www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/ Newsmeldungen de www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.ekbo.de/ 18 16 Newsmeldungen http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 19 Jan 2021 09:38:42 +0100 Amtsarzt kritisiert 50er-Inzidenzwert https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/amtsarzt-kritisiert-50er-inzidenzwert.html
Savaskan sprach sich dafür aus, die Reisemobilität einzuschränken, die Quarantänezeiten einzuhalten und flächendeckend zu testen. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Freitestung von Reisenden im vergangenen Jahr: "Wenn Einreisende aus dem Ausland mit einem Test einreisen können und dann damit die Quarantänezeit umgehen können, dann muss man sagen, dann ist das infektiologischer Unsinn." Es brauche ein Minimum von zehn Tagen "Abkühlungszeit", um ganz sicher zu sein, dass man kein Virus einschleppe, so Savaskan.]]>
Landeskirchliche Nachrichten zum Corona-Virus Tue, 19 Jan 2021 09:38:42 +0100
Digitales Gedenken in Brandenburg am Holocaust-Gedenktag https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/digitales-gedenken-in-brandenburg-am-holocaust-gedenktag.html Oranienburg (epd). Am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar wird in Brandenburg diesmal mit digitalen Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen lade gemeinsam mit dem Landtag coronabedingt zu einem Online-Gedenken ein, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Montag in Oranienburg mit. Da sich in diesem Jahr der Überfall des NS-Regimes auf die Sowjetunion zum 80. Mal jährt, stehen die Opfer des Massenmordes an sowjetischen Kriegsgefangenen 1941 in Sachsenhausen im Mittelpunkt des Gedenkens.

Bei der größten Massenmordaktion im KZ Sachsenhausen wurden zwischen Ende August und Anfang November 1941 mehr als 10.000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Der Holocaust-Gedenktag erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945.

Unter den Online-Videobeiträgen zum Gedenken in Sachsenhausen sind den Angaben zufolge Grußworte der brandenburgischen Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) und von Stiftungsdirektor Axel Drecoll. Die digitale Gedenkveranstaltung soll am 27. Januar ab 10 Uhr auf der Homepage und den Social-Media-Kanälen der Gedenkstätte verfügbar sein.

Auch in der Gedenkstätte Ravensbrück ist den Angaben zufolge eine digitale Gedenkveranstaltung geplant. In der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel solle mit einer geschlossenen Veranstaltung im kleinsten Kreis an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, hieß es. In der Stadt wurden 1940 mehr als 9.000 Patientinnen und Patienten im Rahmen der sogenannten "T4-Aktion" ermordet.

Info
Die Online-Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen wird am Mittwoch, dem 27. Januar, ab 10 Uhr auf www.sachsenhausen-sbg.de übertragen. Die Online-Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Ravensbrück wird ab 17 Uhr auf www.ravensbrueck-sbg.de übertragen.

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Gedenken 1945 Kirche und Politik Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Mon, 18 Jan 2021 19:01:34 +0100
Polizei löst Gottesdienst auf https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/polizei-loest-gottesdienst-auf.html Die Polizei in Berlin hat am Sonntagabend wegen Missachtung der Corona-Schutzauflagen einen Gottesdienst mit rund 170 Erwachsenen und mehreren Kindern aufgelöst. Wie die Polizei am Montag mitteilte, trug keiner der Anwesenden eine Mund-Nasen-Bedeckung, Abstände seien nicht eingehalten worden. Bei der Gemeinde soll es sich um eine freikirchliche Pfingstgemeinde gehandelt haben.

Die Polizei war den Angaben zufolge von einer Anwohnerin in den Stadtteil Gesundbrunnen gerufen worden. Demnach fehlten vor Ort auch eine Anwesenheitsliste und die Vorlage eines Hygienekonzepts. Der Pfarrer der Gemeinde habe gegenüber den Einsatzkräften angegeben, dass er einen Gottesdienst mit 20 Teilnehmenden geplant hatte und von den vielen Besuchern überrascht wurde. Nach der Feststellung aller Personalien vor Ort konnten die Anwesenden die Räumlichkeiten der Gemeinde verlassen.

Alle Erwachsenen müssen nun mit Anzeigen wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen, hieß es. Laut aktueller Corona-Schutzverordnung sind in Berlin Gottesdienste unter strengen Hygieneauflagen erlaubt.

(epd)

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Mon, 18 Jan 2021 19:00:06 +0100
Neukölln gedenkt einsam Verstorbenen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/neukoelln-gedenkt-einsam-verstorbenen.html
Zum Auftakt der Gedenkfeier wurden im ganzen Bezirk die Kirchenglocken geläutet, um an die einsam Verstorbenen zu erinnern. Danach wurden in der Philipp-Melanchthon-Kirche alle Namen der einsam Verstorbenen verlesen. Es erklangen zudem kurze Musikstücke und literarische Texte. Die Feier war eine gemeinsame Aktion von Bezirksamt Neukölln, evangelischem Kirchenkreis, katholischer Kirchengemeinde Heilige Drei Könige Nord-Neukölln sowie der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul.

(epd) 

https://www.neukoelln-evangelisch.de/ ]]>
Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Mon, 18 Jan 2021 11:42:30 +0100
Sächsische Schüler der höheren Klassen wieder im Präsenzunterricht https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/saechsische-schueler-der-hoeheren-klassen-wieder-im-praesenzunterricht.html
Sie konnten sich zum Schulstart freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Das Angebot besteht laut Kultusministerium auch für das gesamte pädagogische Personal der öffentlichen und freien Schulen.
Nach den Winterferien, die vom 1. bis 7. Februar verkürzt stattfinden, soll das Testangebot auch für Schüler ab der siebten Klassenstufe sowie das pädagogische Personal an Schulen und Kindertageseinrichtungen bestehen. Sachsens Kultusministerium plant, dass alle Schüler am 8. Februar an die Schulen zurückkehren.

Kritik an den Schulöffnungen gibt es von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Lehrerverband. Auch der Landeselternrat äußerte Bedenken. An den Schulen herrscht zudem Unsicherheit, weil von den Bund-Länder-Gesprächen am Dienstag weitere Verschärfungen der Maßnahmen in der Corona-Pandemie erwartet werden.]]>
Landeskirchliche Nachrichten zum Corona-Virus Mon, 18 Jan 2021 10:39:53 +0100
"Brot für die Welt": EU-Klimafinanzierung braucht einheitliche Regeln https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/brot-fuer-die-welt-eu-klimafinanzierung-braucht-einheitliche-regeln.html
Die Studie belege, dass die EU-Mitgliedsaaten kein einheitliches Verständnis über die Klimafinanzierung hätten, erklärte das Hilfswerk. Demzufolge hätten 2018 nur Schweden, Deutschland und Norwegen mehr als 0,1 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts (BIP) für Klimafinanzierung bereitgestellt. Belgien und Österreich lieferten nur 0,02 Prozent ihres BIP. Andere schnitten noch schlechter ab wie etwa Portugal mit 0,0008 Prozent seines BIP. Mit insgesamt 6,3 Milliarden Euro habe Deutschland 2018 im Vergleich zu den anderen Mitgliedsstaaten den höchsten Beitrag zur Klimafinanzierung geleistet. Davon seien jedoch nur 56 Prozent (3,5 Milliarden Euro) Schenkungen gewesen, der Rest müsse von den Entwicklungsländern größtenteils zurückgezahlt werden.

## Internet
Studie "Setting the Standard" https://bit.ly/3ibJsCI]]>
Kirche und Politik Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Mon, 18 Jan 2021 09:35:57 +0100
Neuer Garnisonkirchturm soll dieses Jahr fast 60 Meter hoch werden https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/neuer-garnisonkirchturm-soll-dieses-jahr-fast-60-meter-hoch-werden.html Der neue Potsdamer Garnisonkirchturm soll in diesem Jahr etwa zwei Drittel seiner einstigen Höhe von knapp 90 Metern erreichen. Die Bauarbeiten seien seit dem Start 2017 "bis auf die zeitlichen Verzögerungen bei den Gründungsarbeiten termingerecht gut vorangekommen", sagte Wieland Eschenburg vom Vorstand der Garnisonkirchenstiftung dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Potsdam. Inzwischen sei der Rohbau des neuen Turms 27 Meter hoch.

Im Lauf der zweiten Jahreshälfte sollen voraussichtlich 57 Meter Höhe im Bereich der Aussichtsplattform erreicht werden, sagte Eschenburg: "Ein sichtbares Zeichen der zu erwartenden Höhe wird der Austausch des Baustellenkrans jetzt Ende Januar sein." Dessen Höhe werde nahezu verdoppelt. Größere Beeinträchtigungen bei den Arbeiten durch die Coronavirus-Pandemie habe es bisher bei den Bauarbeiten nicht gegeben.

"Wir setzen alles daran, dass wir einen Baufortschritt erreichen, der es ermöglicht, dass wir den Turm im Spätsommer 2022 zur Vorbereitung für die Nutzung übernehmen können", sagte Eschenburg: "Das setzt natürlich voraus, dass wir keine Beeinträchtigungen durch Witterung, weitere Preissteigerungen, Materialengpässe und so weiter erleben müssen und dass alle Kolleginnen und Kollegen der beteiligten Gewerke, Planer und Projektbetreuer weiterhin nicht durch Corona aus den geplanten Abläufen herausgerissen werden."

Als Gesamtkosten würden derzeit rund 44 Millionen Euro veranschlagt, sagte Eschenburg. Davon will der Bund mehr als 20 Millionen Euro beisteuern. "Es fehlen noch gut vier Millionen Euro, um insbesondere baulichen Schmuck, Glockenspiel und Läuteglocken finanzieren zu können", sagte Eschenburg. Die Stiftung sei jedoch derzeit wie andere "von Preissteigerungen und teilweise gegenüber den kalkulierten Leistungsverzeichnissen absurd erscheinenden Angeboten betroffen".

Die Stiftung bemühe sich zudem deutlich zu machen, "dass wir eben nicht in der geschichtsvergessen Ecke stehen, in die manch ein unreflektierter kritischer Begleiter uns gern wider besseren Wissens stellen möchte", sagte Eschenburg: "Wir wollen die gesamte Geschichte des Ortes erzählen." Fragen der "kritischen Begleiter nehmen wir ernst, denn aus kritischen Hinweisen können wir nur lernen".

Was mit dem historischen Standort des Kirchenschiffs geschehen soll, sei weiter offen, sagte Eschenburg: "Erst wenn der Inhalt steht, kann die passende Hülle entwickelt werden." Die Stiftung sei offen für Gespräche, sagte Eschenburg: "Aber aktuell gilt unsere Konzentration zunächst dem Bau des Turms."

(epd)

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Kirche und Politik Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sun, 17 Jan 2021 11:46:50 +0100
Gebetstag "EINS" für Einheit der Christen im Berliner Dom https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/gebetstag-eins-fuer-einheit-der-christen-im-berliner-dom.html
An dem Gebetsgottesdienst beteiligt waren auch der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) mit Generalsekretär Hans Joachim Ditz sowie Bischof Emmanuel von Christoupolis von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Der Gottesdienst unter dem Motto "EINS - in Christus. Gemeinsam Beten, Feiern, Handeln" wurde per Livestream online übertragen.

Anlass sind den Angaben zufolge die beiden Gebetswochen im Januar. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die seit dem 19. Jahrhundert im Januar begangen wird, und die Gebetswoche der Evangelischen Allianz, die 2021 ihren 175. Geburtstag feiert, folgen aufeinander. Die Allianzgebetswoche läuft noch bis Sonntag, die Gebetswoche für die Einheit der Christen findet vom 18. bis 25. Januar statt.

Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk, zu dem mehr als eine Million evangelikaler Christen aus Landes- und Freikirchen gehören. Gegründet wurde sie 1846 in London. In Deutschland gibt es rund 1.000 örtliche Allianzgruppen. Die 1948 gegründete Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland hat zurzeit 17 Mitgliedskirchen und acht Gastmitglieder.

(epd) 

 https://www.einsfuerberlin.de ]]>
Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sat, 16 Jan 2021 18:01:15 +0100
"Vielleicht ist das ein Impuls für Kirchen über die USA hinaus" https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/vielleicht-ist-das-ein-impuls-fuer-kirchen-ueber-die-usa-hinaus.html epd-Gespräch: Dirk Löhr

Der Martin-Luther-King-Experte Michael Haspel sieht im Einzug des afroamerikanischen Baptistenpredigers Raphael Warnock in den US-Senat "ein Signal für den ganzen Süden" der Vereinigten Staaten. Seine Wahl könne die Bildung zivilgesellschaftlicher Bündnisse gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit befördern, sagte Haspel dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Erfurt. Nach Einschätzung des Professors für Systematische Theologie am Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt könne das auch ein Impuls für Kirchen über die USA hinaus sein.

 epd: Der Angriff auf das US-Kapitol hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Wie schätzen Sie den Sieg von Pastor Raphael Warnock bei den Senatsnachwahlen in Georgia vergangene Woche ein - schließlich ist er nicht nur der erste Afroamerikaner, der für den Südstaat in den Senat einzog, sondern auch als Prediger ein Nachfolger von Vater und Sohn King an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta?

 Haspel: Warnock ist überhaupt der erste demokratische Afroamerikaner, der für einen der Südstaaten in den Senat einzieht. Das an sich ist ein historisches Ereignis. Es zeigt, dass sich die gesellschaftliche Situation im Süden ändert. Es war der Vater, Martin Luther King, Sr., der 1960 Kennedy und die Demokraten unterstützte, nachdem dieser sich für die Freilassung seines Sohnes Martin Luther King, Jr., aus einer völlig unangemessenen Haftstrafe eingesetzt hatte. Dass nun Raphael Warnock, der Nach-Nachfolger von King, Sr., Senator wird, ist ein großartiges Symbol für den Kampf gegen Rassismus und Weiße Vorherrschaft.

 epd: Welche Parallelen sehen sie bei Warnock und King?

 Haspel: Warnock hat wie King, Jr. das renommierte afroamerikanische Morehouse College absolviert. Er hat wie King seinen theologischen Doktorgrad an einer liberalen theologischen Fakultät im Norden erworben. Beide verbindet tiefe Spiritualität, die Predigt des Evangeliums der Liebe mit Engagement für gesellschaftliche Gerechtigkeit. Der große Unterschied ist, dass King nie für ein politisches Amt kandidiert hat. Er wurde von manchen als Kandidat für die Wahlen 1968 gehandelt, war aber realistisch genug zu wissen, dass er wegen seines Engagements nicht gewählt werden würde.

 epd: Kings Name ist unmittelbar mit dem Kampf für die Menschenrechte vor allem im Süden der USA verbunden. Kann die Wahl Warnocks als eine Art Schlusspunkt für Kings Lebenswerk angesehen werden?

 Haspel:
Das klingt mir zu abschließend. Ich würde eher sagen, dass Warnock auch ein Symbol dafür ist, wie sich progressive afroamerikanische Kirchen sowie Christinnen und Christen in demokratische und zivilgesellschaftliche Prozesse begeben und vernetzen, um für soziale Gerechtigkeit vor allem für die Benachteiligten einzutreten. Sie tun dies übrigens nicht nur durch kluge Forderungen, sondern durch konkretes Engagement in den Gemeinden. In der Bürgerrechtsbewegung im Süden in den 1950er und 1960er Jahren waren die afroamerikanischen Kirchen das Rückgrat der Bewegung. Heute sind sie Teil eines Netzwerkes. Warnocks Wahl könnte diese Entwicklung noch stärken, so dass sich breite zivilgesellschaftliche Bündnisse gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit bilden. Vielleicht ist das ein Impuls für Kirchen über die USA hinaus.

 epd: Wie konnten die Demokraten in Georgia, dem Konföderierten-Staat, der für die Sklaverei kämpfte, gewinnen?

 Haspel:
Die Demokraten waren historisch die Partei des Südens, die das Ausbeutungssystem der Versklavung und später die Segregation unterstützte. Durch die Bürgerrechtspolitik vor allem Präsident Johnsons sind die konservativen, rassistischen Demokraten des Südens zu den Republikanern gewechselt, die versucht haben, die rassistischen Wähler an sich zu binden. Das ist im Süden, aber auch bei den Präsidentenwahlen von Nixon, Reagan und zuletzt Trump gelungen. Erst durch die Zuwanderung in den wirtschaftlich boomenden Süden hat sich diese Konstellation vor allem in den Städten geändert. Auch viele Afroamerikanerinnen und -amerikaner sind in den Süden gegangen, nachdem es seit dem Bürgerkrieg Migration nur in die andere Richtung gab. Warnocks Sieg könnte ein Signal für den ganzen Süden werden.

 epd: Warum hat das so lange gedauert?

 Haspel:
Weil der Rassismus und die Vorstellung einer Vorherrschaft der Weißen zur politischen DNA der USA gehören. Die meisten Väter der Unabhängigkeitserklärung hatten eine Republik der Weißen vor Augen. Wirtschaftlich basierte - und basiert - das System auf der Versklavung und Ausbeutung der Schwarzen und heute Latinos. Politische und demografische Prozesse wirken jetzt zusammen. Und solche Prozesse dauern eben oftmals lange und Grundhaltungen wirken lange fort. Auch bei uns ist es so, dass an vielen Orten, wo die NSDAP stark war, heute NPD und AfD hohe Stimmanteile haben, rassistische Gewalt erhöht ist. Leider sind das oft historisch protestantische Gegenden.

 epd: Donald Trump konnte seinen Stimmenanteil auch bei den afroamerikanischen Wählerinnen und Wählern 2020 im Vergleich zu 2016 leicht ausbauen. Wie das?

 Haspel:
Viel stärker als bei uns sind in den USA persönliche Werte und Interessen für die Wahl entscheidend. Die größer werdenden migrantischen Mittelschichten, die von einer vermeintlich wirtschaftsfreundlichen Politik profitieren, unterstützen diese Politik zum Teil, obwohl Trump diese Gruppen abwertet. Bei Migrationsgruppen aus Kuba und Lateinamerika gibt es starke anti-sozialistische Affekte. Deshalb wurden die Demokraten als "Sozialisten" diffamiert. Bei den Latinas und Latinos ist der Anteil von Katholiken hoch, die Trumps Anti-Abtreibungspolitik unterstützen und dabei über seine persönliche Lebensführung hinwegschauen.

 epd: Viele sich modern gebende Amerikaner kommen zunehmend in Konflikt mit radikalen Christen und evangelikalen Hardlinern. Welche Rolle kann hier Pastor Warnock spielen?

 Haspel:
Das ist schwer zu sagen. Seine Absicht ist allerdings klar: Es geht ihm um die Sammlung und Versöhnung der Strömungen der Schwarzen Kirchen. Der Titel seines letzten Buches heißt: "The Divided Mind of the Black Church", also etwa "Das gespaltene Bewusstsein der Schwarzen Kirche". Es geht ihm um die Verbindung von Spiritualität und Gerechtigkeit, um die untrennbare Einheit von persönlichem Heil und gesellschaftlichem Heil und Wohlergehen. Auch das ist ein theologischer Impuls, der für unsere Strukturdebatten anregend sein könnte. Ob er damit allerdings die fundamental evangelikalen und charismatischen Strömungen, gerade die Trump-Unterstützer unter den Weißen, erreicht, ist fraglich.

 epd: Der kommende Montag ist der dritte im Januar und damit seit 35 Jahren ein gesetzlicher Feiertag. Warum konnte sich der Martin Luther King Day, der immer in der Nähe seines Geburtstages am 15. Januar liegt, noch nicht richtig durchsetzen?

 Haspel:
Diese Wahrnehmung teile ich nur partiell. Bei den Afroamerikanerinnen und -amerikanern hat sich der King-Day durchgesetzt und wird mit vielfältigen Aktionen und Bildungsprogrammen begangen. Augenfällig ist die Abstinenz vieler Weißer. Ich war erstaunt, als ich das noch relativ neue National Museum of African American History and Culture in Washington, D.C. besuchte, dass das Publikum fast ausschließlich aus People of Color bestand. Aber der King-Day hat sich als Auftakt für den Black History Month im Februar fest etabliert.

 epd: Seit einigen Jahren pflegen Sie im Zusammenhang mit Martin Luther King eine besondere Predigt-Tradition. Was planen Sie 2021?

 Haspel:
Wir werden am Sonntag nach dem King-Day, am 24. Januar, den inzwischen achten Martin Luther King-Gedenkgottesdienst in Weimar hygienekonform in der Jakobskirche feiern. Anlass für den Beginn dieser Tradition war der 50. Jahrestag des Besuches Kings in Ostberlin, der ja für die Kirchen in DDR bedeutsam und bis in die Friedliche Revolution hinein wirksam war. Mit dem Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus, über das King oft predigte, kommen zwei Aspekte in den Blick: Das Entscheidende ist nicht, dass der Reiche reich ist, sondern dass er die Armut und die Armen nicht zur Kenntnis nimmt. Und: Eigentlich wissen wir ja was los ist, aber schauen lieber weg - beim Klima, bei der weltweiten Armut, Migration und Ungerechtigkeit. Vielleicht schaffen wir ja, wie King, wie Warnock, hinzuschauen, zu sagen was ist, und zu tun, was nötig und möglich ist. We shall overcome!

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Kirche und Politik Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sat, 16 Jan 2021 17:57:54 +0100
Brandenburg fördert Sanierung der Maria-Magdalenen-Kirche Eberswalde https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/brandenburg-foerdert-sanierung-der-maria-magdalenen-kirche-eberswalde.html
Die Maria-Magdalenen-Kirche sei ein beeindruckender Bestandteil von Geschichte, Identität und kulturellem Erbe des Landes Brandenburg, erklärte Kulturministerin Manja Schüle (SPD). Sie hoffe, dass dort in diesem Jahr wieder Weihnachtsgottesdienste gefeiert werden können.

Die denkmalgeschützte Kirche aus dem 14. Jahrhundert war bei einem Brand am 2. Dezember 2019 stark beschädigt worden. Sie gehört laut Landesdenkmalamt zu den bedeutendsten hochgotischen Stadtpfarrkirchen Brandenburgs. Zur Ausstattung gehört unter anderem ein Anfang des 17. Jahrhunderts geschaffener Altaraufsatz, der als bedeutendes Werk der Spätrenaissance und als eines der Hauptwerke seiner Gattung in Brandenburg gilt.

Die brandenburgische Denkmalhilfe zur Sicherung und Sanierung von bedrohten Gebäuden sei in diesem Jahr um 370.000 Euro auf 1,87 Millionen Euro aufgestockt worden, hieß es weiter. Damit könnten voraussichtlich rund 50 Vorhaben gefördert werden. Insgesamt gibt es rund 24.500 eingetragene Denkmäler in Brandenburg, darunter rund 13.600 Bau- und Kunstdenkmäler.

(epd)]]>
Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 15 Jan 2021 19:14:15 +0100