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Erste Impfdosen gegen Covid-19 in den Bundesländern eingetroffen

Die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs sind in den Bundesländern angekommen. Zuerst sollen ab Sonntag Hochaltrige sowie Personal in Pflegeheimen und Kliniken geimpft werden. Gesundheitsminister Spahn rechnet ab Mitte 2021 mit Impfangeboten für alle.

Düsseldorf/Berlin (epd). Die ersten Impfdosen gegen das Corona-Virus sind am Samstag in den Bundesländern eingetroffen. Am Sonntag soll bundesweit mit den Impfungen von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen durch mobile Impfteams begonnen werden. Der Impfstart sei ein "wichtiger Tag für die Bekämpfung der Jahrhundertpandemie", betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in Berlin.

Die Ankunft der ersten Lieferungen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer gaben unter anderem die Sozialministerien in Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt auf Twitter bekannt. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) erklärte, die ersten 9.750 Impfdosen seien erwartungsgemäß in der Bundeshauptstadt eingetroffen.

Die in Thüringen zunächst knapp 10.000 Impfdosen gegen Covid-19 würden bei minus 70 Grad gelagert und ab Sonntag in Alten- und Pflegeheimen verimpft, betonte das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Auch in Sachsen-Anhalt und im Land Berlin sei am Sonntag der Impfstart mit mobilen Teams in Seniorenheimen geplant, hieß es aus den beiden Bundesländern. "Gleich morgen 27.12. werden die ersten Menschen aus Risikogruppe in einer stat. Pflegeeinrichtung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz geimpft", erklärte Brandenburgs Gesundheitsministerium auf Twitter.

Insgesamt 1,3 Millionen Impfdosen sollen bis Jahresende an die Bundesländer ausgegeben werden, sagte Spahn. Er stellte ein Impfangebot für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ab Mitte 2021 in Aussicht. Der Deutsche Städtetag warnte vor zu hohen Erwartungen.

Anfang 2021 könnten bis zu 700.000 Impfdosen pro Woche verfügbar gemacht werden, so Spahn. Werde der Impfstoff des Herstellers Moderna in der EU zugelassen, könnten im ersten Quartal 2021 zudem 1,5 Millionen zusätzliche Impfdosen bereitgestellt werden.

Es könnten nicht alle Menschen in Deutschland sofort geimpft werden, so Spahn. Er sei aber zuversichtlich, dass mit der Zulassung weiterer Impfstoffe ab Mitte 2021 mit dem Impfen in der Fläche begonnen werden könne. Die Impfung bleibe ein Angebot, kostenlos und freiwillig, betonte der Minister.

Der Deutsche Städtetag warnte unterdessen vor zu hohen Erwartungen an den Impfstart. Mit dem Beginn am Wochenende sei ein Anfang gemacht, "aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus ist noch nicht vorbei", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Wann in den Impfzentren geimpft werden könne, hänge stark von der Zahl der Impfdosen ab. Jung appellierte an die Menschen, erst mit den Impfzentren oder Ärzten Kontakt aufzunehmen, wenn genügend Impfstoff da sei und zur Terminvereinbarung aufgerufen werde.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte die bundesweite Kommunikation der Impfkampagne. Es sei "fatal", dass sich Bund und Länder nicht auf ein einheitliches Vorgehen verständigt hätten. "Einige Landesregierungen setzen darauf, ihre Bürger direkt anzuschreiben. Bei anderen ist noch gar nicht klar, wie die Menschen benachrichtigen werden sollen", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag. Laut Spahn ist jedes Bundesland einzeln für die Terminvergabe zuständig. Er verwies am Samstag auf den Start der bundesweiten Impfkampagne "Ärmel hoch".