www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/ Newsmeldungen de www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.ekbo.de/ 18 16 Newsmeldungen http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Fri, 16 Apr 2021 11:31:35 +0200 Gedenken an Corona-Tote am Sonntag in Berlin und bundesweit https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/gedenken-an-corona-tote-am-sonntag-in-berlin-und-bundesweit.html
Damit knüpfen sie an die in Januar ebenfalls von Steinmeier initiierte Aktion "#lichtfenster" an. Symbolisch soll an die Verstorbenen erinnert werden, heißt es in der am Freitag verbreiteten gemeinsamen Erklärung aller Ministerpräsidenten: "Viele geliebte und geschätzte Angehörige, Großeltern, Eltern, Partnerinnen und Partner, aber auch Freundinnen und Freunde, Bekannte, Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen sind in der Pandemie schon gestorben." Es sei wichtig, einen Moment innezuhalten.

Der Gedenkfeier am Sonntag im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt wird am Vormittag ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vorausgehen. Bei beiden Veranstaltungen ist die Zahl der Teilnehmer wegen der weiter angespannten Pandemielage stark begrenzt. Teilnehmen werden fünf Menschen, die Angehörige verloren haben, sowie die Spitzen der fünf Verfassungsorgane - neben Steinmeier Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haseloff (alle CDU) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth.

(epd) 

Hier geht's zum gemeinsamen Aufruf der Ministerpräsidenten]]>
Landeskirchliche Nachrichten zum Corona-Virus Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 16 Apr 2021 11:31:35 +0200
Bischof Stäblein: Antisemitismus entgegentreten https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/bischof-staeblein-antisemitismus-entgegentreten.html
Dazu gehöre die "Erinnerung an die Untaten von Propst Walter Hoff", der in der NS-Zeit bei den Deutschen Christen und in der NSDAP ein besonders antisemitisch eingestellter Pfarrer gewesen sei. Ebenso gehöre dazu ein neuer Umgang mit einer antijüdischen Schmähplastik im Kreuzgang des Brandenburger Doms, sagte Stäblein. Dort befinde sich eines der ältesten Exemplare einer sogenannten "Judensau"-Darstellung. Diese werde nun neu kommentiert.

Wenn, auf welchem Hintergrund auch immer, antijüdisches Gedankengut nicht benannt und so weiter tradiert werde, müsse dem entgegengetreten werden, betonte Stäblein: "Man kann oft nicht viel für das eigene Erbe, man kann aber etwas dafür, wenn die Bereitschaft fehlt, es aufzuarbeiten."

Auch in weiteren Bereichen, in denen Kirche Schuld auf sich geladen habe, seien Aufarbeitung und Anerkennung der Opfer nötig. Dies gelte besonders für sexuellen Missbrauch. "Das erlittene Leid anzuerkennen, indem wir die Menschen, die dies erlitten haben, hören, sie begleiten, sie auch materiell unterstützen, ist das mindeste", betonte der Bischof. Es dürfe keine Vertuschung und kein Verschweigen geben.

(epd)]]>
Landessynode Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 16 Apr 2021 11:30:03 +0200
EKBO-Synode hat digitale Tagung begonnen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/ekbo-synode-hat-digitale-tagung-begonnen.html
Die Synode vertritt rund 890.000 Protestanten in Berlin, Brandenburg und der ostsächsischen Region Görlitz. Das Kirchenparlament ist das oberste Leitungsgremium der Landeskirche. Es tagt in der Regel zweimal im Jahr und entscheidet unter anderem über Kirchengesetze.

Sinnvoll sei eine Zahl von mindestens 300 Gemeindemitgliedern, heißt es in einer Vorlage der Kirchenleitung für die Synode. Ende 2019 hätten fast 700 der damals knapp 1.200 Gemeinden der Landeskirche weniger als 300 Mitglieder gehabt. Im bundesweiten Durchschnitt seien es rund 1.530 Mitglieder gewesen.

Ziel der geplanten organisatorischen Veränderungen sei unter anderem, Kirchengemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer von verschiedenen Verpflichtungen zu entlasten und den Verwaltungsaufwand zu verringern, heißt es dort weiter. Über Mindestgrößen der Gemeinden soll dann im Herbst entschieden werden.

Weitere Themen der Frühjahrstagung sind unter anderem die Arbeit der fünf Berliner Citykirchen, Änderungen bei der kirchlichen Frauenarbeit und Familienbildung sowie eine Vereinheitlichung der Termine für die Wahlen zu den Gemeindekirchenräten. Das Rahmenthema für die vor wenigen Wochen begonnene sechsjährige Amtszeit der Synode lautet "Wer aufbricht, der kann hoffen".

(epd) 

Die Tagung wird im Internet übertragen unter www.ekbo.de/livestream ]]>
Landessynode Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 16 Apr 2021 11:28:34 +0200
EKBO-Synode kommt zu digitaler Tagung zusammen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/ekbo-synode-kommt-zu-digitaler-tagung-zusammen.html Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) befasst sich bei ihren zweitägigen Frühjahrsberatungen mit Gemeindestrukturen und weiteren Zukunftsthemen. Die digitale Tagung des Kirchenparlaments beginnt am Freitag mit einer Online-Andacht. Danach will Bischof Christian Stäblein Worte an das Kirchenparlament richten. In dem Bischofswort zum Auftakt der Synodentagungen werden traditionell gesellschaftspolitische und theologische Fragen thematisiert.

Zu den Schwerpunkten der Beratungen gehören unter anderem Fragen künftiger Mindestgrößen von Gemeinden und neuer, größerer Gemeindestrukturen. Sinnvoll sei eine Zahl von mindestens 300 Gemeindemitgliedern, heißt es in einer Vorlage der Kirchenleitung für die Synode, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Ende 2019 hätten fast 700 der damals knapp 1.200 Gemeinden der Landeskirche weniger als 300 Mitglieder gehabt. Im bundesweiten Durchschnitt seien es rund 1.530 Mitglieder gewesen.

Ziel der geplanten organisatorischen Veränderungen sei unter anderem, Kirchengemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer von verschiedenen Verpflichtungen zu entlasten und den Verwaltungsaufwand zu verringern, heißt es in der Vorlage der Kirchenleitung. Über Mindestgrößen der Gemeinden soll dann im Herbst entschieden werden.

Die 108 Synodalen vertreten rund 890.000 Protestanten in Berlin, Brandenburg und der ostsächsischen Region Görlitz. Die Synode ist das oberste Leitungsgremium der Landeskirche. Sie entscheidet unter anderem über Kirchengesetze.

(epd)

Info
Die dritte digitale Synodentagung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz beginnt am Freitag, dem 16. April, um 10 Uhr und endet am Samstag, dem 17. April.

Hier geht's zum Livestream der Synode

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Landessynode Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Thu, 15 Apr 2021 23:32:24 +0200
Neues Bündnis fordert sozialverträgliche Verkehrswende https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/neues-buendnis-fordert-sozialvertraegliche-verkehrswende.html
In dem Bündnis haben sich unter anderen der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Sozialverband VdK und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zusammengeschlossen, um das Ziel eines gerechten Wandels des Verkehrssektors voranzutreiben. Hinter dem Bündnis steht die Mercator-Stiftung. Es sei wichtig, ökologische, ökonomische und soziale Anliegen bei der Mobilitätswende zu verbinden, sonst gelinge diese nicht, betonte Lars Grotewold von der Mercator-Stiftung.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sagte, der öffentliche Nahverkehr müsse bezahlbar bleiben und barrierefrei werden. Vor allem im ländlichen Raum brauche es eine bessere Nahverkehrsanbindung. Dort sei der Individualverkehr immer noch auf das Auto ausgelegt, was Menschen mit Behinderung, Hochbetagten und jungen Menschen ohne Führerschein keine Teilhabe ermögliche.

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell betonte, es brauche keine Auto-Verbote, sondern gute Alternativen. Es müsse bei der Verkehrswende darum gehen, Ungleichheit abzubauen. Die CO2-Bepreisung, die seit Anfang des Jahres gelte, dürfe etwa nicht dazu führen, dass diejenigen Berufspendler, die auf das Auto angewiesen seien, dafür bezahlten, dass Menschen in urbanen Räumen einen ausgezeichneten Nahverkehr bekommen. Betriebe müssten Mobilitätsstrategien für ihre Mitarbeiter entwickeln. Zudem brauche es eine Investitionsoffensive von Bund, Ländern und Kommunen für den öffentlichen Nahverkehr trotz angespannter Haushaltslage durch die Corona-Krise. Die Investitionen müssten durch Steuermittel und Kredite finanziert werden. Es seien Investitionen, von denen auch künftige Generationen profitierten.

Die EKD-Referentin für Nachhaltigkeit, Ruth Gütter, sagte, der Einsatz für Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit sei eine Kernaufgabe des christlichen Glaubens. Die EKD setze sich seit langem für Umweltschutz ein und wolle selbst bis 2050 klimaneutral werden. Wichtig sei, dass es eine strukturelle Wende gebe, die nicht zulasten der Schwächeren gehe.

Das Bündnis hat ein Papier mit Handlungsvorschlägen erarbeitet, die jetzt mit Politik und Gesellschaft diskutiert werden sollen. Darin schlagen die Bündnispartner unter anderem die Erhöhung der Regelsätze der Grundsicherung für Mobilität vor, so dass diese für die Teilhabe am Leben und den Zugang zu klimafreundlicher Mobilität ausreichen. Zudem fordern sie verständliche und einheitliche Preis- und Buchungssysteme für Tickets. Auch die Arbeiterwohlfahrt, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) gehören dem Bündnis an.

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Papier Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende: http://u.epd.de/1tso PM EKD: http://u.epd.de/1tsp]]>
Kirche und Politik Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Thu, 15 Apr 2021 12:42:24 +0200
Brandenburg erinnert an Befreiung von Ravensbrück und Sachsenhausen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/brandenburg-erinnert-an-befreiung-von-ravensbrueck-und-sachsenhausen.html
In Ravensbrück werden am Vormittag neben Gedenkstättenleiterin Andrea Genest auch die Präsidentin den Internationalen Ravensbrück Komitees, Ambra Laurenzi, der Fürstenberger Bürgermeister Robert Philipp, Brandenburgs Frauenministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und die Schriftstellerin Mirna Funk erwartet. Im Anschluss an das "Ravensbrücker Vaterunser" und das jüdische Totengebet "Kaddisch" sollen Kränze niedergelegt werden, hieß es.

In der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg werden am Nachmittag neben Stiftungsdirektor Axel Drecoll auch Bundesaußenminister Heiko Maas und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) sowie der Generalsekretär des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Dik de Boef, erwartet. Dort soll auch eine Videobotschaft von Klaus Reichmuth gezeigt werden, der 1942 als Jugendlicher für mehrere Monate im KZ Sachsenhausen inhaftiert war, hieß es.

In einer Videoeinspielung werden den Angaben zufolge zudem Mitglieder des "Moka Efti Orchestra" das Moorsoldatenlied vortragen. Die Gedenkveranstaltung endet mit christlichen und jüdischen Gebeten und einer Kranzniederlegung.

(epd) 

Info
Die Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Ravensbrück beginnt am Sonntag, dem 18. April, um 10 Uhr. Die Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen beginnt am Sonntag, dem 18. April, um 15.30 Uhr. ]]>
Antisemitismus Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Thu, 15 Apr 2021 10:10:25 +0200
Brandenburg muss 60.000 Corona-Impftermine neu planen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/brandenburg-muss-60000-corona-impftermine-neu-planen.html
Da kein zusätzlicher Biontech- oder Moderna-Impfstoff zur Verfügung gestellt werden könne, müssten die Impfstoffe nun in anderen Bereichen eingespart werden, betonte Innenminister Michael Stübgen (CDU). Deshalb könnten in den Impfzentren weniger zusätzliche Erstimpftermine angeboten werden. Termine, die bereits vereinbart seien, würden jedoch nicht abgesagt. Jeder zugesagte Erstimpftermin bleibe bestehen.

Die Absicherung von Zweitimpfungen habe absolute Priorität, da die Geimpften sonst ihre Immunisierung verlören und wieder von vorne anfangen müssten, betonte Stübgen. Betroffen seien hauptsächlich Ärzte, Pflegepersonal, Polizisten und Mitarbeiter in gefährdeten Berufsgruppen. Deren Zweitimpfungen stünden ab nächster Woche an.

In Brandenburg haben nach Angaben des Innenministeriums seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember 429.294 Menschen mindestens eine Erstimpfung erhalten, 144.624 sind vollständig geimpft. Dies bedeutet laut Robert-Koch-Institut, dass in Brandenburg bis Mittwochfrüh 17 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner eine Erstimpfung und 5,7 Prozent eine Zweitimpfung erhalten haben. Im Bundesland leben rund 2,5 Millionen Menschen.]]>
Landeskirchliche Nachrichten zum Corona-Virus Wed, 14 Apr 2021 16:00:00 +0200
Ein einzelner Mönch gegen die gesamte Christenheit https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/ein-einzelner-moench-gegen-die-gesamte-christenheit.html
Martin Luthers Begegnung mit Kaiser Karl V. vor 500 Jahren in Worms gilt als Schlüsselmoment der Kirchengeschichte. Die berühmte Verteidigungsrede des Reformators trug entscheidend dazu bei, dass seine Ideen sich immer weiter ausbreiten konnten.

Worms (epd). Unzählige Schaulustige strömten auf die Straßen der Stadt Worms, als am 16. April 1521 ein von Reitern begleiteter Pferdewagen durch das Stadttor rumpelte. Nach einer beschwerlichen, zweiwöchigen Reise aus Wittenberg war der Theologie-Professor Martin Luther am Ziel: Wegen seiner provokanten Kritik an den Zuständen in der Kirche hatte er eine Vorladung zum Wormser Reichstag erhalten. Er sollte dort seine Thesen widerrufen. Die Ereignisse der kommenden Tage wurden zum Wendepunkt für die Kirchengeschichte - denn Luther blieb standhaft, widerrief nicht und die Reformation nahm ihren Lauf.

Dabei sei das Treffen mit dem Kaiser ganz anders verlaufen als es der Reformator erwartet habe, sagt der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, der als einer der besten deutschen Luther-Experten gilt: "Er hat die Vorladung nach Worms als Möglichkeit zur Disputation verstanden." Doch eine ernsthafte Debatte hatte der junge Kaiser Karl V. zu keinem Zeitpunkt auch nur erwogen.

Die Kirche hatte Luther bereits im Frühjahr 1521 wegen seiner Thesen exkommuniziert. Aber auch die weltliche Obrigkeit musste einer Verurteilung zustimmen, das sollte in Worms geschehen. Zunächst sah es nach Luthers Widerrufs-Verweigerung so aus, als hätten seine Gegner alle ihre Ziele erreicht: Die Verurteilung Luthers wurde bestätigt, mit dem "Wormser Edikt" bekräftigte Karl V. das Verbot aller Schriften des Reformators und erklärte ihn für vogelfrei.

Trotz einiger Fürsprecher unter den Mächtigen konnte sich der Reformator bei der Reise nach Worms nur bedingt auf das zugesicherte freie Geleit verlassen: Rund 100 Jahre zuvor war der böhmische Theologe Jan Hus im Vertrauen auf eine ähnliche Zusage zum Konzil nach Konstanz gereist und dort als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden.

Noch am Abend vor der Ankunft in Worms versuchte Reichsritter Franz von Sickingen, Luther im Oppenheimer Gasthaus "Zur Kanne" zu überreden, die Weiterfahrt abzubrechen und sich stattdessen auf seiner Ritterburg zu verstecken. Luther schlug das Angebot aus: "Wenn so viel Teufel zu Worms wären als Ziegel auf den Dächern, so wollt' ich hinein."

Zwei Tage später wurden Luther bei seinem ersten Zusammentreffen mit Kaiser Karl im Wormser Bischofspalast lediglich zwei Fragen gestellt: Ob die ihm zum Vorwurf gemachten anti-päpstlichen Schriften tatsächlich von ihm stammten und ob er sie widerrufe. Der Reformator bat sich noch eine Nacht Bedenkzeit aus.

"Der Kaiser hätte am liebsten kurzen Prozess gemacht", erklärt Ulrich Oelschläger, der Präses der hessen-nassauischen Kirchensynode und Luther-Beauftragte der Stadt Worms. Dass es überhaupt zu dem Treffen von Karl V. und Luther kam, habe an der verwickelten politischen Konstellation der damaligen Zeit gelegen. So benötigte der Kaiser die Unterstützung der Fürsten für seinen Krieg gegen die Franzosen. Deshalb musste er auch auf Luthers mächtigen Landesherrn, den sächsischen Kurfürsten Friedrich den Weisen, Rücksicht nehmen. "Die politische Struktur Deutschlands hat der Reformation früh Nischen geschaffen", steht auch für den Historiker Kaufmann fest.

Beim zweiten Verhör erklärte Luther dem Herrscher am 18. April 1521 in einer ausgefeilten Verteidigungsrede, er sehe sich durch die Bibel bestätigt und könne seine Ansichten nicht gegen das eigene Gewissen verleugnen. Der ihm häufig zugeschriebene Ausruf "Hier stehe ich und kann nicht anders" fiel dabei nicht wörtlich. Karl V. reagierte empört: "Es ist sicher, dass ein einzelner Mönch in seiner Meinung irrt, wenn diese gegen die der ganzen Christenheit steht, wie sie seit mehr als tausend Jahren gelehrt wird."

Dennoch konnte Luther Worms zunächst unbehelligt verlassen - möglicherweise auch deshalb, weil Karl V. und seine Berater einen Aufruhr in der Bevölkerung fürchteten. Als das "Wormser Edikt" im Mai veröffentlicht wurde, befand Luther sich bereits in Sicherheit auf der Wartburg bei Eisenach. Und in Teilen des Reichs ließen sich die Anordnungen des Kaisers gar nicht mehr durchsetzen. Die Anhänger der Reformation waren bereits zu stark geworden.

Luthers Rede vor dem Kaiser sei mit der Zeit zu einer Heldengeschichte aufgebaut worden, sagt Kirchenhistoriker Kaufmann. Für ihn ist der Wormser Reichstag sogar das erste Ereignis der Geschichte, dass dank Buchdruck und Flugschriften erfolgreich zu einem politischen "Event" umgeformt wurde. Die Reformation war nach Worms auch aus diesem Grund nicht mehr zu stoppen.

Dabei habe Luther selbst unmittelbar nach seiner Widerrufsverweigerung in einem Brief an Lucas Cranach noch Zweifel geäußert, ob er seine Position überhaupt hart genug verteidigt habe. Später sei das für ihn kein Thema mehr gewesen. "Je mehr Zeit verging, umso großartiger fand er sich selbst", berichtet Kaufmann.
Die evangelische Kirche will den 500. Jahrestag des Wormser Reichstags nicht als Heldenfeier begehen, sieht in Luthers wagemutigen Auftritt aber eine Sternstunde für Werte wie Haltung und Zivilcourage. Der Luther-Kenner Oelschläger erkennt dabei Parallelen zwischen dem Reichstags-Auftritt und aktuellen Debatten. So würden sich aktuell katholische Kirchenvertreter auch unter Berufung auf ihr Gewissen offen weigern, das Verbot von Segensfeiern für homosexuelle Paare zu akzeptieren. Glaubensinhalte könnten nicht von oben herab angeordnet werden: "Das funktioniert nicht mehr." ]]>
Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Wed, 14 Apr 2021 11:29:27 +0200
Nächtliche Ausgangssperren bei hohen Corona-Zahlen geplant - Kabinett bringt bundesweit einheitliche und strenge Regeln auf den Weg https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/naechtliche-ausgangssperren-bei-hohen-corona-zahlen-geplant-kabinett-bringt-bundesweit-einheitliche.html
Private Treffen müssen dann laut Entwurf auf ein Mindestmaß reduziert und Geschäfte sowie Freizeiteinrichtungen weitgehend geschlossen werden. Nur noch die Supermärkte oder andere wichtige Dienstleister wie Optiker oder Apotheken bleiben geöffnet. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen sind zwischen 21 bis 5 Uhr vorgesehen. Die Wohnung darf dann nur aus besonderen Gründen, etwa wegen medizinischer Notfälle oder zum Arbeiten, verlassen werden. Der Präsenzunterricht an Schulen und die Regelbetreuung in Kindertagesstätten sind ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 untersagt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, die Notbremse sei künftig nicht mehr Auslegungssache, "sondern sie greift automatisch". Bislang mussten die Bundesländer die strikteren Regeln umsetzen, was sie allerdings auch in der aktuell dritten Welle der Pandemie kaum taten. Merkel warb um Verständnis für die nochmaligen "Entbehrungen und Freiheitsbeschränkungen" und wies auf die laufende Impfkampagne hin. Seit die Hausärzte einbezogen seien, "gehen wir dem Licht am Ende dieses Tunnels mit immer größeren Schritten entgegen".

Nach dem Kabinettsbeschluss beraten Bundestag und Bundesrat über den Entwurf. Für eine schnelle Befassung noch in dieser Woche ist eine Fristverkürzung mit Zweidrittel-Mehrheiten nötig. Der Bundesrat muss dem Gesetz zwar nicht zustimmen, kann aber Einspruch einlegen.

Das Kabinett beschloss am Vormittag ferner, dass Unternehmen und Behörden verpflichtet werden, Beschäftigten, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens einen Corona-Test pro Woche anzubieten. Diese Änderungen der Arbeitsschutzverordnung sollen laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in der kommenden Woche in Kraft treten.

Die Neuregelungen stießen auch auf Kritik. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte in der RBB-Abendschau am Montagabend, bei den Beschränkungen dürfe man nicht über das Ziel hinausschießen, wie etwa bei einer möglichen Ausgangssperre.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) begrüßte es wiederum, dass der Bund künftig mehr Entscheidungsgewalt hat. Die Entscheidungen "von oben her" seien rechtssicherer, erläuterte er in Stuttgart. Die Ministerpräsidentenkonferenz, die bisher in Treffen mit Merkel Corona-Maßnahmen beschlossen hatte, sei kein Verfassungsorgan. Laut Geschäftsordnung müssten die Entscheidungen einstimmig gefällt werden. Die Einstimmigkeit sei aber bei der wichtigen Frage der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr herzustellen gewesen.]]>
Landeskirchliche Nachrichten zum Corona-Virus Wed, 14 Apr 2021 09:40:01 +0200
Berliner Bischöfe wünschen Muslimen gesegneten Ramadan https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/berliner-bischoefe-wuenschen-muslimen-gesegneten-ramadan.html
Der Ramadan beginnt in diesem Jahr am Abend des 13. April und endet am Abend des 12. Mai. "Nachdem die Christen und Christinnen mit dem Osterfest ihre Fastenzeit beendet haben, beginnt nun bei Ihnen der Fastenmonat Ramadan", heißt es in dem Grußwort: "Diese besonderen religiösen Zeiten stehen erneut ganz im Zeichen der Corona-Pandemie."

Die schwierige Situation könne Christen und Muslimen die Gelegenheit geben, die Fastenzeit intensiver zu erleben und sich das religiöse Anliegen des Fastens bewusster zu machen, betonen die Bischöfe. Barmherzigkeit und Solidarität seien wichtige Prinzipien beider Religionen. "Auf dieser Basis können wir gemeinsam eine Kultur des Mitgefühls aufbauen, uns gegenseitig unterstützen, um Kranken, Bedürftigen und Schwachen zu helfen", betonen Stäblein und Koch.

Die Pandemie habe vor Augen geführt, wie sich plötzlich das alltägliche Leben von heute auf morgen dramatisch verändern könne, betonen die Bischöfe. Im "Glauben an Gottes Beistand und in dem Wissen um den großen Wert zwischenmenschlicher Hilfeleistung können wir diese schwierige Zeit gemeinsam bestehen".]]>
Landeskirchliche Nachrichten zum Corona-Virus Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Tue, 13 Apr 2021 15:07:45 +0200