

Letzte Änderung am: 30.06.2016