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Woidke würdigt Engagement der Kirche für die Kohleregion Lausitz - Evangelische Landeskirche feiert Reformationstag mit Empfang in Cottbus

01.11.2018

Es sei ein wichtiges Zeichen, mit dem Reformationsempfang in Cottbus "dahin zu gehen, wo die Probleme mit Händen greifbar sind", sagte Woidke

Cottbus (epd). Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, haben dazu aufgerufen, den Strukturwandel in der Lausitz mit Zuversicht in Angriff zu nehmen. Dazu müssten die Menschen miteinander im Dialog bleiben, sagte Dröge beim Reformationsempfang der Kirchenleitung am Mittwochabend in Cottbus. Es müssten gemeinsam Wege in die Zukunft gesucht werden, der Gesprächsfaden aller Beteiligten dürfe auch beim Thema Braunkohle nicht abreißen.

Die Lausitz sei für die Menschen eine "Heimat, die neue Wege gehen muss", betonte Woidke. Aufgabe der Politik sei, diese Veränderungen gemeinsam mit den Menschen zu gestalten. Der Bergbau habe die Region fast ein Jahrhundert lang geprägt und dort auch Werte wie Solidarität, Zusammenhalt und gemeinsames Engagement vermittelt, betonte Woidke. Mit diesen Werten könnten auch die anstehenden Veränderungen vor allem durch den absehbaren Ausstieg aus dem Braunkohletagebau bewältigt werden. "Die Lausitz wird auch weiter viel erreichen können", sagte der Ministerpräsident.

Woidke würdigte dabei auch das Engagement der evangelischen Kirche. Es sei ein wichtiges Zeichen, mit dem Reformationsempfang in Cottbus "dahin zu gehen, wo die Probleme mit Händen greifbar sind", sagte Woidke. Dies sei auch Ausdruck der Verbundenheit mit der Region und mit dem Prozess des Strukturwandels. Die Kirche dürfe sich nicht in Nischen der Frömmigkeit zurückziehen, sondern müsse sich in gesellschaftliche Diskussionen einbringen, betonte der Ministerpräsident. Das Land brauche "eine Kirche, die Teil des Lebens der Menschen ist und sein will". Dafür stehe auch die evangelische Landeskirche, die "für alle Menschen" offen sei.

Cottbus sei in diesem Jahr immer wieder mit Fragen von Heimat, Wandel und Aufbruch konfrontiert worden, sagte Dröge. Flüchtlinge hätten den Menschen dabei vor Augen geführt, wie wenig Frieden in anderen Teilen der Welt herrsche und wie wenig die Menschenrechte dort Bestand hätten, betonte der evangelische Bischof: "Das alles ist nicht mehr weit weg." In der Stadt hätten sich viele Menschen auch vorbildlich um Flüchtlinge gekümmert. Wenn in populistischen Reden Angst und Vorurteile geschürt würden, müssten dem die Werte eines gemeinsamen Zusammenlebens entgegengehalten werden.

Weiter sagte Dröge, es sei wichtig, auch Veränderungen anzunehmen, die Möglichkeiten, die sie bieten, zu entdecken und unter den gegebenen Umständen eine neue Zukunft aufzubauen. Die Zukunft sei trotz aller Gefühle der Fremdheit eine Zukunft der Hoffnung, so der evangelische Landesbischof.

Am kirchlichen Empfang zum Reformationstages in der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus (BTU) nahmen mehrere Hundert Gäste teil. Der Empfang war dem Thema "Heimat - Aufbruch - Wandel" gewidmet. An dem Empfang nahmen auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) und weitere Politiker aus der Stadt, dem Bundesland und dem Bundestag teil.

Internet
www.ekbo.de
www.brandenburg.de