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Besuch in Jerusalem

Eine Delegation von Berliner Missionswerk, EKBO und Jerusalemsverein besucht bis Sonntag Israel. Auch Bischof Markus Dröge ist dabei. In Jerusalem wurde der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) in sein Amt eingeführt. Die evangelische Schule Talitha Kumi in Beit Jala bei Jerusalem ist zudem nun ausgezeichnete Exzellenzschule.

Schulzentrum Talitha Kumi hat das Siegel "Exzellente Deutsche Auslandsschule" von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhalten – hier lernen christliche und muslimische Kinder gemeinsam

Nun ist es offiziell: Talitha Kumi trägt das Zertifikat „Exzellente Deutsche Auslandsschule". In einem bewegenden Festakt dankte Roland Herpich, Direktor des Schulträgers Berliner Missionswerk, allen, die in vielen Monaten dazu beigetragen hatten, dieses Gütesiegel zu erringen. Peter Beerwerth, der deutsche Gesandte in Palästina, betonte bei der Übergabe der Urkunde: „Talitha Kumi ist an einem besonderen Ort eine ganz besondere Schule!"

Seit 166 Jahren sind wir über Talitha Kumi mit dem Heiligen Land verbunden und sind somit ein Teil des Heiligen Landes", betonte Roland Herpich in seiner Dankesrede. Zugleich verwies er auf die unglaubliche Leistung des ganzen Schulteams, die die Auszeichnung erst möglich gemacht habe. „Hier in Palästina unter den schwierigen Rahmenbedingungen die Standards für das Zertifikat zu erfüllen, das war nur möglich dank gemeinsamer großer Anstrengungen."

Dies bestätigte Peter Beerwerth, der darauf verwies, dass Talitha Kumi nun zu einem weltweiten Netz von exzellenten deutschen Auslandsschulen gehört, die sich freiwillig strengen Qualitätsanforderungen unterwerfen. Talitha Kumi – vor 166 Jahren als Mädcheninternat gegründet – sei in den letzten Jahrzehnten stetig im Wandel begriffen gewesen: mit der Übersiedlung von Jerusalem nach Beit Jala, mit dem Wechsel der Schulträgerschaft, der Öffnung der Schule auch für Jungen und mit der Möglichkeit, das Deutsche Internationale Abitur abzulegen. „Welch große Tradition, welch beeindruckender Weg!"

Bei allem Wandel aber habe Talitha Kumi seinen Charakter bewahrt: Bis heute überzeuge die Einrichtung als eine Schule, die sich die Förderung von Frieden und Verständigung zur Aufgabe gemacht habe und die vor allem auch junge Frauen fördere. „Sie können stolz auf Ihre Schule sein!", so Beerwerth.

Bischof Markus Dröge: "Die Feier war sehr eindrucksvoll, von Schülerinnen und Schülern mitgestaltet. Eine palästinensische Schülerin hat in makellosem Deutsch eine Rede gehalten. Sie will mit dem Talitha-Abitur in Deutschland studieren."

Mehr Infos gibt es hier und unter www.talithakumi.org

 

Bischofseinführung

Am 12. Januar ist in Jerusalem der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL), Sani Ibrahim Azar, in einem feierlichen Gottesdienst, zu dem mehr als 150 Gäste aus aller Welt angereist waren, in sein Amt eingeführt worden. „Ich freue mich sehr, gemeinsam mit Ihnen unsere Partnerschaft fortzusetzen!“, betonte Markus Dröge, der einen Segen sprach. Gemeinsam mit Roland Herpich überreichte er als Geschenk den Bischofsring.

Bevor der Gottesdienst in der Erlöserkirche von Jerusalem begann, waren die offiziellen Teilnehmenden in einer feierlichen und eindrucksvollen Prozession durch die Altstadt gezogen, begleitet von Glockengeläut und dem Spiel zweier Pfadfinder-Gruppen mit Dudelsäcken. Vor der Kirche wurde der neue Bischof mit lauten „Barhoum“-Rufen empfangen. Unter dieser Koseform des Vornamens Ibrahim kennen ihn hier alle.  

Auch im Gottesdienst brandete immer wieder Beifall auf, vor allem, als Vorgänger Munib Younan Bischof Azar unter der Mitwirkung und dem Segen von 16 Bischöfen aus der ganzen Welt in sein Amt einführte. Zu den vielen bewegenden Momenten gehörte der Augenblick, in dem der neue Bischof den Ring aus den Händen von Bischof Dröge und Roland Herpich entgegennahm.  

Später ergriff Bischof Dröge das Wort für die EKBO und das Berliner Missionswerk: „Dass wir so zahlreich gekommen sind, zeigt, wie eng wir uns mit Ihrer Kirche verbunden fühlen.“ Er selbst sei vor 30 Jahren, zur Zeit der ersten Intifada, zum ersten Mal in Bethlehem gewesen. „Mit großem Respekt sehe ich, wie die Menschen hier in dieser spannungsreichen Situation ihr Christsein leben und wie sie die Botschaft des Friedens und der Gerechtigkeit weitergeben.“ Azar gilt als zurückhaltender aufgeschlossener und zugewandter Pfarrer, dessen erklärtes Ziel es ist, den Menschen im Heiligen Land trotz der schwierigen Bedingungen Perspektiven aufzuzeigen.

Ibrahim Azar (56) ist Nachfolger von Dr. Mounib Younan, der nach zwanzig Jahren im Bischofsamt in den Ruhestand geht. Azar besuchte die lutherische Schule in Bethlehem, studierte Evangelische Theologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und wurde 1988 ordiniert. Er ist Vater von drei Töchtern.

„Sani Ibrahim Azar engagiert sich mit ganzer Kraft für die evangelischen Christen im Heiligen Land“, betont Roland Herpich. „Ich kenne ihn seit vielen Jahren und schätze seine besondere Gabe, auf Menschen zuzugehen und sich auf sie einzulassen.“ Diese Gabe sei in der konfliktbehafteten Nahost-Region heute wichtiger denn je. „Die evangelischen Christen im Heiligen Land brauchen einen Bischof, der Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft ausstrahlt.“ Azar liege der Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Konfession und Religion sehr am Herzen. „Ich freue mich auf eine weitere enge Zusammenarbeit und wünsche Ibrahim Azar für seinen Dienst Gottes Segen.“

Die ELCJHL ist Partnerkirche der EKBO und des Berliner Missionswerkes. Sie ist in sechs Gemeinden in Jerusalem, Bethlehem, Ramallah, Beit Jala, Beit Sahour und Amman (Jordanien) organisiert. Die ELCJHL ging aus dem Wirken deutscher Protestanten im Heiligen Land hervor, die im 19. Jahrhundert begann. 1851 gründeten Theodor Fliedner und zwei Kaiserswerther Diakonissen das Mädcheninternat Talitha Kumi in Jerusalem. Aus diesem ist das heutige Schulzentrum in Beit Jala hervorgegangen, das sich heute in Trägerschaft des Berliner Missionswerkes befindet und das mit den Schulen der ELCJHL eng vernetzt ist.

Mehr Infos finden Sie hier und hier


Zur Delegation von Berliner Missionswerk, EKBO und Jerusalemsverein gehören neben Bischof Markus Dröge und Roland Herpich u.a. Regionalbischöfin Heilgard Asmus (EKBO), Kirchenpräsident Joachim Liebig (Ev. Kirche Anhalts) sowie Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Propst i.R. Matthias Blümel, Alt-Bischof Dr. Johannes Friedrich (alle Jerusalemsverein) sowie der Geschäftsführer des Jerusalemvereins, Pfarrer Jens Nieper. 

 

 

Letzte Änderung am: 25.01.2018