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Berliner Dom fragt nach Demut und Selbstbeschränkung

14.01.2020

Der Berliner Dom plant in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen zu seinem Jahresmotto "Demut - Was zügelt uns?". In dem "bescheidenen" und "unzeitgemäßen" Begriff der Demut liege heute eine Menge Diskussions- oder gar Sprengstoff, sagte Domprediger Michael Kösling am Montag in Berlin. Das liege daran, "dass der Begriff eine Selbstbegrenzung beinhaltet, die unserer modernen Welt abhandengekommen scheint". "Das ist hochaktuell", betonte Kösling.

So sei die ökologische Krise "eine direkte Folge eines Mangels an Demut gegenüber der Schöpfung Gottes, die sich in einem ausufernden und unbegrenzten Verbrauch der Natur" manifestiere, unterstrich der Domprediger. Aufgrund neuer Entwicklungen in der Biotechnologie und der Künstlichen Intelligenz stelle sich die Frage, ob der Mensch jede Grenze überschreiten will: "Die Entwicklungen weisen jedenfalls in die Richtung, alle bisherigen Selbstbegrenzungen aufzuheben."

Kritische Einwände würden nicht selten als Fortschrittsfeindlichkeit disqualifiziert. "Auch in der politischen Landschaft haben international Politikertypen Hochkonjunktur, die eher auf Ego und Anmaßung setzen, als auf Demut", kritisierte Kösling. Zugleich erinnerte er an den zwiespältigen und missbräuchlichen Gebrauch des Begriffs der Demut in der Kirchengeschichte.

Der Dom plant zum Jahresmotto Gottesdienste, Lesungen und Gespräche. Im März etwa werden sich im Rahmen der Fastenpredigtreihe Gastprediger mit den biblischen Grundtexten zum Thema beschäftigen. Im Oktober ist eine Themenwoche dazu geplant.

(epd)

www.berlinerdom.de