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Brandenburger Domgymnasium wird 10 Jahre alt – zum Jubiläum gibt es die Auszeichnung „Faire Schule“

Am Samstag, dem 10.09., war auf der Dominsel fröhliches Feiern angesagt: Das Evangelische Gymnasium am Dom zu Brandenburg beging das 10jährige Jubiläum seines Bestehens. Den ganzen Tag über reihte sich Höhepunkt an Höhepunkt. Es begann mit dem traditionellen Gottesdienst zur Aufnahme der neuen Schülerinnen und Schüler um 10.30 Uhr im Dom St. Peter um Paul. Danach zog die Festgemeinde auf das Schulgelände im Domkietz 5, wo nach einem Mittagsimbiss ab 14.00 Uhr ein Festprogramm in der Mensa auf die Gäste wartete.

Hier erhielt das Domgymnasium als zweite Schule im Land Brandenburg die Auszeichnung als „Faire Schule“ – welch ein schönes Geburtstagsgeschenk!

Nach Kaffee und Kuchen gab es am Abend noch ein festliches Buffet und anschließend bei Musik Tanz und Talk bis spät in die Nacht. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler, Eltern und Freunde des Domgymnasiums hatten sich angemeldet und zeigten damit die Verbundenheit mit ihrer alten Schule und ihrem besonderen Profil.

Die Auszeichnung als „Faire Schule“ erhielt das Domgymnasium für sein jahrelanges Engagement in den Bereichen demokratische Schulkultur, Umwelt und Klimaschutz und Globales Lernen. Diese Ziele sind bereits in dem Leitbild der Schule fest verankert und werden Woche um Woche praktiziert.

Beispielhaft seien genannt:

  • die Institutionen des wöchentlichen Klassenrats und der regelmäßigen Schülersprechtage, die Initiativen im Bereich inklusiver Schulkultur (Kooperation mit einer diakonischen Einrichtung bei der Essensversorgung; barrierefreier Ausbau der Schule; Aufnahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf);
  • die Einrichtung eines jährlich stattfindenden Projekts „Ökologischer Fußabdruck“ in der Jahrgangsstufe 8 sowie die vielfältigen Maßnahmen zur ökologisch reflektierten Gestaltung eines ausgesprochen anregenden Schulgeländes (Kräutergarten, Weinberg, Bewahrung und Entwicklung der Biodiversität als maßgeblicher Handlungsaspekt);
  • die Übernahme von Schülerpatenschaften mit Schülern in Burkina Faso, die Förderung eines Schulprojekts im Kongo, die Pflege einer Schulpartnerschaft mit einer Schule in Shanghai, das vielfältige Engagement in der Flüchtlingsarbeit mit interkulturellen Kochevents, einem Sportfest und der konkreten Arbeit in der Förderung und Integration von Schülerinnen und Schülern aus Flüchtlingsfamilien in fünf Klassen des Domgymnasiums.

 

Hintergrundinformationen zum Programm „Faire Schule“:

Das Schulentwicklungsprogramm „Faire Schule“ wurde 2012 vom EPIZ Berlin e. V. entwickelt.  Es wurde auf die überarbeiteten schulischen Rahmenlehrpläne abgestimmt, in denen die Themen „Globales Lernen“ und „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ fest verankert wurden. Es baut auf den an einer Schule bereits bestehenden Aktivitäten auf und gibt Impulse und Unterstützung zur (Weiter-)Entwicklung des Schulprogramms.

Seit 2012 haben sich zwölf Schulen auf den Weg zur „Fairen Schule“ gemacht, sechs davon wurden bereits ausgezeichnet. Seit Juni 2015 bietet das Diakonische Werk Teltow-Fläming e. V. Beratung zum Programm brandenburgweit an. Im Juli 2016 wurde die evangelische Schule Neuruppin als erste Faire Schule im Land Brandenburg ausgezeichnet.

Was zeichnet eine Faire Schule aus?

Eine Faire Schule setzt sich für Gerechtigkeit ein und engagiert sich in drei Bereichen: Auf dem Gebiet der Demokratischen Schulkultur wird nicht nur ein höflicher Umgang unter den Schüler_innen geübt; durch Maßnahmen wie die Einführung eines Klassenrats wird eine Teilhabe der Lernenden an der Gestaltung von Unterricht und Schulgebäude angestrebt, die den einzelnen und die Arbeit des jeweils anderen wertschätzt. 

Maßnahmen des Umweltschutzes, mit denen sich der zweite Bereich beschäftigt, obliegen in diesem Programm nicht nur dem Schulträger mit der Einführung von Recyclingpapier oder Energiesparlampen. Die Schüler_innen sollten ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie sich der Konsum jedes einzelnen auf das Ökosystem auswirkt. Hier wirkt der Ansatz des Globalen Lernens, der durch die Vermittlung von Information die Reflektion des eigenen Standpunkts und dadurch eine Veränderung des eigenen Verhaltens anstrebt, besonders stark: Die Schulgemeinschaft soll lernen, mit Maßnahmen, die weder teuer sind noch einen schmerzhaften Verzicht bedeuten, ihren sogenannten ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Dieser Lernansatz ist interdisziplinär, interaktiv und setzt auf selbstständiges Lernen. 

Der letzte Aspekt nimmt Menschen weltweit in den Blick: diese sind zwar durch die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen wieder stark in den Fokus des gesellschaftlichen Bewusstseins gerückt – im Alltag der in Brandenburg überwiegend ländlichen Bevölkerung kommen sie jedoch kaum vor. Durch Methoden und Materialien des Globalen Lernens wird den Schüler_innen die Vielfalt der Menschheit und ihrer Lebensbedingungen in einer Weise näher gebracht, die pauschale Wertungen ebenso vermeidet wie die unbedachte Verwendung diskriminierender Begriffe und Denkstrukturen.

Die Umsetzung der drei Aspekte der Fairen Schule spiegelt sich in drei Bereichen des schulischen Lebens wieder, nämlich dem sozialen Miteinander, der Unterrichtsgestaltung und der Beschaffungspraxis der Schule. Dabei geht es keinesfalls darum, das Rad neu zu erfinden, den Schulbetrieb umzukrempeln oder das Kollegium mit weiteren Aufgaben zu belasten; „Faire Schule“ ist ein Schulentwicklungsprogramm, das bestehende Aktivitäten mit einem gemeinsamen Dach versieht, kleineren Aktivitäten einen größeren Raum verschafft und anstehende Projekte der Schule immer so strukturiert, dass möglichst viele helfende Hände daran beteiligt sind. 

Dadurch kann zum einen das Selbstverständnis und Engagement der Schule nach innen und außen sichtbar gemacht werden. Zum anderen werden das Schulklima zu verbessert und die Identifikation mit der Schule zu erhöht. Unterstützung erhalten interessierte Schulen von den Eine-Welt-Promotorinnen Julia Wasmuth und Heidrun Förster. Bei regelmäßigen Treffen unterstützen sie die Arbeit der schulinternen Faire-Schule-AG beginnend bei der Bestandsaufnahme, Schwerpunktsetzung und Zielformulierung. Abgestimmt auf die Wünsche der Schule stellen sie Unterrichts- und Projektmaterialien zur Verfügung, vermitteln Kontakte zu Referent_innen und organisieren Fortbildungen der Lehrkräfte im Globalen Lernen. 

Im ersten Projektjahr haben vier Schulen eine Faire-Schule-AG gegründet, mit Beginn des Schuljahrs 2016/2017 steigen drei weitere Schulen in das Programm ein. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des Kirchlichen Promotorenprogramms für Brandenburg – ein Projekt des Kirchlichen Entwicklungsdienstes mit finanzieller Unterstützung des BMZ/Engagement Global gGmbH.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dw-tf.de/bildung  und www.faire-schule.eu 

Letzte Änderung am: 13.09.2016