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Kritik am MDR-Film "Ewige Schulden"

14.02.2019

Ursprünglich sei unter dem Arbeitstitel "Woran glaubt der Osten" eine Dokumentation geplant gewesen, in der aus der "gegenwärtigen Perspektive die Situation des Glaubens beziehungsweise des Fehlens des Glaubens in den neuen Bundesländern" erzählt werden sollte.

Weimar (epd). Der MDR-Film "Ewige Schulden - Ostdeutschlands Kirchen und die Staatsleistungen" stößt nach einer Voraufführung im Erfurter Augustinerkloster in der vergangenen Woche auf einigen Widerspruch. So zeigte sich Thüringens frühere Ministerpräsidentin und Pfarrerin Christine Lieberknecht (CDU) irritiert über Inhalt und Ausrichtung des Films, berichtet die in Weimar erscheinende Kirchenzeitung "Glaube + Heimat" (Ausgabe vom 17. Februar). Der frühere Leiter des Katholischen Büros in Erfurt, Ordinariatsrat Winfried Weinrich, fühle sich gar getäuscht. Der Film soll am 18. Februar um 23.40 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden.

Ursprünglich sei unter dem Arbeitstitel "Woran glaubt der Osten" eine Dokumentation geplant gewesen, in der aus der "gegenwärtigen Perspektive die Situation des Glaubens beziehungsweise des Fehlens des Glaubens in den neuen Bundesländern" erzählt werden sollte, sagte Lieberknecht. Als Vorstandsmitglied der Bundesstiftung Aufarbeitung, die die Reportage mit 15.000 Euro unterstützt habe, zeigte sie sich verwundert darüber, dass das eingereichte Exposé zum Förderantrag mit dem nun vorgelegten Beitrag nichts mehr zu tun habe.

"Es ist ein Film, der die Vereinfacher, die Populisten, die Institutionen- und Demokratieverächter jubeln lässt", ärgerte sich Lieberknecht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk bewege sich mit diesem Film auf einem sehr schmalen Grat. "Heute sind es die Kirchensteuern, morgen die GEZ-Gebühren", warnte die CDU-Politikerin in der Kirchenzeitung. Die Stiftung erwäge eine Prüfung der Förderung.

Die Stiftung Aufarbeitung habe sich bereits von dem Film distanziert und darum gebeten, die Nennung als Förderer aus dem Abspann zu nehmen. Begründet worden sei dies damit, dass der Film in dieser Form nicht gefördert worden wäre, da er nur eine Meinung wiedergebe und das Thema in der gewählten Form nur ansatzweise mit dem Stiftungsauftrag zu tun habe, berichtet "Glaube + Heimat". Die Änderungen, die die Redaktionen des MDR und des NDR vorgenommen hätten, seien so mit dem Fördermittelgeber nicht abgesprochen gewesen, hieß es.

Kritik regt sich auch in der mitteldeutschen Landeskirche. Die aktuelle Finanzsituation und der gesellschaftliche Beitrag der Kirchen würden im Film nicht vorkommen. Die Autoren hätten sich Positionen der Humanistischen Union zu eigen gemacht, laute der Vorwurf der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Dazu wurde eine einseitige Auswahl der Gesprächspartner bemängelt. Beispielsweise sei der Finanzdezernent der EKM, Oberkirchenrat Stefan Große, gar nicht zu Wort gekommen.

Internet
www.glaube-und-heimat.de