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Sorbische Kinder feiern Vogelhochzeit

Bautzen/Dresden (epd). In den Kitas der sorbischen Oberlausitz haben Mädchen und Jungen am Dienstag Vogelhochzeit gefeiert. Traditionell pflegen die Sorben den Brauch mit den Jüngsten am 25. Januar. Vor allem in den Kitas sei dies üblich, unter anderem in Crostwitz und Radibor, sagte die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins, Katharina Jurk, dem Evangelischen Pressdienst (epd). Wegen der Pandemie seien Festumzüge mit den Familien derzeit nicht möglich. Zum Teil würden aber Videos für die Eltern und Großeltern aufgenommen.

Mädchen und Jungen feiern die Vogelhochzeit in traditioneller sorbischer Tracht. Traditionell spielen die Jüngsten mit Tanz und Gesang die Vermählung von Sroka (Elster) und Hawron (Rabe). Nachgestellt werden auch die Hochzeitsgäste, mit denen sich das Vogelbrautpaar zum Festumzug vereint. Oft ziehen die Hochzeitsgesellschaften in den sorbisch-katholischen Orten durch die Straßen - allerdings nicht in Pandemie-Zeiten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollte am Nachmittag in der Dresdner Staatskanzlei Vogelhochzeits-Kinder empfangen. Der sorbische Brauch „Ptaci kwas“ (zu deutsch: Vogelhochzeit) geht auf eine Sage zurück. Sie erzählt von der Vermählung von Elster und Rabe.

Am Vorabend des Festes werden traditionell leere Teller auf die Fensterbretter und ins Freie gestellt, früher sogar in die Schornsteine. Am anderen Morgen erwarten die Kinder dann Süßigkeiten sowie Gebäck in Vogel- und Nestform darauf. Damit bedanken sich die Vögel der Sage nach für die Fütterung im Winter. Der Brauch wird vor allem in den katholischen Dörfern um Bautzen und Hoyerswerda gepflegt.