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Initiative fordert besseren Schutz von Frauen vor Gewalt

Berlin (epd). Die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG) hat eine Gesamtstrategie gegen häusliche Gewalt gefordert. Die Corona-Pandemie habe ein Schlaglicht auf das Ausmaß partnerschaftlicher Gewalt geworfen, erklärte die Initiative am Donnerstag in Berlin. Die Pandemie sei zwar nicht zwingend ursächlich, erhöhe aber durch Homeoffice, Homeschooling, räumliche Enge, gesundheitliche und finanzielle Sorgen das Risiko für Gewalt.

In den ersten zwei Wochen nach den ersten Lockerungen im Frühjahr 2020 habe die BIG-Hotline 33 Prozent mehr Anrufe verzeichnet, hieß es. Nach den Sommerferien seien es 36 Prozent mehr Anrufe im Vergleich zum Vorjahr gewesen. Insgesamt sei die Zahl der Kontakte zum Berliner Hilfetelefon bei häuslicher Gewalt 2020 um gut fünf Prozent gegenüber 2019 gestiegen.

Auch die Beratungsstellen vor Ort, die Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen sowie weitere Hilfeeinrichtungen bei häuslicher Gewalt in Berlin hätten einen verstärkten Zulauf verzeichnet, hieß es weiter. Der Bedarf an Unterstützung und Schutz auf dem Weg aus einer gewaltvollen Partnerschaft werde vermutlich mit weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen deutlich sichtbarer werden.

Neben einem ausreichend finanzierten Angebot an Beratung, Begleitung und sicherer Unterbringung müsse auch durch Präventionsangebote wie Kinderworkshops in Schulen mehr gegen Gewalt gegen Frauen unternommen werden, hieß es. Notwendig seien auch breit angelegte Kampagnen gegen häusliche Gewalt. Die Initiative engagiert sich seit 1993 für einen besseren Schutz von Frauen vor Gewalt.

epd ost yj
# epd-Service

## Info
Die Hotline bei häuslicher Gewalt ist täglich von 8 bis 23 Uhr unter der Nummer 030/6110300 zu erreichen.

## Internet
www.big-berlin.info