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Kirchliche Hilfswerke appellieren an weltweite Solidarität

Sie bitten um Spenden für Klimagerechtigkeit und für Menschen in armen Ländern: Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" und das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat eröffneten am 1. Advent ihre Aktionen zur Weihnachtszeit.

Münster, Detmold (epd). Mit Festgottesdiensten in Münster und in Detmold eröffneten die beiden großen christlichen Hilfswerke am ersten Adventssonntag ihre diesjährigen bundesweiten Spendenaktionen zur Weihnachtszeit. Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ rückte am Sonntag in Detmold zur Eröffnung der 63. bundesweiten Spendenaktion unter dem Motto „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ die Klimagerechtigkeit besonders für ärmere Länder in den Mittelpunkt. Der Lippische Landessuperintendent Dietmar Arends und die Präsidentin von „Brot für die Welt“, Dagmar Pruin, riefen in dem Gottesdienst in der Christuskirche, der in der ARD übertragen wurde, zum Engagement gegen Klimawandel auf.

Zeitgleich rief der Münsteraner Bischof Felix Genn im Dom zu Münster zur Eröffnung der diesjährigen Weihnachts-Spenden-Aktion von Adveniat in seiner Predigt dazu auf, „in der Liebe zueinander und zu allen Völkern“ zu wachsen. Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ rückt Adveniat dieses Jahr die Sorgen und Nöte der armen Stadtbevölkerung in den Blickpunkt. Acht von zehn Menschen in Lateinamerika und der Karibik leben heute in Städten. Mit seinen Projektpartnern engagiert sich das in Essen ansässige Lateinamerika-Hilfswerk mit Bildungsprojekten, Menschenrechtsarbeit und dem Einsatz für faire Arbeitsbedingungen gegen Armut.

Die Folgen des Klimawandels seien an anderen Orten dieser Erde noch weit dramatischer als hierzulande, sagte der Lippische Landessuperintendent Arends in seiner Predigt, die er im Wechsel mit Pruin hielt. Flutkatastrophen und Dürren träfen ausgerechnet die Menschen, die sich am wenigsten davor schützen könnten und die am wenigsten zum Klimawandel beitragen würden. Menschen erlebten jedoch auch, dass die Hoffnung verbinde.

Die „Brot für die Welt“-Präsidentin Dagmar Pruin rief dazu auf, nicht vor der Klimakrise zu resignieren. Das Werk habe in Deutschland zusammen mit vielen Menschen in den Kirchen für ein Lieferkettengesetz gekämpft. Das inzwischen vom Bundestag verabschiedete Gesetz werde das Leben von Millionen Menschen im Globalen Süden und auch ihre Umwelt positiv verändern.

„Brot für die Welt“ habe den Kampf für Klimagerechtigkeit zu einem Schwerpunkt der weltweiten Arbeit gemacht, hieß es. Partnerorganisationen in Simbabwe, Kambodscha, Sambia, Bolivien und zahlreichen anderen Ländern unterstützten die Menschen dabei, innovative Ideen zu entwickeln, um gegenüber Wetterextremen widerstandsfähiger zu werden. Die Weihnachtskollekte in evangelischen Gemeinden ist traditionell für „Brot für die Welt“ bestimmt.

Der Münsteraner Bischof Genn nannte bei der Eröffnung der Adveniat-Spendenaktion die Corona-Pandemie eine große Herausforderung an die gesellschaftliche Solidarität, die sich auch in der Bereitschaft zeige, sich impfen zu lassen.

Im Münsteraner Dom berichtete Erzbischof Leonardo Steiner aus Manaus, Brasilien, von der verzweifelten Lage in seiner Heimat. Bis zu 200 Menschen täglich seien allein in der Stadt Manaus an Corona gestorben. Steiner dankte den Spendern aus Deutschland. Ohne die Adveniat-Hilfe wäre auch die Seelsorge gerade in den Gemeinschaften der Indigenen und Flussrandbewohner, der Ribeirinhos, kaum möglich.

Letzte Änderung am: 30.12.2021