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Patientenschützer warnen vor Triage in deutschen Kliniken

Frankfurt a.M./Zittau (epd). Angesichts knapper werdender Beatmungsplätze auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser warnen Patientenschützer davor, die Behandlung von Covid-19-Erkrankten von deren Überlebenschancen abhängig zu machen. "Hierzulande gilt das Prinzip, dass dem kränkesten Patienten als erstes geholfen wird", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Anders verhalte es sich bei der sogenannten Triage, diese stelle "das ethische Prinzip auf den Kopf". Hier werde "erst demjenigen geholfen, dessen Überlebensaussichten besser sind", sagte er mit Blick auf entsprechende Berichte aus einem Klinikum im ostsächsischen Zittau.

Brysch betonte, deutsche Mediziner müssten dieses Verfahren bisher nicht anwenden, da es "ausreichend medizinische Ressourcen für alle Schwerstkranken" gebe. Trotz der regional sehr unterschiedlichen Corona-Lage stünden "in jedem Bundesland freie Intensivplätze zur Verfügung", sagte er. "Die Situation ist ernst, aber Vorsicht vor Alarmismus." Selbst wenn in einer Stadt "die Intensivbetten komplett belegt sind, gibt es aktuell keinen Grund, Menschen unversorgt sterben zu lassen". Ein intensivmedizinischer Transport per Hubschrauber oder Rettungswagen müsse eine solche Situation verhindern.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, sagte, die Kliniken in Deutschland seien weit davon entfernt, Triage-Diskussionen führen zu müssen. Noch gebe es Reserven, sagte er den Funke-Zeitungen.