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Messengerdienste und ihre Einsatzgebiete

18.05.2020

Wie kann ich Messengerdienste im Gemeindeleben sinnvoll nutzen und was zeichnet den Einsatz dieser Werkzeuge gegenüber andere Hilfsmittel und Kanäle im digitalen Raum aus?

Um Gemeindeglieder auf digitalem Weg zu informieren, nutze ich Newsletter, RSS-Feeds und andere Massenkommunikationsmittel. Sicherlich kann ich auch über Messengerdienste wie den Signal Messenger eine große, offene, kommunale Gruppe einrichten und über diese aus dem Gemeindeleben informieren und gleichsam über Informationen anderer auf dem aktuellen Stand bleiben. Das gibt es vereinzelt bereits und läuft zuweilen sogar ganz gut, wenngleich mit einem erhöhten Initialaufwand.

Besser kommen Messenger in kleinen Organisationseinheiten zum Tragen. Wenn Sie sich für einen Kreis wie bspw. dem Kindergottesdienstteam eine Gruppe anlegen (bei Signal klicken Sie dazu oben rechts auf die drei Punkte und dann auf „Neue Gruppe“), können Sie über diese Gruppe ganz hervorragend im Chat kurze organisatorische Absprachen treffen oder Dokumente und Bilder miteinander austauschen. Wer des Tippens müde ist, sendet durch Drücken und Gedrückthalten des Mikrofonsymbols eine Sprachnachricht oder nutzt die Desktopvariante am PC. So sind alle aus der Gruppe informiert, können noch einmal nachfragen und sich ggf. darüber austauschen.

Die wirkliche Stärke von Messengerdiensten ist allerdings die Möglichkeit zum persönlichen Kontaktaufbau und der Beziehungsarbeit. Egal, ob in der Arbeit mit Ehrenamtlichen, der Konfi-Arbeit oder mit dem schon genannten Kindergottesdienstteam: vergessen Sie über die Arbeit mit den Gruppen die jeweils einzelnen nicht! Im analogen Bereich geschieht das ganz selbstverständlich, dass wir einzelne in der Pause oder bei der Begrüßung oder Verabschiedung noch einmal zur Seite nehmen oder uns Zeit nehmen, um interessiert nachzufragen, wie es geht und was gerade so anliegt. In der digitalen Arbeit geht das schnell unter, weil es diese Randsituationen nicht per se sondern nur initiiert gibt, indem ich einzelne aktiv anschreibe oder anrufe. Gerade dafür eignen sich Messengerdienste mehr als viele andere digitale Kommunikationsmittel, weil ich hier die Möglichkeit habe, direkt, informell und persönlich auf einzelne zuzugehen. Das gilt für Anlässe wie Geburtstage, zu denen man ganz unkompliziert einen Gruß loswerden kann, auch wenn man sich vielleicht noch nicht so gut kennt, aber zeigen möchte, „Ich hab an dich gedacht!“, genauso wie für das Nachfragen in Bezug auf besondere Ereignisse oder Umstände: „Na, wie kommst du so mit dem Homeschooling klar?“

Selbst wenn ich eine solche Frage an alle Mitglieder einer Gruppe (jedoch einzeln) schicken würde, ergäben sich dadurch ganz andere Gespräche, als wenn ich an alle gleichzeitig in die Gruppe schriebe „Wie kommt ihr mit dem Homeschooling klar?“. Das, was sich im Einzelchatgespräch ereignet, ist sozusagen das digitale Pausen- und Randgespräch. Und eben das ist so wichtig, weil wir als Gemeinde nicht nur Organisationseinheit sind, sondern Gemeinschaft. Wir pflegen unsere Beziehung zu Gott und unsere Beziehung zueinander und sollten auch im digitalen Raum solches nicht unterlassen.

Social-Media-Kanäle sind übrigens ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Beziehungsarbeit, die über Werkzeuge wie Kommentare und „Persönliche Nachrichten“ Messengerfunktionen integrieren, sich aber dadurch unterscheiden, dass sich hier in der Regel Follower-Gruppen um eine Person bilden, während Messengerdienste gleichberechtigte Kommunikationskanäle öffnen und den nicht-öffentlichen Austausch stärker im Fokus haben.