Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
InstagramRSSPrint

Philosoph Nida-Rümelin kritisiert Öffnung der Friseure

"Es gehört auch zur Würde des Menschen, seine Religion ausüben zu können und das ist aktuell unterdrückt."

Der Münchner Philosoph und Risikoethiker Julian Nida-Rümelin hat kein Verständnis dafür, dass Friseure vor den Museen wieder öffnen dürfen. Die Politik schaue hier zu wenig darauf, wo eigentlich die Risiken liegen, sagte der frühere Kulturstaatsminister am Samstag im RBB-Inforadio: "Große Museen mit riesigen Räumen und bester Klimaanlage stehen leer." Ob diese Bedingungen gefährlicher seien, als der Besuch beim Friseur, sei mindestens zweifelhaft, kritisiert Nida-Rümelin.

Auch das Argument mit der Würde falle der Politik angesichts der aktuellen Corona-Maßnahmen sofort wieder auf die Füße, sagte der Wissenschaftler, der an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt und Mitglied des Deutschen Ethikrates ist: "Es gehört auch zur Würde des Menschen, seine Religion ausüben zu können und das ist aktuell unterdrückt."

Bund und Ländern hatten sich diese Woche darauf verständigt, trotz des verlängerten Lockdowns bis mindestens 7. März, Friseursalons schon ab dem 1. März wieder die Öffnung zu ermöglichen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete die Entscheidung damit, das Recht auf eine anständige Frisur sei eine Frage der Würde.

(epd)