www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/ Newsmeldungen de www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.ekbo.de/ 18 16 Newsmeldungen http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sat, 19 Oct 2019 13:28:01 +0200 Berliner Theologe wird erster Antisemitismusbeauftragter der EKD https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/berliner-theologe-wird-erster-antisemitismusbeauftragter-der-ekd.html Hannover/Berlin (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bekommt einen Antisemitismusbeauftragten. Der Berliner Theologe Christian Staffa, Studienleiter an der Evangelischen Akademie zu Berlin, soll der erste "Beauftragte für den Kampf gegen Antisemitismus" der EKD werden. Das hat der EKD-Rat am Freitag in Hannover beschlossen, wie die EKD mitteilte. "Nicht erst der zutiefst beschämende Anschlag von Halle hat das bedrohliche Ausmaß antisemitischer Gewaltbereitschaft gezeigt", sagte der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Das neue Amt bringe zum Ausdruck, dass die evangelische Kirche unverrückbar an der Seite ihrer jüdischen Schwestern und Brüder stehe. Sie mache aber auch deutlich, dass die evangelische Kirche nicht zuletzt aus der Verantwortung für eigenes jahrhundertelanges Versagen jeder Form von Judenfeindschaft und Verachtung wachsam gegenübertreten werde. "Christlicher Glaube und Judenfeindschaft schließen einander aus", sagte Bedford-Strohm.

Staffa solle das Amt zunächst für die Dauer der Ratsperiode wahrnehmen, teilte die EKD mit - also bis 2021. Zu seinen Aufgaben gehöre die Unterstützung der Kirchenleitungen der 20 EKD-Gliedkirchen bei ihren Anstrengungen im Kampf gegen Antisemitismus. Der Antisemitismusbeauftragte ist wie andere Beauftragungen des Rates ein Nebenamt. Staffa soll das Amt ab sofort ausüben.

Christian Staffa wurde 1959 in Essen geboren und studierte in Berlin, Tübingen und Prag evangelische Theologie. Seit 1999 war er Geschäftsführer von Aktion Sühnezeichen, die internationale Freiwilligendienste für junge Menschen vermittelt. Der promovierte Theologe engagiert sich für den jüdisch-christlichen Dialog und hat sich mehrfach beruflich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandergesetzt. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zu Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Die Einsetzung eines EKD-Antisemitismusbeauftragten geht wesentlich auf den ehemaligen Kasseler Bischof Martin Hein zurück, der erstmals im August vergangenen Jahres dieses Amt in der evangelischen Kirche gefordert und in den zurückliegenden Monaten verstärkt darauf gedrungen hatte. Er freue sich, dass der Rat der EKD seinem Vorstoß nun gefolgt sei, sagte Hein dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag.

Hein nannte die Berufung Staffas eine "überzeugende Entscheidung". Wichtig sei es nun, dass sich der EKD-Beauftragte mit den Antisemitismusbeauftragten auf Ebene der Bundesländer, des Bundes und der Europäischen Union vernetze und zugleich die evangelische Kirche selbst in den Blick nehme. "Da tut sich negativ mehr, als wir glauben", sagte Hein, der im September als kurhessischer Bischof in den Ruhestand verabschiedet worden war.

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sat, 19 Oct 2019 13:28:01 +0200
Gedenken an Deportation Berliner Juden - Nachama fordert Erhalt des Mahnmals "Gleis 17" https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/gedenken-an-deportation-berliner-juden-nachama-fordert-erhalt-des-mahnmals-gleis-17.html Berlin (epd). Rund 250 Menschen haben am Freitag in Berlin an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 78 Jahren erinnert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mahnte bei der Gedenkfeier am Mahnmal "Gleis 17" am Bahnhof Berlin-Grunewald mit Blick auf den Holocaust, der deutsche Weg in das Verderben sei weder zufällig, noch unausweichlich gewesen. Aus der deutschen Geschichte erwachse die gemeinsame Verantwortung aller, gegen Antisemitismus aufzustehen. Der Anschlag in Halle in der vergangenen Woche habe das Ausmaß der Gewaltbereitschaft verdeutlicht.

Auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) rief dazu auf, sich gegen Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen einzusetzen. In der Nazizeit habe sich die Vernichtung der Juden vor aller Augen vollzogen, "kaum einer wagte zu intervenieren, leistete Widerstand", sagte Münch bei der Gedenkfeier, die von Schülern des Berliner John-Lennon-Gymnasiums und der Holocaustüberlebenden Ingeborg Geißler mitgestaltet wurde. An dem Gedenken nahmen unter anderem auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff teil.

Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte Osttransport den Berliner Bahnhof Grunewald in Richtung Litzmannstadt, heute Lodz. In dem Zug waren mehr als 1.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer. Insgesamt wurden in der NS-Zeit mehr als 50.000 Berliner Juden ermordet. Ab 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit. Ziele waren Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager unter anderem in Minsk, Riga, Warschau, Theresienstadt, Sobibor und Auschwitz.

Seit 2011 wird am Bahnhof Grunewald an die Deportationen erinnert. Die Initiative dazu ging von der Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Inge Deutschkron aus. Das Denkmal "Gleis 17" wurde von der Deutschen Bahn 1998 als Mahnmal zur Erinnerung an die Rolle der Reichsbahn im Dritten Reich errichtet.

Andreas Nachama, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum und Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, forderte bei der Gedenkveranstaltung die Deutsche Bahn auf, sich mehr für den Erhalt des Gedenkortes "Gleis 17" einzusetzen. Neben "spontaner Vegetation" sei der Ort durch Bauvorhaben gefährdet. Für den Ort sei es wichtig, dass dessen "Güterbahnhof-Umgebung" erhalten werde, sagte Nachama.


Internet
Infos zum "Gleis 17": http://u.epd.de/1cd5
www.orte-der-erinnerung.de

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 18 Oct 2019 14:28:16 +0200
Kirchenleitung muss sich mit Fragen zu Garnisonkirche befassen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/kirchenleitung-muss-sich-mit-fragen-zu-garnisonkirche-befassen.html Potsdam/Berlin (epd). Die Debatte über den Wiederaufbau des Potsdamer Garnisonkirchturms wird erneut Thema in der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. In einer "Frage an die Kirchenleitung", die bei der Synodentagung kommende Woche beantwortet werden soll und dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, bittet der Potsdamer Synodale Harald Geywitz unter anderem um Auskunft darüber, wie das kirchliche Konzept von Friedens-, Versöhnungs- und Bildungsarbeit am ehemaligen Standort der Garnisonkirche derzeit umgesetzt wird.

Weiter fragt Geywitz, ob es "über den einmal jährlich stattfindenden Potsdamer Friedensdiskurs hinaus, auf den die Resonanz eher gering ist, weitere Aktivitäten" gibt. Der Synodale erbittet mit Blick auf die Friedens- und Versöhnungsarbeit auch Auskunft darüber, ob "zukünftige Schwerpunktsetzungen oder entsprechende Planungen bekannt" sind und wie und mit welchen Mitteln sie umgesetzt werden.

In Potsdam sorgt unterdessen ein Vorstoß der Initiative "Mitteschön", das Kirchenschiff als Konzertsaal wieder aufzubauen, für Diskussionen. Dies hatte vor einigen Jahren bereits Brandenburgs Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) vorgeschlagen. Die Initiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" forderte am Freitag erneut einen "Bau- und Förderstopp für die Turmkopie".

Die Garnisonkirche wurde 1945 weitgehend zerstört und 1968 abgerissenen. Derzeit wird ein Neubau des Kirchturms nach historischem Vorbild errichtet. Das Projekt ist in der Stadt umstritten. Die preußische Militärkirche wurde 1933 von den Nazis zur Reichstagseröffnung genutzt.


Internet
www.ekbo.de
www.garnisonkirche-potsdam.de
www.ohnegarnisonkirche.wordpress.com
www.mitteschoen.de

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Landessynode Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 18 Oct 2019 12:30:00 +0200
Kirche im Sperrgebiet - Der Fall der Berliner Mauer hat die Sacrower Heilandskirche befreit https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/kirche-im-sperrgebiet-der-fall-der-berliner-mauer-hat-die-sacrower-heilandskirche-befreit.html Sacrow (epd). Einst von der DDR-Grenze abgeriegelt und entstellt, inzwischen Unesco-Weltkulturerbe: 1844 wurde die Sacrower Heilandskirche an der Havel vor den Toren Potsdams eingeweiht. Wie ein antikes Schiff, das am Flussufer vor Anker liegt, wird sie mitunter poetisch beschrieben. Doch 1961 fiel das Werk des preußischen Baumeisters Ludwig Persius der Politik zum Opfer. Die deutsch-deutsche Grenze verlief quer über das Kirchengelände. Der Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren war auch für das Denkmal eine Befreiung.

1961 wurde in der evangelischen Kirche der letzte Weihnachtsgottesdienst nach dem Mauerbau gefeiert, erst 1989 nach Öffnung der Grenze der nächste. Die Gemeinde der Sacrower Heilandskirche habe dies mit Unterstützung des Senats und des DDR-Übergangsregierungschefs Hans Modrow (SED) erreicht, schreibt der damalige West-Berliner Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) in seinen Erinnerungen über diesen Gottesdienst: "Man hatte Stühle, Kerzen und eine Bauheizung hergeschafft."

"Es war ein merkwürdiges Gefühl, als Manfred Stolpe uns vor der Hinterlandmauer empfing und an den Warnschildern des Grenzgebiets vorbei durch den Grenzzaun ins Niemandsland geleitete", schreibt Momper: "Ich empfand Beklemmung, als ich an den unbesetzten Wachtürmen vorbei durch den Todesstreifen ging."

Mit dem Bau der Mauer wurde einst der Glockenturm im italienischen Stil zum Teil der DDR-Grenzanlagen, die Betonplatten wurden direkt neben den Turm gesetzt. Wenige Tage nach dem Weihnachtsgottesdienst 1961 wurde der Innenraum samt Altar und Orgel auf dem von den DDR-Grenztruppen streng bewachten Gelände zerstört. Eine weitere Nutzung war damit nicht mehr möglich. Knapp drei Jahrzehnte stand die evangelische Kirche dann im DDR-Niemandsland im Sperrgebiet der Grenzanlagen.

Der angrenzende, einst von Peter Joseph Lenné angelegte Landschaftspark und das nahegelegene Gutshaus wurden vom Zoll der DDR genutzt. Garagen, andere Gebäude und eine Anlage zur Ausbildung von Zollhunden mit nachgebauter Grenzübergangsstelle wurden im Park errichtet.

Die Sacrower Heilandskirche war zwar noch von West-Berlin aus zu sehen, aber weder von Ost noch West aus zu erreichen. Mitte der 80er Jahre wurde auf Initiative des damaligen West-Berliner Regierenden Bürgermeisters Richard von Weizsäcker (CDU) nach langen Verhandlungen zwischen Kirche und DDR-Regierung die Fassade der Kirche instandgesetzt.

Von West-Berlin aus habe man "voller Staunen und Sehnsucht" zur Kirche hinüberblicken können, hat sich Weizsäcker einmal in einem Interview erinnert: "Die Heilandskirche stand da ungenutzt, allmählich verfallend." Dem späteren Bundespräsidenten, der damals auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehörte, gelang es, Mittel dafür aufzutreiben, obwohl die Heilandskirche für viele nicht ganz vorn auf der Prioritätenliste stand. Die EKD habe vor allem für die Gemeindehäuser in der DDR etwas tun wollen, hat Weizsäcker in dem Interview gesagt: "Und ich für die Heilandskirche."

Nur wenige Jahre später war die Kirche dann plötzlich wieder zugänglich. Selten habe die Beseitigung der Grenzanlagen der DDR auch optisch eine so befreiende Wirkung gehabt wie an der Sacrower Kirche, haben die Veranstalter der Reihe "Kulturland Brandenburg" die jüngste Geschichte des Bauwerks vor einigen Jahren zusammengefasst. Ein "selten schöner Ort" habe so durch den Mauerfall wiederhergestellt werden können.

Seit 1990 gehört die Heilandskirche mit ihren zierlichen Fassadenstreifen aus blau glasierten Kacheln, ihrem Säulengang am Wasser und dem freistehenden Glockenturm zum Unesco-Weltkulturerbe. Nach dem Ende der DDR konnte auch der Innenraum restauriert werden. Die Kirche ist zum beliebten Ausflugsziel und Hochzeitsort geworden. Seit 1995 werden dort wieder regelmäßig Gottesdienste gefeiert, einmal im Jahr wird zum Abschluss der Wassersportsaison zum Sportschiffer-Gottesdienst unter freiem Himmel eingeladen.

Die Geschichte der Heilandskirche und des Heiligabend-Gottesdienstes habe ihn immer besonders berührt, sagt der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge: "Die Mauer stand noch, doch die Todeszone hatte ihren Schrecken verloren." Menschen aus Ost und West hätten in dem entkernten Gotteshaus dicht an dicht beieinandergestanden, betont Dröge: "Im Niemandsland ereignete sich so am 24. Dezember 1989 das Wunder der Weihnacht."


Internet
www.heilandskirche-sacrow.de
www.ekbo.de

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Friedliche Revolution und Mauerfall Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Fri, 18 Oct 2019 11:22:25 +0200
Letzte Synodentagung mit Bischofswort von Markus Dröge https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/letzte-synodentagung-mit-bischofswort-von-markus-droege.html Berlin (epd). Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz kommt vom 23. bis 26. Oktober zu ihrer diesjährigen Herbsttagung zusammen. Auf der Tagesordnung der Beratungen in Berlin stehen unter anderem Reform- und Finanzfragen, die Neubesetzung der theologischen Leitung des Konsistoriums und die Einführung eines eigenes Intranets für die gesamte Landeskirche. Geplant ist unter anderem die Verabschiedung eines rund 417 Millionen Euro umfassenden Haushalts für 2020, für 2021 sind rund 426 Millionen Euro vorgesehen.

Bei der Synodentagung wird Bischof Markus Dröge zum letzten Mal in einem Bischofswort zu gesellschaftspolitischen und kirchlichen Fragen Stellung beziehen. Seine zehnjährige Amtszeit endet Mitte November mit seinem Ruhestand. Nachfolger im Bischofsamt wird Propst Christian Stäblein. Die Synode will in der kommenden Woche auch über die Nachfolge im Propstamt entscheiden. Kandidatinnen sind die Theologinnen Christina-Maria Bammel und Barbara Hustedt. Beide sind im Konsistorium der Landeskirche in Berlin tätig.

Die 114 Kirchenparlamentarier vertreten gut 900.000 evangelische Christen in Berlin, Brandenburg und der Region Görlitz in Sachsen. Mitglieder der Synode sind neben Bischof und Propst unter anderem die Vorsitzende der bundesweiten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und frühere Bundesministerin Irmgard Schwaetzer, der Jurist und frühere Verwaltungschef des Deutschen Bundestags, Harro Semmler, die Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität, Sabine Kunst, und der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann.


Info
Die Synodentagung wird am Mittwoch, dem 23. Oktober, um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in der Oranienburger Nikolaikirche eröffnet und am Donnerstag, dem 24. Oktober, um 9 Uhr in der Bartholomäuskirche in Berlin-Friedrichshain fortgesetzt. Die Wahl für das Propstamt ist dort am Freitag, dem 25. Oktober, ab 9 Uhr vorgesehen.

Internet
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Landessynode Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Wed, 16 Oct 2019 17:36:04 +0200
Glückwünsche zum 65. Geburtstag von Bischof Dröge - Ministerpräsident Woidke und Erzbischof Koch gratulieren https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/glueckwuensche-zum-65-geburtstag-von-bischof-droege-ministerpraesident-woidke-und-erzbischof-koch-gra.html Potsdam/Berlin (epd). Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch haben dem Berliner Landesbischof Markus Dröge zum 65. Geburtstag gratuliert. Dröge sei ein "Demokrat durch und durch", erklärte Woidke am Dienstag in Potsdam. Er kenne den Theologen als "Mann klarer Worte", der stets deutlich und unmissverständlich in seiner Haltung sei, betonte Woidke in einem Glückwunschbrief an den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Dröge feiert am Mittwoch seinen 65. Geburtstag.

Dröge stehe für eine "ökumenische Zusammenarbeit, die sich bewährt und Früchte trägt", erklärte Erzbischof Koch am Dienstag in Berlin. Dafür sowie für seine Offenheit, Freundschaft, für "gute Gespräche, manche Auseinandersetzungen und ein großes Vertrauen" gebühre ihm großer Dank.

Dass Dröge Sohn eines Diplomaten ist, habe er "in doppelter Hinsicht" als sehr angenehm wahrgenommen, betonte Koch. Er schätze die diplomatische und besonnene Art des Theologen "und gleichzeitig die im wahrsten Sinne des Wortes ökumenische, weltläufige Sicht auf die Welt, als deren Nabel wir Deutsche uns allzu oft missverstehen". Koch dankte Dröge zugleich für sein "gesellschaftspolitisches Engagement immer in einem guten Miteinander".

Dröge führe "immer aufs Neue das Gespräch mit Gleichgesinnten und Andersdenkenden", betonte Woidke: "Sie werden nicht müde, unsere Demokratie zu verteidigen und aktives Handeln für eine menschlichere Welt einzufordern." Vor der Lebensleistung des Theologen habe er "größten Respekt" und danke zugleich dafür.

Markus Dröge wurde am 16. Oktober 1954 in Washington D.C. in den USA geboren, war Pfarrer und Superintendent in Koblenz und wurde 2009 in Berlin zum Nachfolger von Bischof Wolfgang Huber gewählt. Der promovierte Theologe, der auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, geht nach zehnjähriger Amtszeit als Bischof Mitte November in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Berliner Propst Christian Stäblein gewählt.

Bischof Dröge habe sich in seiner Amtszeit als Brückenbauer zwischen Ost und West, aber auch zwischen den unterschiedlich geprägten Regionen der Landeskirche verstanden, erklärte die evangelische Landeskirche. Einer der Schwerpunkte seiner Amtszeit sei die Weiterführung des Reformprozesses gewesen. Bischof Dröge sei es ein großes Anliegen, für die ganz unterschiedlichen Regionen der Landeskirche belastbare Strukturen zu erarbeiten, damit die evangelische Kirche als eine "einladende, den Menschen zugewandte und auch gesellschaftlich engagierte Kirche erlebbar" sei.

Auch der christlich-jüdische und der interreligiöse Dialog seien ein wichtiges Thema Dröges, betonte die Landeskirche. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Amtszeit war die Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus.

Dröge wird nach Angaben der Landeskirche bis zum Ende der Wahlperiode 2021 im Rat EKD weiterarbeiten und Aufsichtsratschef im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung bleiben. Auch die Mittelost-Kommission der EKD wird er weiter leiten und den Vorsitz in den Kuratorien der Stiftungen beibehalten, die die Arbeit der EKD in der Erlöserkirche und auf dem Ölberg in Jerusalem tragen.

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Wed, 16 Oct 2019 13:54:37 +0200
Erste deutsch-polnische Bischofskonsultation an Oder und Neiße https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/erste-deutsch-polnische-bischofskonsultation-an-oder-und-neisse.html Berlin/Frankfurt an der Oder (epd). Zur ersten deutsch-polnischen ökumenischen Konsultation der Bischöfe an Oder und Neiße werden am Dienstag fast 20 evangelische und katholische Theologen aus beiden Ländern erwartet. Künftig seien regelmäßige ökumenische Konsultationen geplant, um auf Grundlage der "Charta Oecumenica" die gute Nachbarschaft der Kirchen weiter zu vertiefen und einen Beitrag zur europäischen Versöhnung und Annährung zu leisten, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin mit.

An der Konsultation am Dienstag wollen den Angaben zufolge unter anderem der evangelische Landesbischof Markus Dröge und der künftige Bischof Christian Stäblein, der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch sowie die katholischen Bischöfe Matthias Heinrich aus Berlin, Wolfgang Ipolt aus Görlitz und Heinrich Timmerevers aus Dresden-Meißen teilnehmen. Aus Polen werden sieben Bischöfe unter anderem aus Stettin, Breslau, Zielona Gora und Gorzow, dem früheren Landsberg an der Warthe, erwartet.

Als Termin sei bewusst der Namenstag der Heiligen Hedwig, der Patronin Schlesiens und deutsch-polnischen Brückenbauerin, gewählt worden, hieß es weiter. Zum Auftakt der Konsultationen will der Senior Primas von Polen und emeritierte Erzbischof Henryk Muszynski aus Gniezno ein geistliches Grußwort halten. Zum feierlichen Abschlussgottesdienst werden auch Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) und die Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Julia von Blumenthal, erwartet.

Internet
www.ekbo.de

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Ökumene Startseite Tue, 15 Oct 2019 12:21:09 +0200
Kirchliche Kunstauktion für Flüchtlinge erbringt 28.000 Euro https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/kirchliche-kunstauktion-fuer-fluechtlinge-erbringt-28000-euro.html Berlin (epd). Die 24. Kunstauktion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zugunsten von Migranten- und Flüchtlingsprojekten hat am Wochenende 28.000 Euro erbracht. Allein die Auktion vom Sonntag in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche habe 22.000 Euro eingespielt, sagte eine Sprecherin am Montag dem evangelischen Pressedienst (epd). Unter den Hammer kamen 112 Werke darunter Arbeiten von Kani Alavi, Elvira Bach, Max Beckmann, aber auch von jungen Künstlern wie Christian Awe, Judith Crawford, Christin Lutze und Mirjam Siefert.

Weitere rund 450 Werke wurden am Samstag und Sonntag im Galerieverkauf angeboten. Dieser erbrachte den Angaben zufolge 6.000 Euro. Die Schirmherrschaft für die Kunstauktion hatten die Entertainerin Gayle Tufts und Bischof Markus Dröge. Der Gesamterlös kommt traditionell Projekten für Flüchtlinge und Migranten zugute, die von der Landeskirche getragen oder gefördert werden. In den bisher 24 jährlichen Auktionen sind insgesamt mehr als 810.000 Euro zusammengekommen.

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Kabinettausstellung Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Mon, 14 Oct 2019 16:56:40 +0200
Dröge und Mazyek rufen zu christlich-islamischem Dialog auf https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/droege-und-mazyek-rufen-zu-christlich-islamischem-dialog-auf.html Berlin (epd). Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) will den christlich-islamischen Dialog vorantreiben. Der Dialog sei in den vergangenen Jahren spannungsreicher geworden, sagte Landesbischof Markus Dröge am Montag in Berlin bei der Vorstellung einer neuen kirchlichen Orientierungshilfe für Begegnungen mit Muslimen und Kontakte zu islamischen Organisationen. Für manche Menschen stehe bereits "der Dialog unter Verdacht", betonte Dröge. Dadurch entstehe eine feindliche Haltung gegenüber Muslimen.

Die Gefahr eines Generalverdachts auch gegenüber denen, die den Dialog führen, stehe im Raum, betonte Dröge. Die Debatte müsse dringend versachlicht werden. Die bereits "spannungsgeladene Situation" habe sich in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert, sagte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek. Die Antwort darauf sei jedoch "nicht weniger, sondern mehr Dialog".

Ziel sei auch, eine vertrauensvolle Basis zu finden, auf der auch kritische Fragen wie die Haltung zu den Menschenrechten und die Rolle der Frau thematisiert werden können, sagte Dröge: "Ein Dialog ist dann ein guter Dialog, wenn die eigenen Positionen auch benannt werden." Die "heiklen Themen und die heißen Eisen" müssten im Dialog angesprochen werden. Mazyek betonte, für den Dialog sei es wichtig, dass niemand seine Überzeugungen ablegen müsse. Jeder müsse für seinen Wahrheitsanspruch, seine Botschaft und seine Religion einstehen. Für den Dialog der Religionen gebe es inzwischen auch mehrere Kirchenbeauftragte in der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland.

Vertrauen zu wagen und auf Dialog zu setzen, bedeute nicht, dabei blauäugig und naiv zu sein, betonte der landeskirchliche Pfarrer für den interreligiösen Dialog, Andreas Goetze. Es sei jedoch "an der Zeit, nicht nur gegenseitig Forderungen" zu stellen, sagte Dröge. Der christlich-muslimische Dialog brauche ein neues Fundament.

Die fast 150 Seiten starke Broschüre mit Internettipps und Literaturverzeichnis gibt Informationen über muslimisches Leben in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz, über islamische Vereine und Organisationen, religiöse Traditionen. Ein Glossar erläutert Begriffe wie Scharia, Zuckerfest, Hodscha und Moschee und die "Fünf Säulen des Islam". Das Kapitel "Kontakte knüpfen mit einer Moscheegemeinde" gibt Hinweise für den Aufbau von Beziehungen.

Auch kritische Fragen sind nicht ausgespart. Voraussetzung für eine "gesellschaftlich bedeutsame und öffentlich wahrgenommene Zusammenarbeit" sei, dass alle Beteiligten die Menschenrechte, das Grundgesetz und das Gewaltmonopol des weltanschaulich neutralen Rechtsstaats anerkennen, heißt es in der Orientierungshilfe. Das bedeute jedoch nicht, dass dies bei christlich-muslimischen Begegnungen auf lokaler Ebene bereits vorab eingefordert werden müsse. Auch Christen werde schließlich keine Distanzierung von Kreuzzügen, Ketzerverbrennungen und Missbrauchsskandalen abverlangt.

Die Orientierungshilfe soll auch bundesweit in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) genutzt werden können, sagte Goetze. Die Broschüre sei ein Beitrag zur Förderung des Dialogs, betonte Mazyek: "Insgesamt finde ich es ein starkes Papier."

Info

Die Orientierungshilfe "Dialog wagen - Zusammenleben gestalten" wurde im Berliner AphorismA-Verlag veröffentlicht (ISBN 978-3-86575-084-6).

Internet

www.ekbo.de

www.zentralrat.de

www.aphorisma.eu

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Mon, 14 Oct 2019 15:08:37 +0200
Protestant gegen Populismus - Bischof Markus Dröge wird 65 Jahre alt https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/protestant-gegen-populismus-bischof-markus-droege-wird-65-jahre-alt.html
"Ich war ein ganz normaler kleiner amerikanischer Junge", hat Markus Dröge, der am 16. Oktober 1954 als Sohn eines Diplomaten in Washington D.C. geboren wurde, einmal seine Kindheit in den USA beschrieben: "Ich habe im Kindergarten Wahlkampf für Kennedy gemacht und ich kenne mich gut mit amerikanischen Süßigkeiten aus." In den USA hat er seine ersten sieben Lebensjahre verbracht.

Auch mit Berlin ist Markus Dröge bereits seit seiner Geburt verbunden. Seine Geburtsurkunde wurde vom Standesamt "Berlin 1" ausgestellt, das für im Ausland geborene Deutsche zuständig war. Kindheit und Jugend als Diplomatensohn mit Umzügen von Washington nach Bonn, Paris und Brüssel haben ihn dauerhaft geprägt. "Alle drei bis vier Jahre kommt innere Unruhe in mir hoch", hat er die Folgen einmal beschrieben. Dass er es trotzdem lange an einem Ort aushalten kann, hat er in den vergangenen Jahrzehnten als Superintendent in Koblenz und Bischof in Berlin bewiesen.

Nach dem Studium in Bonn, München und Tübingen trat der Enkel eines SPD-Reichstagsabgeordneten 1983 in Koblenz als Vikar seinen ersten theologischen Dienst an. Danach hat er als Pfarrer in zwei Gemeinden der Stadt gearbeitet. Er ist mit einer Zahnärztin verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Fünf Jahre lang hat Dröge in der rheinischen Kirche als Superintendent den Koblenzer Kirchenkreis mit damals 86.000 Mitgliedern geleitet und gehörte auch der rheinischen Synode an. Theologisch sieht er sich der Tradition der Barmer Theologischen Erklärung verbunden, mit der sich vor 85 Jahren die Bekennende Kirche in der NS-Zeit von den regimetreuen "Deutschen Christen" abgegrenzt hat.

Forderungen, die Kirche solle sich aus der Politik heraushalten, hat er vehement von sich gewiesen. Christsein müsse ein "Christsein der Tat" sein, hat der Bischof für rund 900.000 Protestanten in Ostdeutschland seine Überzeugungen zusammengefasst. Die Kirche müsse mit professioneller Diakonie "glaubwürdige Anwältin der Ausgegrenzten sein" und mit Kritik und Hilfe einschreiten, wo Menschen durch Armut ihre Würde geraubt werde. Und Politiker müssten dafür sorgen, "dass die Wirtschaft dem Leben dient".

In den vergangenen Jahren hat sich der Berliner Bischof für Reformen in der unter sinkenden Mitgliederzahlen leidenden Landeskirche stark gemacht. Manche Arbeitsbereiche müssten wohl künftig gemeinsam mit anderen Institutionen getragen werden, zum Beispiel der katholischen Kirche und auch nichtkirchlichen Trägern, hat er kürzlich in einem Interview gesagt. Ein gutes Beispiel dafür sei die Krankenhausseelsorge, die von den Krankenhausträgern mitfinanziert werde.

Der Politik hat er immer wieder die Leviten gelesen: Die gesetzliche Lage werde den Flüchtlingsproblemen nicht mehr gerecht, humanitäres Engagement allein wie das der Kirchen könne die Probleme nicht lösen, kritisiert Dröge: "Wir brauchen dringend eine stabile europäische Flüchtlingspolitik." Auch zur AfD hat der Bischof deutliche Worte gefunden: Der Rechtspopulismus sei ein "zivilisatorischer Rückschritt", betont er. Die "Lügengebäude der Rechtspopulisten" müssten mit klaren Worten entlarvt, die Menschenrechte und die Menschenwürde verteidigt werden.

"Nach außen bin ich sicherlich ein Bischof gewesen, der viel politisch Stellung genommen hat", hat Dröge kurz vor seinem Geburtstag in einem Interview gesagt. Das sei zwar nicht sein Ziel gewesen. Er habe jedoch gelernt, "dass es die Aufgabe des Berliner Bischofs ist, ein politischer Bischof zu sein". Diese Aufgabe habe er angenommen und auch gern ausgefüllt.

Auch im Ruhestand wird er zunächst weiter dem Rat der EKD angehören, Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung bleiben und weitere kirchliche Aufgaben übernehmen. Er freue sich jedoch auch auf die Aussicht, dann "nicht mehr nonstop diesen täglichen Mega-Stress zu haben", sagt er. Bisher sei seine Frau, die ihre Praxis in Koblenz hat, zwischen beiden Städten gependelt. Künftig werde er dies häufiger tun. ]]>
Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sun, 13 Oct 2019 18:19:54 +0200