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Krankenkassen-Studie: Menschen durch Corona zusätzlich unter Stress

Berlin (epd). Ein Land unter Druck: Gut ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich häufig gestresst, knapp zwei Drittel gelegentlich. Die aktuelle Stressstudie der Techniker Krankenkasse (TK), die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde, zeigt außerdem erste Corona-Effekte. Danach ist für die Hälfte der Befragten (47 Prozent) das Leben seit Beginn der Pandemie stressiger geworden.

Gegenüber der ersten TK-Stress-Studie von 2013 habe das subjektive Stressempfinden in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich zugenommen, bilanzierte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. Bei den häufig Gestressten sei ein Anstieg um knapp ein Drittel zu verzeichnen.

Als insgesamt wichtigsten Stressfaktor nennen 47 Prozent der Befragten ihren Beruf, die Schule oder die Ausbildung. Durch die Einschränkungen im Verlauf der Corona-Pandemie ist das Leben für Eltern im Homeoffice besonders anstrengend geworden. Für zwei Drittel (64 Prozent) hat sich der Stresspegel erhöht, während nur 42 Prozent der kinderlosen Beschäftigten die Homeoffice-Zeit anstrengender fanden als ihr Arbeitsleben zuvor. Die Antworten stammen aus der Zeit der Lockdowns im März 2021.

Als weitere häufige Gründe für Stress werden in der Studie mit dem Titel „Entspann dich, Deutschland“ psychische und soziale Belastungen genannt, an erster Stelle hohe Ansprüche an sich selbst (46 Prozent). Die Krankheit eines nahestehenden Menschen ist in der Corona-Pandemie auf Platz drei der Stressgründe gerückt. Ein Drittel der Befragten nannten sie als zusätzliche Sorge, während dies in früheren Befragungen 2013 und 2016 keine große Rolle gespielt hatte.

Ein hoher Stresspegel wirkt sich negativ aus. Der Studie zufolge leiden 80 Prozent der häufig Gestressten unter Erschöpfung, mehr als die Hälfte unter Schlafstörungen und gut ein Drittel unter Niedergeschlagenheit bis hin zu Depressionen. Unter den weniger Gestressten gaben hingegen nur 13 Prozent an, erschöpft oder deprimiert (sieben Prozent) zu sein. Die Stress-Folgen wirken sich auf den Krankenstand in den Unternehmen aus: Mit einem Fünftel machten psychische Erkrankungen im Jahr 2020 den größten Anteil aus.

Basis der Studie ist eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa, für die bundesweit 1.000 Menschen über 18 Jahre befragt wurden. Vergleichbare Umfragen für zwei frühere TK-Stressstudien wurden 2013 und 2016 gemacht.


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