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Zoom-Bombing und Vandalismus bei Berliner Kirchengemeinde

08.04.2021

Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein verurteilt die Angriffe aufs Schärfste

Der Online-Gottesdienst einer Berliner Kirchengemeinde ist am Ostersonntag durch Unbekannte massiv gestört worden. Wie die Evangelische Gemeinde Alt-Schöneberg am Mittwoch mitteilte, musste der Gottesdienst daraufhin abgebrochen werden.

Zudem sei ein neu aufgehängtes Regenbogen-Banner mit der Aufschrift "Segen" vor den beiden Kirchen der Gemeinde in der Nacht zu Dienstag zerschnitten aufgefunden worden. Die Gemeindekirchenratsvorsitzende Susanne Grünberg verurteilte die Angriffe. In beiden Fällen sei Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen bestehe, sei noch unklar.

Die Gemeinde an der Schöneberger Hauptstraße stehe für Offenheit und Toleranz, sagte Grünberg. Mit dem Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg werde geprüft, "wie wir unsere Online-Gottesdienste technisch sicherer gestalten können, ohne die Offenheit dieses Formates aufgeben zu müssen".

Bei der sogenannten Zoom-Bombing-Attacke auf den Online-Gottesdienst seien anstößige Symbole wie Hakenkreuze und Geschlechtsteile gezeichnet, störende Musik und "Anti-Merkel"-Videos abgespielt sowie unartikuliert ins Mikrofon gebrüllt worden. Der Gottesdienst wurde als allen Interessierten offenstehende Zoom-Konferenz ausgerichtet. Der Angriff auf den Ostersonntagsgottesdienst habe Ähnlichkeit mit der Störung eines Zoom-Gottesdienstes des Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg im vergangenen November, hieß es weiter.

Ulrike Trautwein, Generalsuperintendentin des Sprengels Berlin, verurteilt die Angriffe aufs Schärfste: „ Hass, Vandalismus und Homophobie haben keinen Platz im Gottesdienst und in der Gesellschaft. Ich bin bestürzt über die Angriffe auf den Zoom-Gottesdienst am Ostersonntag in der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Schöneberg und das zerstörte Regenbogen-Banner. Es bedrückt mich, dass in dieser nicht leichten Zeit, das Grundrecht auf Religionsausübung von Unbekannten verletzt wurde. Als Generalsuperintendentin werde ich mich mit aller Kraft für eine tolerante und offene Gesellschaft einsetzen.“

(epd/EKBO)