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Deutschlands erste Quarantänestation für Obdachlose erweitert

Bischof Christian Stäblein segnet Erkrankte und Mitarbeitende

Bischof Stäblein zu Besuch bei der Berliner Stadtmission. Fotos: Martin Kirchner
Bischof Stäblein zu Besuch bei der Berliner Stadtmission. Fotos: Martin Kirchner

Bischof Christian Stäblein besuchte heute die Berliner Stadtmission. Anlass ist die fortlaufende Erweiterung der Quarantänestation für obdachlose Menschen von 16 auf insgesamt 100 Betten. Die Station nahe des Berliner Hauptbahnhofs ermöglicht Obdachlosen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben und keinen schweren Krankheitsverlauf aufweisen, eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Zudem sichert sie die medizinische Grundversorgung und entlastet die anderen Notübernachtungseinrichtungen in der Stadt. Zurzeit sind zwei Obdachlose mit Covid-19 in den Räumen der Stadtmission an der Lehrter Straße in Quarantäne, 13 befinden sich auf der Isolierstation. Sie hatten Kontakt zu einer infizierten Person oder zeigen Erkältungssymptome. Daher dürfen sie sich nicht mit anderen in einer Gemeinschaftsunterkunft aufhalten. 

Der Bischof der EKBO informierte sich vor Ort bei Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi und weiteren Mitarbeitenden über die medizinischen Projekte, zu denen neben der neuen Quarantänestation seit 2013 die Notfallambulanz gehört. „Wir haben durch kurzfristige Projektzusagen keine Planungssicherheit. Dadurch verlieren wir jedes Jahr qualifizierte, gut eingearbeitete Mitarbeitende“, erläuterte der Diakon Ulrich Neugebauer, Leiter niedrigschwellige Hilfe. Die Berliner Stadtmission funktioniere wie eine „christliche Feuerwehr“, sagte Bischof Christian Stäblein. „Und eine Feuerwehr stellt man auch nicht erst ein und bildet sie aus, wenn der Großbrand bereits entfacht ist. Es ist wichtig, hochprofessionelle Teams im Dienst für die Stadt langfristig an sich zu binden.“ Dem stimmte Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi zu und ergänzte: „Nur wer sich mit Perspektive engagieren darf, kann nachhaltig zur Weiterentwicklung von den Arbeitsfeldern der Berliner Stadtmission beitragen.“ 

Gemeinsam mit Helferinnen und Helfern der Kleiderkammer verteilte Bischof Stäblein Suppe an wartende Bedürftige. Zum Abschluss seines Besuches segnete er Patientinnen und Patienten der Quarantänestation und Mitarbeitende. 

Die Berliner Stadtmission ist auf ehrenamtliche Hilfe und Spenden angewiesen. Zurzeit werden unter anderem Männerschuhe in Größe 41–45 und warme Winterjacken für Männer gesucht. Weitere Informationen unter www.berliner-stadtmission.de   

Hintergrund:
Deutschlands erste Quarantänestation für Menschen ohne Obdach wurde am 14. Mai 2020 auf dem Gelände der Berliner Stadtmission eröffnet. Die positiv auf Covid-19 getesteten Patientinnen und Patienten werden über das Bezirksamt Mitte von Berlin eingewiesen, in Absprache mit dem bezirklichen Amtsarzt, dem Gesundheitsamt und den Krankenhäusern. Über 30 Mitarbeitende kümmern sich rund um die Uhr um die Erkrankten. Ziel ist, dass Infizierte sich in diesem Schutzraum zu häuslichen Bedingungen in Ruhe auskurieren können. Seit ihrer Eröffnung wurden auf der Quarantäne- und Isolierstation mehr als 70 infizierte und zahlreiche Menschen mit Verdacht auf eine Infektion betreut. Finanziert wird die Einrichtung von der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.