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Bedford-Strohm: Lage von Flüchtlingen an EU-Grenze wird vergessen

Die Situation von Flüchtlingen an den europäischen Außengrenzen gerät nach Worten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in der Corona-Pandemie in Vergessenheit. Niemand nehme es mehr zur Kenntnis, weil "wir so sehr mit uns selbst beschäftigt sind", sagte er bei einem virtuellen Ortsbesuch an der bosnisch-kroatischen Grenze am Donnerstagabend.

In der Region sind tausende Schutzsuchende gestrandet, die in der Hoffnung, in die Europäische Union zu gelangen, unter verheerenden Bedingungen ausharren. Was dort geschehe, widerspreche allem, wofür Europa stehe und wofür das Christentum stehe, betonte Bedford-Strohm bei der Veranstaltung der EKD und der Evangelischen Akademie zu Berlin.

Wenn Deutschland und die EU die Aufgaben an den europäischen Außengrenzen an die dortigen Länder delegierten, seien sie auch in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Rechte dort geschützt würden, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Europa dürfe die christlichen Werte nicht nur vor sich hertragen, sondern müsse danach handeln.

Die Ärztin Kristina Hilz, die jüngst vor Ort war, um medizinische Hilfe zu leisten, sagte, die meisten der betroffenen Flüchtlinge in Bosnien lebten nicht in Camps, sondern in leerstehenden Häusern. Sie habe dort nicht legal helfen dürfen, sondern nachts und versteckt arbeiten müssen. Sie habe systematische "Pushbacks" erlebt, zahlreiche illegale Zurückweisungen von Männern, Frauen und Kindern, die es bereits über die Grenze in die EU geschafft hätten. Die Menschen seien von der Polizei geschlagen, gefoltert und bedroht worden.

(epd)

Letzte Änderung am: 17.02.2017