Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
InstagramRSSPrint

Kinderschutz auf dem Smartphone

17.08.2020

Ich bekomme durch Zufall ein Gespräch mit, bei der ein vielleicht 10-jähriges Mädchen einem etwa gleichaltrigen Jungen sehr genau und mit Worten, die ich hier nicht wiederhole, erklärt, was Blowjobs, Analverkehr und Fisting ist und dass sie das gerne auch mal ausprobieren würde.

Der Junge ist nach den detaillierten, pornografischen Beschreibungen des Mädchens deutlich überfordert. Das Mädchen geht weiter und ergänzt, sie finde die Seiten mit den Videos bestimmt schnell wieder aufm Handy, dann könne er sich das ja mal mit ihr gemeinsam anschauen. Ich bin schockiert! Gar nicht mal über die Kinder, denn dass diese neugierig sind, ist vielleicht noch normal. Ich bin schockiert, weil die Eltern nicht weit entfernt sitzen und das Gespräch sicherlich mitbekommen haben müssten. Ich nehme all meinen Mut zusammen und spreche sie an und erhalte (nachdem mir gesagt wird, dass es mich nichts angehe) schließlich tatsächlich die Antwort, dass sie (die Eltern) da ja gar nichts machen könnten, weil die Kinder als Digital Natives sowieso viel weiter seien als sie.

Bitte, liebe Eltern, entzieht euch nicht eurer Verantwortung! Digital Natives heißt nicht Digital Professionals. Es stimmt, dass Kinder heutzutage mit einer Technik als Selbstverständlichkeit aufwachsen, die für ihre Eltern in ihrer Kindheit noch Science Fiction war, aber das heißt noch lange nicht, dass sie damit auch richtig umgehen können. Aus diesem Anlass gibt es nun hier ein paar Tipps, wie sich relativ leicht einige grundsätzliche Schutzmaßnahmen fürs Smartphone der Kinder einstellen lassen:

  • Zunächst: Kinder unter 8 Jahren sollten kein eigenes Smartphone besitzen.
  • Kinder unter 9 Jahren sollten kein Smartphone mit Internetzugang besitzen.
  • Gehen Sie die Einstellungen des Smartphones durch, sperren Sie "In-App-Käufe" und legen Sie "Bildschirmzeiten" fest, um die Zeiten einzuschränken.
  • Geben Sie das Kennwort für den Google Play bzw. App Store -Account nicht an die Kinder weiter
  • Installieren Sie (kostenlose) Kindersicherungen wie bspw. Kaspersky Safe Kids oder JusProg und passen Sie das Profil an das Alter Ihrer Kinder/Jugendlichen an, um z.B. den Zugriff auf Inhalte zu sperren, die dem Jugendschutzgesetz gemäß nicht für Kinder geeignet sind, wie bspw. Glücksspiel, Pornografie und Gewalt.

Und schließlich: Reden Sie mit ihren Kindern! Erlären Sie Ihnen, warum solche Schutzmaßnahmen notwendig sind, dass nicht alles, was man im Internet findet, dafür bestimmt ist, (von Kindern) nachgemacht zu werden und besuchen Sie mit ihren Kindern gemeinsam Seiten, die für sie geeignet sind.

Herzliche Grüße
Andreas Erdmann

Weitere Nachrichten zum Thema "Kirche im digitalen Raum"

Montag, 14.09.2020

Digitale Woche geht zuende

Am 14. September endet die Digitale Woche im Rahmen der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements...

Montag, 07.09.2020

"Digitalisierung ist Bildungsaufgabe"

Schon zweimal habe ich diesen Spruch gehört und stimme voll und ganz mit ein. Aus diesem Grund ist...

Montag, 31.08.2020

Das Handy als Webcam nutzen

Ältere Notebooks haben häufig keine integrierte Webcam. Bei neueren kann sie schnell mal kaputt...

Letzte Änderung am: 04.08.2020