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Telefonseelsorge zunehmend gefragt

Berlin (epd). Die kirchliche Telefonseelsorge in Berlin und Brandenburg wird offenbar immer stärker nachgefragt. Im Dezember 2020 seien rund 2.700 Anrufe eingegangen, knapp 1.000 mehr als im Vorjahr, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Dienstag mit.

"Das Thema Einsamkeit und Isolation nimmt immer mehr Raum ein", sagte Uwe Müller, Mitarbeiter beim Diakonischen Werk und Leiter der kirchlichen Telefonseelsorge in Berlin und Brandenburg. Hinzu kämen familiäre Probleme, depressive Verstimmungen, Ängste, Stress, Ärger und Suizidalität. Die knapp 340 Ehrenamtlichen in Berlin, Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam arbeiten den Angaben zufolge in mehreren Schichten rund um die Uhr an den Telefonen ihrer jeweiligen Geschäftsstelle.

Auch die Mitarbeitenden des seit März 2020 freigeschalteten Corona-Seelsorgetelefons hätten viel zu tun, hieß es weiter. "Covid-19 ist in den Gesprächen immer präsent. Der Lockdown funktioniert wie ein Brennglas", sagt Pfarrer Justus Münster, Beauftragter der EKBO für Notfallseelsorge im Land Berlin. "Wir sind so etwas wie die Seelsorge-Feuerwehr." Alle im Team seien gut informiert über das Thema und könnten weiterführende Hilfe vermitteln.

Das Corona-Seelsorgetelefon ist eine zusätzliche Anlaufstelle der kirchlichen Telefonseelsorge in Berlin und Brandenburg. Rund 43 ausgebildete Ehrenamtliche arbeiten derzeit dafür. Von März bis Dezember vergangenen Jahres führten sie den Angaben zufolge mehr als 2.600 Gespräche, zehn bis 15 am Tag, mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von 30 Minuten.