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Die EKBO ernennt Antisemitismusbeauftragte

26.01.2021

#WeRemember: Holocaust-Gedenken konzentriert sich pandemiebedingt auf digitale Formen

Hier geht's direkt zur Gedenkaktion #WeRemember

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages (27. Januar) setzt die EKBO ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus: Am 27. Januar 2021 wird Pfarrerin Marion Gardei zur Beauftragten für jüdisches Leben und für den Kampf gegen Antisemitismus berufen – so die etwas sperrige Amtsbezeichnung der Antisemitismusbeauftragten. Das neu geschaffene Amt ist ein Beitrag dazu, theologischen und politischen Antisemitismus in der eigenen Tradition und im gegenwärtigen kirchlichen Leben zu bekämpfen. „Das ist heute nötiger denn je“, sagt Bischof Christian Stäblein, „schlimm, dass es so ist, aber wir stellen uns als Kirche dieser Herausforderung. Antisemitismus ist Gotteslästerung, dagegen anzugehen unsere erste Aufgabe.“ 

Pfarrerin Gardei ist bereits seit 2015 Beauftragte für Erinnerungskultur in der EKBO. Sie engagiert sich seit vielen Jahren im christlich-jüdischen Dialog, organisiert interreligiöse Gedenkgottesdienste und ist Redaktionsleiterin der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext des EKD-Programms „Studium in Israel“. 

Der Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Daraus entsteht im Extremfall Gewalt gegen jüdische Menschen und Einrichtungen bis hin zu tödlichen Anschlägen und Amokläufen“, sagt Marion Gardei. Antisemitische Grundeinstellungen seien inzwischen in allen Bereichen der Gesellschaft verbreitet – auch in den Kirchen. Zudem habe die Kirche in Lehre und Leben jahrhundertelang Judenfeindschaft und -Hass gepredigt. „Wir müssen uns von antijüdischen Inhalten klar abgrenzen“, sagt Gardei. 

Zu den Aufgaben der Antisemitismusbeauftragten gehört die Sensibilisierung kirchlich Mitarbeitender gegen antijüdische Vorurteile, auch im Hinblick auf die Inhalte theologischer Ausbildungen. Außerdem will sich Marion Gardei im Sinne einer Aufarbeitung mit antijüdischen Traditionen im Bereich der EKBO beschäftigen und Kontakte mit Institutionen jüdischen Lebens auf- und ausbauen. 

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags wirkt Pfarrerin Gardei gemeinsam mit Kantorin Esther Hirsch, Rabbiner Andreas Nachama und dem katholischen Pfarrer Lutz Nehk an einer digitalen Gedenkandacht mit, die unter dem Titel „Du sollst nicht morden“ an drei Ereignisse erinnert: an die Wannsee-Konferenz (20. Januar 1942), den Holocaustgedenktag und den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion (vor 80 Jahren, 22. Juni 1941): https://youtu.be/2AJM1VGwsf0 

In Brandenburg erinnern die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück in diesem Jahr coronabedingt mit digitalen Veranstaltungen an die Opfer des Holocaust.

Auch der Verein "Cottbuser Aufbruch" lädt mit Videos ein zum digitalen Gedenken.

Das Kirchenradio Jüterbog sendet am Holocaust-Gedenktag von 17 bis 22 Uhr verschiedene Sendungen zum Thema. 

Hier geht es zur christlich-jüdischen Kampagne #beziehungsweise