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Schuster: Antijüdische Mythen bei Corona-Protesten nicht hinnehmbar

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, äußert sich besorgt über die Radikalisierung der Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Wenn die Gruppierungen, die wohlmeinend demonstrieren, insbesondere von Rechtsextremen unterwandert werden und dann antijüdische Verschwörungsmythen vertreten werden, dann habe das für ihn den "noch verständlichen oder vielleicht nachvollziehbaren Bereich" verlassen, sagte Schuster dem Deutschlandfunk.

Allerdings dürften nicht alle, die gegen die Corona-Regeln demonstrieren, unter einen Generalverdacht gestellt werden, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden in dem aufgezeichneten Interview, aus dem der Sender am Freitag Auszüge veröffentlichte und das am Sonntag ausgestrahlt wird. Er könne nachvollziehen, dass sich Menschen durch die Corona-Schutzmaßnahmen in ihren Grundrechten beschränkt fühlen.

Er selbst halte die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung im Grundsatz für richtig. Ein früherer Lockdown wäre seiner Ansicht nach allerdings sinnvoll gewesen, sagte der Mediziner.

Schuster sieht einen "deutlich enthemmten Antisemitismus" in der öffentlichen Debatte. Zugleich habe es jedoch nach dem Synagogenanschlag von Halle im Oktober 2019 unerwartet breite Solidaritätsbekundungen für Jüdinnen und Juden in Deutschland gegeben. "Es gab eine für mich in dieser Form und in diesem Ausmaß nie gekannte Solidarität", sagte er und verwies auf Briefe und E-Mails. "Und zwar von ganz normalen Bürgern, von Schulklassen", fügte er hinzu.

(epd)