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Radwegekirchen in der EKBO

Die Kennzeichnung von Kirchen als Radwegekirchen ist eine vom Netzwerk "Kirche in Freizeit und Tourismus" von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ins Leben gerufene Initiative. Seit 2009 wir das grüne Signet verliehen, womit auch einheitliche Standards für Radwegekirchen gelten. 

Radwegekirchen liegen in unmittelbarer Nähe zu einem Radwanderweg und sind in der Regel in der Zeit von Ostern bis zum Reformationstag tagsüber offen und frei zugänglich. Vielerorts wird diese Regelung weiter gefasst und gilt auch für das Winterhalbjahr. Radwegekirchen garantieren einen geeigneten Platz zum Ausruhen, zugängliche Toiletten sowie Informationen zur Ortsgemeinde. Daneben laden die Kirchen vielerorts auch zur geistlichen Besinnung und Andacht ein. 

Auch im Gebiet der EKBO finden sich immer mehr Radwegekirchen. Wenn Sie Interesse haben, auch Ihre Kirche fahrradfreundlicher zu gestalten, melden Sie sich gerne bei uns!

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite der Initiative unter: https://www.radwegekirchen.de/ 

Kriterien einer Radwegekirche

Um das grüne Signet zu erhalten und als offizielle Radwegekirche aufgenommen werden zu können, müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. Zur Radwegekirche wird eine Kirche dann, wenn sie sich an der Route eines Radwanderweges befindet und die Kirchengemeinde oder eine Initiative die damit verbundenen Aufgaben übernimmt. Das Signet wird auf Antrag durch die Landeskirche vergeben. 

  • Die Kirche liegt in unmittelbarer Nähe zu einem Radwanderweg.
  • Die Kirche ist in der Zeit von Ostern bis zum Reformationstag (Allerheiligen) tagsüber frei zugänglich.
  • Die Kirche ist durch Hinweisschilder auf dem Radweg und an der Kirche als Radwegekirche gekennzeichnet (grünes Signet)
  • Der Kirchenraum ist als geistlicher Raum gestaltet.

Der Kirchenraum lädt zu Besinnung und Gebet ein:

  • durch seine äußere Ordnung,
  • durch die Auslage von geistlichen Texten,
  • durch einen Lichterbaum und/oder ein Anliegenbuch als speziellem Gebetsort.
  • Es gibt das Angebot von Andachten.
  • Es besteht Gelegenheit zur Seelsorge.

Das Außengelände ist für Radler/innen gastfreundlich gestaltet durch:

  • geeignete Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Gepäck,
  • Orte für die Rast (Tische und Bänke),
  • Zugang zu Trinkwasser und Toiletten.

 

Radler/innen sind dankbar für Auskünfte und Informationen:

  • über die nächstgelegene Fahrradwerkstatt oder private Pannen-Helfer,
  • zu Übernachtungsmöglichkeiten (z.B. Bed & Bike),
  • zum Verlauf des Radweges,
  • zu Sehenswürdigkeiten am Ort und in der Region.
  • Angebote von geistlicher Begleitung, Gelegenheit zur Seelsorge, Kirchenführungen
  • Bänke und Tische für eine Rast
  • Zugang zu Trinkwasser und Toiletten
  • Zugang zum Stromnetz zwecks Aufladen eines eBike-Akkus
  • Auskünfte und Informationen zu Wegeverlauf, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Fahrradwerkstätten und Ähnliches

Widmung der Dorfkirche Zeestow zur Radwegekirche am 27.09.2020

Ansprache von Martin Eiselt zur Widmungsveranstaltung

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Radfahrerinnen und Radfahrer

Wer von Ihnen war früher schon mal in einer Radwegekirche?

Was ist überhaupt eine Radwegekirche?

Es ist eine besondere Form der verlässlich geöffneten Kirchen.  Sie lädt zur geistlichen Besinnung und Andacht ein. Außerdem bietet sie Radtouristen einen geeigneten Platz für die Rast, einen Zugang zu Toiletten, Informationen zur Region oder zu Sehenswürdigkeiten.

Seit wann gibt es Radwegekirche? Schätzen Sie mal!

Die erste Radwegekirche Deutschlands wurde 2001 in Thüringen* geweiht. Im Jahr 2009 beschloss die Evangelische Kirche die Einführung der einheitlichen Kennzeichnung „Radwegekirche“, womit einheitliche Standards verbunden sind.

Wieviele Radwegekirchen gibt es in Deutschland? Schätzen Sie erneut!

Heute gibt es mehr als 280 evangelische und katholische Kirchen, die als Radwegekirchen ihre Türen öffnen. Das Signet wird von der Evangelischen Kirche verliehen. Es bedeutet, dass die Kirche in unmittelbarer Nähe zu einem Radweg liegt, im Zeitraum von Ostern bis zum Reformationstag tagsüber frei zugänglich ist, und einen geistlichen Raum darstellt.

Das Havelland ist Radfahrerland. Es ist flach und große Auen, Wiesen und Felder lassen das Auge schweifen. Das Psalmwort „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ wird gegenständlich. Durch diese schöne Landschaft führen mehrere Radwege und ein Zweig des Radweges „Rund um Berlin“ und eine der Routen des Regionalparks Osthavelland führen durch Zeestow.

Die Dorfkirche Zeestow wurde von 2011 bis 2014 nach einer längeren Periode des Verfalls instandgesetzt. Sie hat seitdem als Autobahnkirche vielen Reisenden einen willkommenen Ort der Ruhe und Einkehr geboten. Auch Radfahrende brauchen Pausen und bei allen Eindrücken schöner Natur wird die Ruhe und Besinnlichkeit einer Kirche für eine Pause sehr geschätzt. Die Bilder der 12 Apostel sind für alle mobilen Kunstinteressierte gleichermaßen wertvoll und ein Highlight auf der Tour. Die Radler können hier auch ganz praktische Dinge tun: den Akku vom Pedelec aufladen, die Vorräte an Wasser wieder auffüllen und die sanitären Einrichtungen benutzen.

Mit der Zusatzweihe einer Autobahnkirche zur Radwegekirche verbinden wir auch die Hoffnung, dass hier automobile Menschen mit Radfahrenden ins Gespräch kommen und auf diese Weise Informationen ausgetauscht werden. Ein noch besseres Miteinander wird so möglich. Gegenseitige Rücksichtnahme ist im Straßenverkehr elementar und ist auch ein Aspekt christlichen Selbstverständnisses. Jetzt gehe ich ein bisschen ins Detail, was Sie mir bitte verzeihen: Radler*innen müssen von Kraftfahrzeugen außerhalb von Ortschaften mit einem Abstand von mindestens 2 Metern überholt werden. Das wissen schlicht manche Autofahrer nicht. Wenn Ihnen Radfahrende hier in Zeestow erzählen, dass diese Regel wegen der Sogwirkung von 100km/h schnellen Autos notwendig ist, kann das einen Aha-Effekt auslösen. Automobile Menschen werden zukünftig Radfahrende so überholen, als würden sie ein anderes Auto überholen, also komplett auf der Gegenfahrbahn fahren.

Im nächsten Jahr wollen wir in der Kirche Informationsmaterialien über Fahrradtouren und Radtourismus auslegen. Wir hoffen, auf diese Weise Menschen, die bislang mehr Auto als Fahrrad gefahren sind, für eine Tagestour, ein Wochenende oder einen Urlaub auf dem Fahrrad zu gewinnen.

Wir freuen uns, dass wir heute die zusätzliche Widmung zur Radwegekirche vornehmen können. Im Internet ist die Dorfkirche Zeestow bereits seit ein paar Monaten als Radwegekirche verzeichnet und im Frühjahr haben wir bereits einen Radfahrer begrüßen können, der aufgrund der Internetlistung nach Zeestow radelte. Gleichzeitig Autobahn- und Radwegekirche zu sein, ist selten und im Bereich unserer Landeskirche ist diese schöne Kirche die erste, die beide Widmungen trägt.

Wir hoffen mit der nächsten Fahrradsaison auf viele radfahrende Besucher und Besucherinnen und hätten natürlich nichts dagegen, wenn irgendwann an schönen Tagen (sicher nicht bei regnerischen Herbstwetter wie heute) mehr Radfahrende die Kirche besuchen als Autofahrer.

Wir danken allen herzlich, die die tägliche Öffnung der Kirche ermöglichen. Besonderer Dank gilt Herrn Müller, der Tag für Tag den Dienst übernimmt, die Kirche morgens zu öffnen und abends zu schließen. Und besten Dank auch der Gemeinde Zeestow, die die Idee der Radwegekirche unterstützt hat. Zuletzt möchte ich auch dem Kreiskirchenrat danken, der die Idee der Widmung zur Radwegekirche positiv aufgenommen hat, obgleich doch die Autobahnkirche eines der großen Projekte des Kirchenkreises in den letzten Jahren war- Vielen Dank Ihnen allen.

Letzte Änderung am: 30.09.2020