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Rabbiner Homolka kritisiert christlichen Antijudaismus

29.07.2020

Der Rabbiner und Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam, Walter Homolka, hat den Antisemitismus der Kirchen kritisiert. "Die Kirchen müssen erkennen: Der christliche Antijudaismus wirkt weiter", sagte Homolka der Wochenzeitung "Die Zeit" (Ausgabe 30. Juli). Homolka sprach sich außerdem dafür aus, das Relief der "Judensau" entfernen zu lassen, das an der Wittenberger Stadtkirche angebracht ist und einst die Juden verhöhnen sollte.

"Das Gift solcher Zerrbilder ist noch wirksam", monierte Homolka, der lange Zeit dafür gewesen war, solche Abbildungen nur zu erläutern, anstatt sie zu entfernen. "Mittlerweile sage ich: Das reicht nicht", so der Rabbiner.
Er bedauere zudem, dass etwa die Ausstellung "Adam, wo bist du?" der jüdischen Künstlerin Ilana Lewitan, die derzeit im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München zu sehen ist, nicht in einer Kirche stattfindet. "Schade finde ich, dass die Kirchen es nicht zeigen", so Homolka. Bei der Installation ist unter anderem eine Gestalt in KZ-Kleidung und mit Judenstern an einem Kreuz befestigt. Mit Blick auf künftige Ausstellungsorte sagt Homolka: "Eine Kirche wäre der richtige Platz!"

(epd)

Letzte Änderung am: 17.02.2017