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Görlitzer Kathedrale mit Festgottesdienst wiedereröffnet

Kirchen sollten nicht nur Denkmäler sein sondern mitten in der Stadt aktiv, mahnt Wolfgang Ipolt. Der Görlitzer katholische Bischof betont die Rolle der Kirchen gerade in Zeiten der Säkularisierung.

Görlitz (epd). Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am Sonntag die Kathedrale im sächsischen Görlitz wiedereröffnet worden. Der Innenraum der katholischen Kirche St. Jakobus wurde in den vergangenen Monaten umfangreich saniert. Dazu wurde er für den Publikumsverkehr geschlossen.

Zum Abschluss der Bauarbeiten hielt der Görlitzer katholische Bischof, Wolfgang Ipolt, ein Pontifikalamt. In seiner Predigt gestand Ipolt ein, für viele oft historisch wertvolle Kirchengebäude mangele es heute vielfach an Menschen, die diese in dem Sinne nutzen, für den sie gebaut seien. Gegen daraufhin geplante Umnutzungen protestierten aber auch Menschen, die selten eine Kirche beträten.

„Wir wollen nicht nur Kirchengebäude sanieren, die dann als Museum dienen, wir wollen vielmehr Kirche sein - mit ganzem Herzen, mit allen unseren Kräften“, sagte Ipolt. Wenn Christen in Ostdeutschland auch eine Minderheit seien, dürften sie dennoch nicht fehlen: „Vor allem wenn es um die Würde des Menschen geht, um Solidarität und Gerechtigkeit, haben sie Wichtiges zu sagen.“ Alle Kirchen seien daher wie mahnende Hinweise, die mit ihren Türmen zum Himmel zeigten.

Ipolt wies überdies auf einen über dem Altarraum angebrachten QR-Code hin. Dieser beinhalte die wichtigste Aufforderung von Jesus Christi: „Komm und folge mir nach!“ (Mk 10,21).

Wie das Bistum Görlitz mitteilte, ist die Görlitzer Bischofskirche in mehreren Abschnitten modernisiert worden. Erste Arbeiten fanden 2004 statt. In zwei Bauabschnitten war die Außenfassade saniert worden. Laut dem Generalvikar und Dompropst Alfred Hoffmann belaufen sich die Gesamtkosten der Sanierung auf rund 3,7 Millionen Euro.

Bei der jetzt abgeschlossenen Innensanierung konnte im Chorraum und in den Seitenkapellen die historische Bemalung wieder hergestellt werden. Gold- und Silberauflagen lassen den Kirchenraum erstrahlen. Auch der neogotische Hochaltar aus französischem Kalkstein wurde restauriert.

Unter den Gästen zur Wiedereröffnung waren auch Vertreter der polnischen Nachbarbistümer Breslau und Liegnitz. Mit ihnen pflege die Diözese Görlitz „traditionell vielfältige herzliche Beziehungen“. Das kleinste katholische Bistum Deutschlands mit rund 30.000 Gläubigen verstehe sich als „Brückenbauer auf beiden Seiten der Neiße“.

Die 1900 erbaute Görlitzer St. Jakobuskirche ist heute Kathedrale des ostsächsischen Bistums. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer zerstört.

Letzte Änderung am: 30.12.2021