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Ein Gespräch mit Pfarrerin Susanne Noack

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Susanne Noack hat in Berlin und Krakau studiert und erste Praxiserfahrungen in der Seelsorge in Abschiebehaft gesammelt. Dass sie schließlich zum Vikariat ins Schlaubetal ging, nennt sie "ein großes Glück!" Dort habe siefestgestellt, dass es das ist, was sie kann und will: Pfarrerin sein. Und das ist sie nun in der Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) - Lebus.

Bianca Krüger: Was sind deiner Meinung nach deine Kernaufgaben im Pfarrdienst?

Susanne Noack:  Ich bin überzeugt davon, dass die allermeisten Leute eines Tages religiöse Fragen diskutieren: Mit sich oder den anderen. Ich stelle fest, dass Menschen Gottesferne beklagen, Gottesnähe erfahren, Trost suchen und von Hoffnung reden. Wann immer das der Fall ist, möchte ich ansprechbar sein. Ich möchte kompetent darin sein, die Relevanz religiöser Fragen für den jeweiligen Lebensalltag zu prüfen und zu vermitteln. Wenn viele Leute in Ostdeutschland der Kirche auch fern stehen, so ist doch einiges damit getan, wenn sie zumindest wissen, welche Art von Expertinnen und Experten sie dort antreffen können. Als Expertin für Religion im Lebensalltag bin ich angefragt in Kindergärten, Schulen, in Pflegeheimen, bei Gottesdiensten und Gedenkveranstaltungen, an Küchentischen und am Gartenzaun. Ich verkündige, verwalte, unterrichte. Und vor allem: Seelsorge mich um die Menschen in meiner Gemeinde und darüber hinaus.

Bianca Krüger: In welchen Bereichen wirst du in deiner ersten Stelle Schwerpunkte setzen?

Susanne Noack:  Weil ich zu 50 Prozent meiner Arbeit für Kinder, Jugendliche und Familien zuständig bin, sind die Schwerpunkte damit quasi gesetzt: Es ist mir wichtig, dass wir auch in der Kirche das tun, was durch die Anpassung pädagogischer Konzepte in der Gesellschaft an vielen Stellen bereits selbstverständlich geworden ist: Junge Leute als gleichwertige Gesprächspartnerinnen und Gestalter anerkennen, als diejenigen, die ebenso wie die Großen einen Anspruch darauf haben, christliche Gemeinschaft zu erleben, Spiritualität zu erfahren und über die Dinge, die sie betreffen, mitzuentscheiden. Echte Beteiligung im Gottesdienst soll mehr sein, als die Konfirmandin die Kollekte sammeln oder die Kinder ein Ausmalbild pinseln lassen. Mitsprache in Fragen des Gemeindeaufbaus bedeutet nicht nur, die ungetauften Eltern eines Christenlehrekindes zum Kuchenbacken heranzuziehen. Es müssen neue Formen gefunden werden und das nur unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen selbst, samt ihren Eltern, Großeltern, Nachbarinnen und Freunden. - Wahnsinn, das klingt nach einem großen Fest und richtig viel Spaß.

 

Letzte Änderung am: 29.03.2019