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Informations- und Diskussionsplattform zur weiteren Erarbeitung des Klimaschutzgesetzes und des Umweltschutzgesetzes der EKBO (Bereiche Mobilität und Beschaffung, Land- und Forstwirtschaft)

Mit dieser Informations- und Diskussionsplattform möchten wir Sie einerseits über die weitere Erarbeitung des Klimaschutzgesetzes und des Umweltschutzgesetzes informieren und Ihnen andererseits die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch geben. Bitte nutzen Sie für Ihre Fragen, Anregungen, Hinweise und Diskussionsbeiträge das unten stehende Formular.  

Seit dem 1. Januar 2021 ist in unserer Landeskirche das Klimaschutzgesetz „Kirchengesetz zur Förderung des Klimaschutzes in der EKBO“ (KlSchG) in Kraft. Es bezieht sich im ersten Schritt auf die kirchlichen Gebäude, insbesondere auf Heizungen und sonstige Energieverbräuche sowie energetische Gebäudesanierung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Es baut auf dem Umwelt- und dem Klimaschutzkonzept der EKBO auf, die im Jahr 2014 und 2017 durch die Landessynode verabschiedet wurden. Weitere Informationen zum Umweltkonzept finden Sie hier, Informationen zum Klimaschutzkonzept hier.

In einem zweiten Schritt sollen im Rahmen des KlSchG nun auch die Bereiche Mobilität und Beschaffung sowie der Umweltschutz (Land- und Forstwirtschaft) geregelt werden.

In Bezug auf den Klimaschutz ist das Ziel benannt: bis zum Jahr 2050 sollen die CO2-Emissionen unserer Landeskirche auf Null gesenkt werden. Die Absenkung soll in erster Linie durch die Vermeidung von Emissionen geschehen. Sofern dies nicht möglich ist, kann nachgelagert auch eine Kompensation von Emissionen in Betracht gezogen werden.

Im Vergleich hierzu lassen sich in Bezug auf den Umweltschutz keine quantitativen Ziele fassen.  Mit dem Umweltkonzept ist eine Ausrichtung kirchlicher Umweltarbeit gesetzt worden, die sich an alle Ebenen der kirchlichen Arbeit richtet. Die im Umweltkonzept exemplarisch genannten Maßnahmen sind sehr weit gefächert und reichen von Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Angebote von Aktionen zum Umweltschutz in Kindertagesstätten, bis zu Maßnahmen zur biologischen Vielfalt, wie z.B. die Verankerung ökologischer Kriterien in die Pachtverträge der EKBO zur Verpachtung land- und forstwirtschaftlicher Flächen.

Nach bisheriger Planung sollen der Landessynode als beschließendem Gremium bis zum 31. Dezember 2021 ein Entwurf über weitere Maßnahmen zum Klimaschutz insbesondere in den Bereichen Mobilität und Beschaffung sowie bis zum 31. März 2022 ein Entwurf für ein kirchliches Umweltweltschutzgesetz vorgelegt werden. Momentan wird diese Zeitplanung überarbeitet und verlängert, auch um den verschiedenen kirchlichen Ebenen und Gruppierungen mehr Zeit für den Austausch und die Diskussion von möglichen Maßnahmen in den benannten Bereichen einzuräumen.

Vorbereitend werden die Entwürfe von verschiedenen Ausschüssen und Gremien, wie beispielsweise dem Ausschuss für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung oder dem Haushaltsausschuss beraten.

Einbezogen und geprüft werden sollen auch Vorschläge aus den Kirchengemeinden, Kirchenkreisen, kirchlichen Verwaltungsämtern und anderen Körperschaften der EKBO, für die das Klimaschutzgesetz Anwendung findet bzw. die mit der Umsetzung befasst sein werden. 

Ab Herbst 2021 sind EKBO-weite Informationsveranstaltungen zur Vorstellung und Diskussion einzelner Maßnahmen geplant. Auch die Kirchenkreise und Kirchengemeinden werden entsprechend informiert und zur Teilnahme eingeladen. Die Termine werden unter anderem über den Newsletter des Umweltbüros kommuniziert werden, wir werden aber auch Einladungen per Email versenden.

Anmeldung zum Newsletter unter umwelt(at)ekbo.de .

Für eine bessere Lesbarkeit und vergrößerte Darstellung laden Sie sich die Grafiken als Pdf-Datei hier herunter.

Die Grafiken als Pdf zum Download hier.

Bereich Mobilität  

Bereits im Umweltkonzept unserer Landeskirche (2014), aber auch im Klimaschutzkonzept (2017) werden konkrete Maßnahmen zur Förderung von mehr Umwelt- und Klimaschutz im Bereich Mobilität genannt.

Seitdem berät das Umweltbüro der EKBO Kirchengemeinden und Kirchenkreise zu möglichen Maßnahmen und unterstützt die Umsetzung entsprechender Projekte. Grundsatz der Arbeit bildet dabei das Prinzip der Nachhaltigkeitshierarchie „Vermeiden – Reduzieren – Effizienzsteigerung – Substituieren – Kompensieren“. (Leitbild Mobilität)  

Auch bei der Erarbeitung weiterer Maßnahmen im Rahmen eines Klimaschutzgesetzes im Bereich Mobilität dienen das Umwelt- und das Klimaschutzkonzept, die Nachhaltigkeitshierarchie sowie die bisherigen Erfahrungen in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden als Grundlage für den weiteren Prozess. Auch die Anregungen und Ideen aus dieser Informations- und Diskussionsplattform fließen in die grundsätzlichen und weiteren Überlegungen mit ein (siehe auch unter „Bisher eingegangene Beiträge und Ideen zur weiteren Bearbeitung“).

Mögliche Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Bereich Mobilität sind demzufolge folgende: 

  • die Förderung von mobilem Arbeiten und Videokonferenzen
  • die Anpassung der Reisekostenverordnung
  • die digitale Erfassung von Dienstkilometern
  • die Förderung der Nutzung von klimafreundlichen Fahrzeugen (ÖPNV, Fahrrad, E-PKW, E-Nutzfahrzeuge)
  • die Förderung von Carsharing-Modellen
  • die Förderung von E-Ladeinfrastruktur an kirchlichen Gebäuden
  • Kompensationsmaßnahmen für nicht vermeidbare Treibhausgase.

Gegenwärtig werden diese Maßnahmen in den verschiedenen Abteilungen des Konsistoriums geprüft und weiterentwickelt. 

 

Bereich Beschaffung

Auch für den Bereich Beschaffung sind bereits im Umweltkonzept unserer Landeskirche (2014), aber auch im Klimaschutzkonzept (2017) konkrete Maßnahmen zur Förderung von mehr Umwelt- und Klimaschutz genannt. Seitdem berät das Umweltbüro der EKBO Kirchengemeinden und Kirchenkreise zu möglichen Maßnahmen und unterstützt die Umsetzung entsprechender Projekte. Grundsatz der Arbeit bildet auch in diesem Bereich das Prinzip der Nachhaltigkeitshierarchie „Vermeiden – Reduzieren – Effizienzsteigerung – Substituieren – Kompensieren“. (Leitbild Beschaffung)  

Auch bei der Erarbeitung weiterer Maßnahmen im Rahmen eines Klimaschutzgesetzes im Bereich Beschaffung dienen die das Umwelt- und das Klimaschutzkonzept, die Nachhaltigkeitshierarchie sowie die bisherigen Erfahrungen in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden als Grundlage für den weiteren Prozess. Auch die Anregungen und Ideen aus dieser Informations- und Diskussionsplattform fließen in die grundsätzlichen und weiteren Überlegungen mit ein (siehe auch unter „Bisher eingegangene Beiträge und Ideen zur weiteren Bearbeitung“).

Im Bereich Beschaffung ist im Klimaschutzgesetz für den Bereich Gebäude und Energie bereits auch die Energiebeschaffung geregelt: ab dem 1. Januar 2022 darf Strom nur noch aus erneuerbarer Energie genutzt werden (KlSchG der EKBO). Entsprechend müssen die Lieferverträge nun umgestellt werden. Für Beschaffungen in den Bereichen Lebensmittel, Papier, IT-Technik und anderen Waren des kirchlichen Bedarfs könnte eine EKBO-weit einheitliche Beschaffungsverordnung den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden eine hilfreiche Grundlage für die Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasen bei Beschaffungsvorgängen sein. Entsprechende Regelungen werden in den verschiedenen Abteilungen des Konsistoriums gegenwärtig geprüft und weiterentwickelt.

 

Bereich Land- und Forstwirtschaft (sonstige Immobilien)

Der Bereich „sonstige Immobilien“ wurde bislang nicht in die Überlegungen zum Klima- und Umweltschutz einbezogen, und ist dementsprechend auch noch nicht im Klimaschutzkonzept unserer Landeskirche benannt. Obwohl der Bereich „sonstige Immobilien“ auch Friedhöfe, Garagenkomplexe, Pfarrgärten etc. einschließt, fokussieren wir unsere Überlegungen momentan auf die Bereiche Land- und Forstwirtschaft. Hier gibt es die mit Abstand größten Einsparpotentiale in Bezug auf Klimaschutz und den dringendsten Handlungsbedarf bezüglich des Umweltschutzes. Weiterhin bestehen hier konkrete Möglichkeiten, Regelungen zu erarbeiten, die sich rechtlich fassen und später auch umsetzen lassen.

Im Bereich Landwirtschaft sehen wir die dringendsten Herausforderungen in

  • der Verringerung der Artenvielfalt (z.B. Insektensterben),
  • der Eutrophierung („Überdüngung“) von Oberflächengewässern und Nitrat im Grundwasser,
  • arzneimittel- und multiresistenten bzw. antibiotikaresistenten Keimen in Oberflächengewässern,
  • den Treibhausgasemissionen (insbes. Methan / Lachgas) sowie
  • der Verdichtung und Verarmung der Böden.

 

Diesen Herausforderungen wollen wir begegnen durch

  • die Einschränkung der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln,
  • eine Reduzierung der Düngung,
  • das Verbot der Verwendung gentechnisch veränderten Materials,
  • landschaftsökologische Ansätze (Hecken, Blühstreifen, etc.),
  • das Einschränken der Ausbringung arzneimittelbelasteter Wirtschaftsdünger oder Klärschlämme,
  • eine verbindliche Festschreibung des Erhalts des Bodenkohlenstoffs (Humus) sowie
  •  angepasste Fruchtfolgen.

 

Ein offener Punkt in unseren Überlegungen ist der Umgang mit trockengelegten Feuchtgebieten und Mooren, und wie man hier zu einer Wiedervernässung kommen kann. Würde man diese Flächen renaturieren, blieben sie langfristig als Kohlenstoffspeicher erhalten, wären allerdings auch langfristig aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen und würden den Gemeinden nicht mehr als Pachtflächen und mögliche Einnahmequelle zur Verfügung stehen.

Unsere Überlegungen im Bereich der Forstwirtschaft sind noch nicht soweit gediehen. Problematisch ist unter anderem, dass nicht viel über die vorherrschenden Strukturen von Wald- bzw. Forstbesitz der Kirchengemeinden bekannt ist. Hier wird es noch einen Beratungs- und Diskussionsprozess geben, bevor dies konkretisiert werden kann. Die Herausforderungen, die sich im Bereich Forst ergeben, sind momentan allgegenwärtig. Wir werden uns auf jedem Fall mit der Frage des ökologischen Waldumbaus auseinandersetzen, um den kommenden Generationen möglichst trocken- und schädlingsresistente Wälder hinterlassen zu können, und wir werden uns mit der Art der Bewirtschaftung von Kirchenwald auseinandersetzen, hier auch insbesondere mit dem Einsatz von Holzvollerntern („Harvester“). Ein weiterer Aspekt, der momentan noch schwer zu fassen ist, ist die Nutzung von Wäldern als Kohlenstoffsenke und damit als Möglichkeit, Treibhausgase, die an anderer Stelle unvermeidbar sind, kirchenintern zu kompensieren. Vergleichbare Überlegungen werden auch schon durch die EU und durch die Bundesregierung angestellt.

 

Raum für Ideen und Fragen

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Letzte Änderung am: 24.06.2021