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RSSPrint

Unsere Positionen

TTIP

Die Kirchenleitung der EKBO hat eine differenzierte Stellungnahme zu TTIP erarbeitet. Bischof Dröge fasst in diesem Clip die wichtigsten Aussagen zusammen.




Die Orientierungshilfe zu TTIP kann ab sofort hier nachgelesen und bezogen werden:

Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft – Eine Orientierungshilfe der EKBO

Flüchtlinge

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Unsere Kirche versteht sich aufgrund ihrer biblischen Tradition als „Kirche mit Flüchtlingen“. Für ihren verkündigenden, diakonischen und gesellschaftspolitischen Auftrag hört sie auf Flüchtlinge, berät sie, hilft ihnen und unterstützt ihre Teilhabe in der Gesellschaft. Im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit steht sie an ihrer Seite und verleiht ihnen Stimme. Deshalb wenden sich Gemeinden und Gemeindeglieder den Flüchtlingen zu und gewähren ihnen Schutzraum. Indem sie für die Menschenwürde und das Menschenrecht aller eintreten, suchen sie „der Stadt Bestes“ (Jeremia 29,7).

Bedrängte und verfolgte Christen

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In viel zu vielen Teilen der Welt werden viel zu viele Kirchen, christliche Gemeinschaften und einzelne Christinnen und Christen bedrängt und verfolgt. Die Repressionen reichen von systematischer Einschränkung bestimmter Grundrechte, insbesondere dem der Religionsfreiheit, über rechtliche Diskriminierung und Rechtsunsicherheit bis hin zu Vertreibung und zur konkreten Bedrohung von Leib und Leben.

Allerdings stellt sich die Lage in vielen Fällen regional unterschiedlich und äußerst komplex dar. Zwar sind solche Bedrohungssituationen oftmals durch explizite Anfeindungen gegenüber Christen begründet. Aber nicht jeder Konflikt, in dem Christen zu Schaden kommen, hat religiöse Gründe und nicht jeder Fall von brutaler Gewalt gegen Christen hat seine unmittelbare Ursache im Glauben an Jesus Christus. Deshalb ist ein differenzierter Umgang mit dem Terminus der “Christenverfolgung” nötig. Denn der Begriff der Verfolgung beschreibt eine völkerrechtlich eng begrenzte Bedrohungslage, die nicht auf alle gewaltsamen Übergriffe auf Christen zutrifft. Oft liegen den berichteten Konflikten verschiedene ethnische, politische, soziale, kulturelle, ökonomische, kriminelle oder geostrategische Ursachen zugrunde.

Diese Differenzierung darf jedoch nicht zu einer Banalisierung des Leids und der Bedrängnis führen. Der Apostel Paulus schreibt: “Lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen” (Gal 6,10). In diesem Sinn nehmen auch die EKBO und das Berliner Missionswerk Anteil am Leid der Glaubensgeschwister in den Konfliktregionen und setzen sich für ein Ende der Not ein. Wir engagieren uns auf unterschiedlichen Ebenen für eine Verbesserung der menschenrechtlichen Lage in den betroffenen Ländern.

Dabei achten wir darauf, dass wir nicht mit Stereotypen und Vereinfachungen arbeiten, die wieder neue Feindbilder aufbauen. Wir achten auf die Seriosität unserer Quellen. Wir unterstützen nicht nur Christinnen und Christen, sondern wollen den gegenseitigen Respekt fördern, am Frieden in der Welt mit bauen und neue Ressentiments vermeiden.

Christinnen und Christen aus unseren evangelischen Partnerkirchen in Afrika und im Nahen Osten sagen: „Uns geht es gut, wenn es unserem Land gut geht, wenn wir eine offene und demokratische Gesellschaft aufbauen können, in der alle religiösen Menschen ihren Glauben frei leben können.“

Bei allem Engagement ist unsere Solidarität nicht auf die Geschwister in ihren Herkunftsländern beschränkt. Wir sind uns dessen bewusst, dass viele nach ihrer Flucht oder Migration auch unter uns leben. Wir suchen daher auch hier die ökumenische Freundschaft zu ihnen.

Kirchensteuer

Unsere Kirche kann ihren vielfältigen Aufgaben in Verkündigung und Mission, im sozialen und diakonischen Bereich nur nachkommen, wenn ihre Mitglieder sie finanziell unterstützen.

Das Geld unserer Mitglieder fließt in unsere seelsorgliche und soziale Arbeit. Es kommt unseren Mitgliedern und allen Menschen zugute, die unsere Angebote annehmen.

Ein Kirchenmitglied, das monatlich 100 Euro Kirchensteuer zahlt, unterstützt mit etwa 68 Euro direkt die Aktivitäten der Kirchengemeinden vor Ort und die Diakonie, also die Gottesdienste, das gemeindliche Leben, aber auch den Dienst an Kranken oder das Engagement der Kirchen an sozialen Brennpunkten. Nur etwa 13 Euro werden für die Verwaltung und für Versicherungen ausgegeben. Sechs Euro werden zum Erhalt und zur Sanierung von Kirchen eingesetzt. 12 Euro fließen in den Religionsunterricht und die vielfältigen Bildungsprojekte, die Arbeit mit Jugendlichen, die Gefängnis- und Krankenhausseelsorge. Und ein Euro geht zugunsten des weltweiten Engagements unserer Kirche. Über den Haushalt entscheidet die Landessynode, also das gewählte Kirchenparlament. Der Haushalt des Jahres 2012 umfasste in unserer Kirche 402,9 Millionen Euro.

Nur Kirchenmitglieder, die über ein eigenes zu versteuerndes Einkommen verfügen und daher Lohn-, Einkommen- oder Kapitalertragsteuer entrichten, zahlen Kirchensteuer. Wer ein geringes oder kein zu versteuerndes Einkommen hat, wie Kinder, Jugendliche, Studenten, Rentner, Arbeitslose, nicht Berufstätige oder Sozialhilfeempfänger, zahlt keine Kirchensteuern.

Die Kirche steht aber für alle Menschen offen. In unserer Kirche beträgt der Kirchensteuersatz 9 Prozent der Lohn-, Einkommen-, beziehungsweise der Kapitalertragsteuer.

Umweltkonzept

Das Ringen um Bewahrung der Schöpfung und nachhaltige Entwicklung sind uns wichtig.

Unsere Kirche hat dafür ein umfassendes Umweltkonzept erarbeitet und beschlossen. Es ist das erste Umweltkonzept einer Landeskirche, das so viele Themen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern dieses Bereichs miteinander verknüpft:

Der Maßnahmenkatalog des knapp 200-seitigen Papiers umfasst unter anderem Empfehlungen für Projekte in den Bereichen Beschaffung, Mobilität und Klimaschutz, aber auch für Biologische Vielfalt, Entwicklungszusammenarbeit und Erneuerbare Energien sowie für Projekte in den Bereichen Information, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Kirchenkreise und Kirchengemeinden können die Maßnahmen auswählen, die ihnen möglich und besonders wichtig scheinen.

Ein Umweltbüro wird eingerichtet, um gute Beratung sowie Koordination und Vernetzung der Umweltarbeit zu gewährleisten.  Eine theologische Grundlegung erörtert die besondere christliche Motivation für ein Engagement im Umweltbereich. Ein ausführlicher Teil dokumentiert die bisherige Umweltarbeit in unserer Landeskirche, landeskirchliche Beschlüsse und durchgeführte Projekte.

Das Umweltkonzept der EKBO

Massentierhaltung

Industrielle Massentierhaltung verletzt häufig die Ehrfurcht vor dem Leben durch nicht artgerechte und den Tierschutz verletzende Haltung. Die Landessynode, das Parlament unserer Kirche, hat Kirchengemeinden aufgerufen, kein Land für Massentierhaltung zur Verfügung zu stellen. Die Kirchenleitung wurde gebeten, mit der brandenburgischen Landesregierung, insbesondere mit dem Agrarminister des Landes Brandenburg, das Gespräch über neu geplante Anlagen zu suchen.

Braunkohle

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Lange Zeit brachte der Braunkohletagebau in der Lausitz hohe Gewinne und galt als Garant für viele Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region. Dafür wurden nicht nur Gesundheitsgefährdungen durch Freisetzung von Giftstoffen und die im Vergleich mit anderen Energieträgern höchsten Umweltfolgekosten der Braunkohleverstromung durch Ausstoß von Kohlendioxid in Kauf genommen. Auch die Auslöschung von Heimatorten für viele Menschen und die Zerstörung von gewachsener Natur und Kulturlandschaft waren die Folge. Der Kampf gegen die Klimaerwärmung machte hier ein Umdenken notwendig und dringlich. Unsere Kirche hat 2009 in einem Grundsatzbeschluss den „Einstieg in den Ausstieg“ aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz gefordert und mit Stellungnahmen in den Folgejahren ihre Zustimmung zu geplanten Tagebauerweiterungen für den Kohleabbau über das Jahr 2040 hinaus wegen noch nicht geklärter Fragen zu entstehenden Belastungen und Schäden verweigert. Stattdessen empfiehlt sie eine aktive Auseinandersetzung schon jetzt mit dem mittelfristig anstehenden Problem des sogenannten Strukturwandels:, was nach dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung kommen kann, um die Lausitz als lebens- und liebenswerte Region zu erhalten. Dieser Frage sind Planungen und Veranstaltungen unserer Kirche gewidmet, die Menschen im Bereich unserer Landeskirche einschließlich Verantwortungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Mitarbeit an Zukunftsperspektiven ermutigen möchten.

Religionsunterricht

Foto: Annette Kaiser, EKBO

Religion ist eine Dimension des Lebens. Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen und mit fremden Religionen gehört zur Bildung des Menschen. Für Kinder und Jugendliche sind Fragen der religiösen Orientierung von elementarer Bedeutung. Eltern haben die Möglichkeit zu entscheiden, ob ihre Kinder in einer bestimmten Perspektive die Welt der Religionen kennenlernen sollen. Religionsunterricht erschließt Religion als eine Dimension von Wirklichkeit und eröffnet Zugänge zu religiösen Traditionen. Religiöse Erfahrungen prägen das Leben von Kindern und Erwachsenen. Sie wirken wie ein Fenster, durch das wir gleichsam zur Welt hinausschauen. Religiöse Feste, Symbole, Texte wirken als „Sehhilfe“. Sie geben Orientierung  und Raum für eigene Entdeckungen. Zum Evangelischen Religionsunterricht sind alle Kinder eingeladen. Neben Kindern aus christlichen Elternhäusern nehmen vielfach Kinder, die nicht getauft sind oder eine andere Religionszugehörigkeit haben, am Unterricht teil. Unsere Kirche unterstützt den Evangelischen Religionsunterricht durch einen hohen Einsatz an personellen, strukturellen und finanziellen Ressourcen. Schülerinnen und Schüler wählen evangelischen Religionsunterricht, weil sie dort Lehrkräften begegnen, die ihre religiösen Fragen ernst nehmen. Religionsunterricht gibt ihnen Orientierung, fördert das Ringen um Wahrheit und stärkt bewusste Toleranz. Er will nicht bevormunden, sondern zu eigenem Erleben und begründeten Urteilen in religiösen Fragen befähigen. Der evangelische Religionsunterricht fördert interreligiöses Lernen und leistet damit einen Beitrag zur Verständigung in einer pluralen, multireligiösen Gesellschaft.

PID

Wie an jede neue medizinische Entwicklung knüpfen sich auch an die Präimplantationsdiagnostik (PID) große Hoffnungen. Dabei werden künstlich („in vitro“ = im Reagenzglas) befruchtete Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib genetisch untersucht. Es werden jeweils mehrere Eizellen künstlich befruchtet, aus denen sich lebende Embryonen entwickeln. Nur ein von Erbfehlern freier Embryo wird danach eingepflanzt, alle anderen Embryonen werden ‚verworfen‘. Mit Erbkrankheiten belastete Paare hoffen, dass sich auf diesem Weg ihr Wunsch nach gesunden Kindern erfüllt. Solche Hoffnungen und Wünsche haben großes Gewicht. Doch zugleich kommt es gerade im sensiblen Feld der menschlichen Fortpflanzung  darauf an, technologische Entwicklungen ethisch zu prüfen und ihnen, wenn nötig, Grenzen zu setzen. Eine generelle rechtliche Zulassung der PID ist aus unserer Sicht ethisch nicht zu vertreten, weil mit ihr der Schutz der in vitro hergestellter Embryonen infrage gestellt würde. Auch Embryonen jedoch sind menschliches Leben, dessen Würde grundsätzlich nicht angetastet werden darf. Als Kirche halten wir daran fest, dass der Mensch von Beginn seiner Zeugung an über eine unverwechselbare Identität verfügt, die sich bis zu seinem Tod ständig fortentwickelt. Die Ausbildung menschlicher Identität, eines individuellen Menschseins, erst ab einem bestimmten Punkt der Embryonalentwicklung als ethisch relevant zu betrachten, widerspricht unserem christlichen Menschenbild.

Frieden

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Die Kirchen sind dem Leitbild des "Gerechten Friedens" verpflichtet. Während die Theologie früher unter dem Begriff des "Gerechten Krieges" darauf abzielte, Kriegsführung ethischen Regeln zu unterwerfen und dadurch einzuschränken und zu zähmen, richtet sich die Fragestellung heute auf die Bedingungen eines nachhaltigen Friedens. Soziale Gerechtigkeit innerhalb einer Gesellschaft und auch in den internationalen Beziehungen der Staaten werden dabei als zentrale Voraussetzung ausgemacht. Die Kirchen sehen ihre Arbeit für die Versöhnung zwischen Völkern, in Ökumene und interreligiösem Dialog und vor allem auch in der Entwicklungszusammenarbeit als Bausteine einer Weltfriedensordnung, in der menschliche Sicherheit, also die Überlebenssicherung des Einzelnen, eine ebenso große Rolle spielt wie die Sicherheitsarchitektur der Staaten. Konfliktprävention und zivile Konfliktbearbeitung werden als prioritär gegenüber militärischer Intervention angesehen, der nur eine Rolle als - den politischen Dialog begleitende und im Rahmen der Vereinten Nationen verantwortete - ultima ratio zukommen darf.

EKBO - Entwicklungsdienst

EKD Friedensdenkschrift

Menschenrechte

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Grund- und Menschenrechte sind die Grundlage individueller Freiheit und gesellschaftlicher Beteiligung. Sie schaffen einen Schutzraum, in dem Menschen sich ohne ungerechtfertigte, unverhältnismäßige und willkürliche Eingriffe seitens des Staates und mitunter auch mächtiger privater Akteure entfalten können. Die Kirchen treten darum für hohe menschenrechtliche Standards in Deutschland, Europa und in den Heimatländern ihrer ökumenischen Partner ein. Neben klassischen Freiheitsrechten wie der Meinungs-, Presse-, Versammlungs- und auch der Religionsfreiheit rücken heute soziale und politische Rechte stärker in den Fokus, weil sie oft notwendige Bedingungen freier Entfaltung und menschlicher Sicherheit bilden. Die Kirchen fordern weltweit Grundrechte für sich und ihre Mitglieder ein, insbesondere das Recht, sich frei für einen Glauben entscheiden zu können und ihn dann öffentlich bekennen und feiern zu können. Sie treten aber auch als Anwältinnen von Menschen auf, die in anderen Grundrechten beschnitten werden, z.B. für Kleinbauern, denen über Jahrhunderte gewachsene Landrechte willkürlich entzogen werden, für politische Aktivisten, die für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eintreten, für die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution und für viele andere gefährdete Gruppen.

Interreligiöser Dialog

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Wer religiöse Vielfalt erleben will, muss heute nicht mehr weit reisen, denn sie ist längst in Berlin heimisch. Menschen aus über 180 Herkunftsländern leben hier, über 300 religiöse Gruppierungen gibt es. In einer Welt, die immer näher zusammenrückt, ist der Dialog keine Angelegenheit für wenige, sondern jede und jeder ist herausgefordert, sich über seinen/ Ihren eigenen Glauben klar zu werden und über das Verhältnis zu dem Glauben von Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen nachzudenken.

Die Evangelische Kirche sieht es als eine ihre wesentlichen zivilgesellschaftlichen Aufgaben an, Freiräume für Begegnungen und offenen Dialog zu schaffen. Sie ist daher in fast allen Dialog- und Begegnungsinitiativen in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz von Anfang an dabei und ein aktiver Partner.

Sie ist der Überzeugung: Dialog ist eine Grundnotwendigkeit, um den demokratischen Staat zu stärken. Interreligiöse und interkulturelle Kompetenz können als Schlüsselqualifikationen angesehen werden zur Befähigung, in einen echten Dialog eintreten zu können. Es geht jenseits von Beliebigkeit und behauptender Selbstgerechtigkeit darum, zum einen die eigene Sprachfähigkeit zu entwickeln (um seine eigene Überzeugung gelassen und klar zum Ausdruck bringen zu können) und zum anderen die eigene Hörfähigkeit gegenüber dem Anderen, der anders glaubt, auszubilden. Es geht um Respekt, vertrauensbildende Maßnahmen, orientierendes Wissen, eigene Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, Konflikte zu bearbeiten.

Veranstaltungshinweise, Fortbildungsangebote und Grundlagentexte zum interreligiösen Dialog finden Sie unter www.berliner-missionswerk.de/interreligioeser-dialog.html oder wenden Sie sich direkt an den landeskirchlichen Pfarrer für den interreligiösen Dialog, Dr. Andreas Goetze unter: a.goetze(at)bmw.ekbo.de.

Extremismus

Die Massenmedien prägen die Meinungen vieler Menschen- auch über Religion und Religionen. Dabei liegt der Fokus der Berichterstattung immer wieder auf extremistischen Ausprägungen, die es in allen Religionen und Weltanschauungen gibt und geben kann. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften verfügen allerdings über ein reiches spirituelles, theologisches und ethisches Potential in ihren Schriften und Traditionen, sich für einen friedlichen Dialog, ein gleichberechtigtes Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger auf der Grundlage der Menschenrechte einzusetzen.

Daher ist eine differenzierte Wahrnehmung der Vielfalt religiösen Lebens ist notwendig. Zudem sind die Konflikte dieser Welt mehrheitlich keine religiösen, sondern politische und soziale Konflikte (um Land, Macht, Wasserressourcen, aufgrund von Korruption etc.). Religionen und Weltanschauungen können solche Konflikte allerdings verstärken. Und religiöse Symbolik wird eingesetzt, um die eigene Handlung mit höchsten Weihen zu legitimieren.

Extremismus, der die eigene Position als „gut“ und alles andere als „böse“ definiert, konstruiert und verbreitet ein dualistisches („Schwarz-Weiß“) Weltbild. Offene Diskussion oder Selbstkritik wird abgelehnt. Andersgläubige werden aufgrund des eigenen exklusiven Anspruchs auf „die Wahrheit“ diskriminiert und im Extremfall auch mit Gewalt bekämpft.

Gegen den Irrglauben religiöser Fanatiker hilft nur – so paradox es klingen mag – Religion. Vernünftige und spirituell ausgerichtete Religion, die zu Selbstkritik und Humor fähig ist. Dazu ist religiöse Bildung unabdingbar, denn nur wer religiös nicht oder wenig gebildet ist, kann von Religion instrumentalisiert werden. Ich muss meine eigenen und die Traditionen der Anderen kennen – als Glaubender, aber auch und gerade, wenn ich nicht glaube. Daher stellt sich die Frage nach der Stärkung religiöser Bildung als versetzungsrelevantes Fach an öffentlichen Schulen.

Weitere Hinweise unter www.interreligioes-bmw.ekbo.de oder direkt beim landeskirchlichen Pfarrer für den interreligiösen Dialog, Dr. Andreas Goetze unter a.goetze(at)bmw.ekbo.de.

Völkermord an den Christen im Osmanischen Reich

Ohne  Erinnerung, ohne Anerkennung kann es keine Aussöhnung und keine Zukunft geben. Als Kirche ist es uns ein Anliegen, dass in unserer Gesellschaft das Wissen um den Völkermord an den Christen (Armeniern, Aramäern, Griechen, Chaldäern) im Osmanischen Reich 1915 wächst und als Genozid anerkannt wird. Er ist und bleibt ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, an dem auch das Deutsche Reich Verantwortung trägt.

Unsere Kirche hat an die Opfer des Völkermordes an den Christen im Osmanischen Reich vor 100 Jahren (Gedenktag ist der 24. April) erinnert und die Bundesregierung zum Engagement für religiöse Minderheiten aufgefordert. Der Völkermord an der christlichen Minderheit, bei dem 1915 bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen, muss von der ganzen Welt anerkannt und verurteilt werden, auch von der Türkei. Der schwere Schritt der Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist notwendig, um den Weg zur Vergebung zu öffnen, bittere Erinnerungen zu heilen und eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen. Angesichts der Mitverantwortung Deutschlands für den Völkermord bittet die Kirche das armenische Volk um Verzeihung. Als Deutsche wissen wir, welche geistliche, intellektuelle und gesellschaftliche Herausforderung die historische Aufarbeitung der Verbrechen des vergangenen Jahrhunderts darstellt. Diese Erfahrungen sind zugleich eine Ermutigung, für Versöhnung zwischen Armeniern und Türken einzutreten. Dafür bietet vor allem der Jugendaustausch eine Chance.

"Verantwortung verjährt nicht" - Erklärung der Synode der EKBO, 25.4.15

Kirchenasyl

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Die  Kirchen und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben sich zu einer konstruktiven Zusammenarbeit beim Kirchenasyl bekannt. Gemeinden, die Kirchenasyl anbieten, stellen weder den Rechtsstaat in Frage noch verwenden sie dieses bewährte christlich-humanitäre Instrument systematisch als Mittel politischer Kritik. Das Kirchenasyl hat sich in Berlin und Brandenburg seit über 30 Jahren in begründeten Ausnahmefällen als letztmögliches Mittel bewährt, wenn im Fall einer Abschiebung in ein anderes Land Leib und Leben bedroht sind. Bisher führte es in 90 Prozent der Fälle dazu, dass Flüchtlinge eine rechtlich geregelte Aufenthaltserlaubnis erhielten.

Kirchenasyl

Eine Welt

Die Güter dieser Welt sind begrenzt, ihre gerechte Verteilung und nachhaltige Nutzung sichern Frieden, Wohlstand und Zukunft für alle Menschen. Um Krieg, Armut und Umweltzerstörung entgegen zu wirken, setzen sich Kirchen weltweit in ökumenischer Verbundenheit für politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein, die dem Leben dienen. Der Kirchliche Entwicklungsdienst der Landeskirche, das Berliner Missionswerk und das gemeinsame Werk „Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst“ setzen sich für die Verankerung dieses „konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung“ im kirchlichen Leben ein – und kooperieren dazu mit Partnern in Staat und Zivilgesellschaft, im In- und im Ausland. Entwicklungspolitische Bildungsarbeit, Fairer Handel, Projektförderung und ökumenische Partnerschaften sind Handlungsfelder, in denen die christliche Verantwortung für die Eine Welt exemplarisch sichtbar wird.

EKBO Entwicklungsdienst

Berliner Missionswerk

Brot für die Welt

Weltweite Partnerschaften

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Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist durch ihr Ökumenisches Zentrum, das Berliner Missionswerk, weltweit mit fünfzehn Partnerkirchen und christlichen Organisationen in fast allen Erdteilen verbunden. Zum Teil gehen die Wurzeln dieser Beziehungen auf die Missionstätigkeit im 19. Jahrhundert zurück. Zum Teil handelt es sich auch um Partnerschaften, die im 20. und 21. Jahrhundert vertraglich neu vereinbart wurden.

So bestehen vertraglich geregelte Beziehungen zur United Church of Christ in den USA, zur Presbyterianisch-Reformierten Kirche in Kuba, zur Mekane-Yesus-Kirche in Äthiopien, zur Evangelical Lutheran Church in Southern Africa, zur Evangelical-Lutheran Church in Tansania, zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, zur Evangelischen Kirche (Nilsynode) in Ägypten, zur Church of England, zur Kirche von Schweden, zur Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK), zum Chinese Christian Council, zur United Church of Christ in Japan (Kyodan) und zur Presbyterian Church in Taiwan, zur Evangelisch-Lutherischen Kirche im europäischen Russland, zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien und zur Diözese Wroclaw der Evangelischen Kirche Augsburger Konfession in Polen sowie gute Kontakte zur Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses in Rumänien, zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands, zur Protestantischen Kirche in den Niederlanden und zur Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs. Die Gossner Mission, mit der das Berliner Missionswerk eng kooperiert, pflegt darüber hinaus die EKBO-Partnerschaft zur Gossner Kirche in Indien und zu kirchlichen Partnern in Sambia und zur United Mission of Nepal.

Dieses weltweite Vernetztsein fördert eine Offenheit und ein ökumenisches Lernen auf Augenhöhe, von dem die ganze Landeskirche profitiert.

Das Missionswerk pflegt diese Partnerschaften u. a. durch eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden anderer Sprache und Herkunft im geographischen Bereich der Landeskirche, durch einen intensiven Freiwilligenaustausch mit den Partnerkirchen und durch das gemeinsame Wirken mit den Partnern für eine friedliche und gerechte Welt und die Bewahrung der Schöpfung in mehr als 50 Projekten. Die Schwerpunkte dieser Arbeit liegen u. a. in diakonischer Tätigkeit, Ausbildung und Gesundheitsversorgung, der Kampf gegen die Aids-Pandemie, Schulbildung und Frauenförderung, Wasserprojekte und Wiederaufforstung. Ein besonderes Beispiel dieser völkerverbindenden und friedensstiftenden Arbeit ist die international angesehene Schule Talitha Kumi in Beit Jalla in Palästina.

Berliner Missionswerk

Lebenspartnerschaften

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Seit dem 1. Juli 2016 können sich auch gleichgeschlechtliche Paare in Berlin und Brandenburg kirchlich trauen lassen. Der Traugottesdienst hat wird dann genauso wie der zur Eheschließung von Mann und Frau aussehen: Es wird ein Trauversprechen und einen Ringwechsel geben. Der Gottesdienst wird durch eine Eintragung ins Kirchenbuch dokumentiert. Einen entsprechenden Beschluss hat die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am 9. April 2016 gefasst. Die EKBO ist damit nach Hessen und Nassau und der rheinischen Kirche die dritte der bundesweit 20 EKD-Mitgliedskirchen, die eingetragene Lebenspartnerschaften bei kirchlichen Hochzeiten mit klassischen Ehepaaren gleichstellt.

Die Synodalen haben das Kirchengesetz zur Gleichstellung von Gottesdiensten zur Segnung zweier Menschen in eingetragener Partnerschaft mit Traugottesdiensten (Partnerschaftsgleich­stellungs­gesetz ─ PGG) in zwei Lesungen beraten. 105 Stimmen wurden abgegeben, das Gesetz wurde mit 91 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen beschlossen. Damit wurden auch die Ergänzung zur Trauagende und die Anpassung der kirchlichen Rechtsvorschriften beschlossen.

Eingetragene Lebenspartner und Lebenspartnerinnen, die ihre Partnerschaft seit 2002 in der EKBO haben segnen lassen, können dies nachträglich auf Antrag beider Partner in die Traubücher eintragen lassen.

Weitere Infos unter:
www.ekbo.de/trauungfueralle