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Bischöfe plädieren für offene Kirchen zu Weihnachten

Die sächsischen Bischöfe plädieren trotz Corona für Weihnachtsgottesdienste in und vor den Kirchen. Die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt raten davon ab. Kirche müsse für die Menschen da sein, sagt Landesbischof Tobias Bilz.

Frankfurt a.M./Dresden (epd). Sachsens Bischöfe, Tobias Bilz und Heinrich Timmerevers, plädieren trotz Corona-Pandemie für offene Kirchen zu Weihnachten. "Wir schließen unsere Kirchen für diejenigen auf, die in dieser schwierigen Zeit im Gottesdienst Besinnung, Hoffnung und Zuversicht suchen", erklärte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Timmerevers, am Montag in Dresden. Ähnlich hatte sich zuvor auch der evangelische Landesbischof Bilz geäußert.

Selbstverständlich zwinge der Kampf gegen Corona auch die Kirchen zur Einhaltung strikter Schutzmaßnahmen, sagte Timmerevers. Es werde sich daher konsequent an die Schutzregeln gehalten: kein Gemeindegesang, reduzierte Dauer und große Abstände. "Dennoch werbe ich dafür, dass wir uns die Möglichkeit erhalten, zu Weihnachten Gottesdienste feiern zu dürfen", sagte der katholische Dresdner Bischof dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Vor dem Hintergrund der hohen Corona-Infektionszahlen raten die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU), von einem Kirchenbesuch zu Weihnachten ab. Jeder müsse Kontakte reduzieren, sagte Kretschmer dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. "Das ist für viele Menschen bitter. Aber wir tun es für unsere nächsten Angehörigen, die wollen wir schützen."

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sprach sich für sogenannte Hybrid-Gottesdienste zu Weihnachten aus. Religionsfreiheit sei ein besonders geschütztes Grundrecht, Weihnachten und Gottesdienste gehörten zusammen, sagte er im RBB-Inforadio. Bei Hybrid-Gottesdiensten sitzt ein Teil der Gemeinde in der Kirche, ein anderer Teil verfolgt die Veranstaltung per Video-Stream.

Auch Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz wirbt weiter dafür, die Kirchen zu Weihnachten offen zu halten. Kirchen müssten ihrer Verantwortung gerecht werden. Dennoch frage er sich, "ob das ein gutes Signal ist, zu sagen, wir schließen unsere Kirchen zu Weihnachten oder es findet überhaupt nichts statt". Es bleibe die Aufgabe der Kirche, für die Menschen da zu sein.

Bund und Länder hatten am Sonntag für Gottesdienste konkrete Regeln beschlossen: mindestens 1,5 Meter Abstand zwischen Teilnehmern, Maskenpflicht, kein Gesang und Anmeldepflicht. Das Bundesinnenministerium soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zufolge erneut mit den Kirchen Gespräche über die Gottesdienste führen. Diese sollen nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Dienstagnachmittag stattfinden.

Die Entscheidung, in die Kirche zu gehen oder zu Hause zu bleiben, müsse jeder persönlich treffen können, sagte Timmerevers dem epd. Ihm zufolge sollte es beides geben: Gottesdienste vor Ort in der Kirche und gleichzeitig Angebote im Fernsehen und Internet. Dies sei "ein Spagat der Nächstenliebe".

Kretschmer hatte erneut betont, dass er den Weihnachtsgottesdienst in diesem Jahr erstmals nicht besuchen werde. Auch Sachsen-Anhalts Regierungschef verzichtet darauf, zu Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen. Seine Frau und er hätten sich entschieden, "die Mitternachtsmesse vom Papst im Fernsehen anzusehen und dann irgendwann in der Weihnachtszeit - an einem Werktag, wenn nicht so viele Besucher da sind - einen Gottesdienst zu besuchen", sagte er dem Sender.