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Landeskirche erwartet gut 20 Millionen Euro weniger Kirchensteuern

12.10.2020

Sinkende Steuereinnahmen wegen Corona und weiter sinkende Mitgliederzahlen: Die EKBO bereitet sich auf eine Zukunft mit weniger Geld vor. Eine Arbeitsgruppe empfiehlt deutliche Einschnitte.

Die EKBO rechnet mit langfristig sinkenden Kirchensteuern und stellt deshalb ihre Arbeitsfelder auf den Prüfstand: Eine Arbeitsgruppe, die im Herbst 2019 von der Synode eingesetzt wurde, hat nun einen Bericht dazu vorgelegt. Sie schlägt unter anderem Einsparungen von jeweils rund 20 Prozent in den fünf zuvor festgelegten Handlungsbereichen Verkündigung, Bildung, Verwaltung, Weltverantwortung und Kommunikation im Haushalt bis zum Jahr 2023 vor.

Von einer erst 2018 festgelegten Regelung, den kleinen Bereich Öffentlichkeit und Kommunikation von Einsparungen auszunehmen, wird damit nun abgewichen. "Fundamentales In-Frage-Stellen, auch von bisherigen Tabus" sei notwendig, heißt es in dem Bericht, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Statt Einzelinteressen müsse eine Gesamtsicht vertreten werden. Zunächst seien Einsparungsvorschläge und Prüfmaßnahmen im Umfang von elf Millionen Euro erarbeitet worden. Nur bei den IT-Ausgaben soll nicht gespart werden.

Zu den Vorschlägen gehört auch, eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Landeskirchen, der bundesweiten Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem katholischen Erzbistum Berlin zu prüfen. Das Arbeitspapier bezwecke "keine theologische Legitimation empfindlicher materieller Einschnitte", sondern die Eröffnung eines Weges, "Abschiede von Arbeitsfeldern respektvoll zu ermöglichen", heißt es in dem Bericht.

Bereits in diesem Jahr erwartet die Landeskirche rund 21,3 Millionen Euro weniger Einnahmen aus Kirchensteuern als zunächst geplant. Das erwartete rückläufige Steueraufkommen sei auf Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zurückzuführen, heißt es in einer Vorlage der Kirchenleitung für das Kirchenparlament, die dem epd vorliegt. Statt rund 266,2 Millionen Euro würden nun rund 244,9 Millionen Euro Einnahmen aus Kirchensteuern erwartet.

Die geringeren Steuereinnahmen könnten zum Teil durch Minderausgaben ausgeglichen werden, heißt es weiter. Unter anderem wegen ausgefallener Veranstaltungen und abgesagter Dienstreisen werde 2020 nun von rund 1,6 Millionen Euro weniger Sachkosten ausgegangen. Die Personalkosten lägen zudem rund eine Million Euro niedriger als geplant. So habe die Besetzung der Schulpfarrstellen nur langsamer umgesetzt werden können, als zunächst vorgesehen. Bei den tariflich vergüteten Lehrkräften gebe es zudem eine hohe Personalfluktuation. Freie Stellen könnten nur verzögert nachbesetzt werden.

Zum Ausgleich des geplanten Nachtragshaushalts seien zudem rund 5,8 Millionen Euro aus der Risikorücklage der Landeskirche entnommen worden, heißt es weiter. Zuweisungen aus dem kirchlichen Innovations- und Projektfonds sowie Fördermittel für sogenannte "Dritte Orte" der Kirche in der Gesellschaft würden um jeweils 500.000 Euro gekürzt. Auch an weiteren Stellen sind Einsparungen geplant.

Der Nachtragshaushalt für 2020 soll insgesamt rund 405 Millionen Euro umfassen. Geplant waren zunächst rund 417 Millionen Euro. Die Synode der Landeskirche will vom 21. bis 24. Oktober in Berlin zu ihrer Herbsttagung zusammenkommen. Zu den Themen gehören auch der Nachtragshaushalt und die Empfehlungen der Arbeitsgruppe.

(epd, update) 

Info
Die Synode der Landeskirche kommt vom 21. bis 24. Oktober in Berlin zu ihrer Herbsttagung zusammen. Zu den Themen, mit denen sich das Kirchenparlament befasst, gehört auch der Nachtragshaushalt für 2020.