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Bischof Markus Dröge, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und Generalsekretärin des Kirchentags Ellen Überschaer stellen das Programm vor. Foto: EKBO

Bischof Markus Dröge, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und Generalsekretärin des Kirchentags Ellen Überschaer stellen das Programm vor. Foto: EKBO

RSSPrint

Highlights des Kirchentags

Abend der Begegnung, Festwochenende und Diskussionen

Der Zähler auf unserer Startseite ist längst beim Countdown: Nur noch wenige Tage, bis sich etwa 200.000 Menschen versammeln, um gemeinsam den Kirchentag in Berlin und Wittenberg zu feiern. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen und die Mitarbeiter immer aufgeregter: 2500 (!) Veranstaltungen – Gottesdienste, Konzerte, Ausstellungen, Diskussionen, Märkte, Picknick...

Und da steht natürlich die Frage im Zentrum: Welche Feiern und Veranstaltungen darf man nicht verpassen? Welche Höhepunkte stehen auf dem Programm?

Christina Aus der Au, die Präsidentin des Kirchentags, erklärte bei der Vorstellung des Programms, dass im Zentrum der gesamten fünf Tage der Dialog stehe: „Nicht allein über Menschen werden wir reden, auch nicht über Flüchtlinge oder über Andersdenkende. Wir werden miteinander reden, einander zuhören in reformatorischer Gelassenheit und streiten mit protestantischem Selbstverständnis. Das ist der Beitrag des Kirchentags in einer Zeit verbaler Provokationen und Angriffe auf einen gesellschaftlichen Grundkonsens.“

Diskussionen mit Merkel, Steinmeier und Thierse

„Engagiert Demokratie gestalten“, ist der Titel der Diskussion mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama am Donnerstag, 25. Mai, um 11 Uhr am Brandenburger Tor. Am Samstag, 27. Mai, diskutiert der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Direktorin des Potsdamer Einstein Forums Susan Neiman um 11 Uhr zu einem ebenfalls spannenden Thema auf dem Berliner Messegelände (Halle 25): „Ist die Vernunft noch zu retten? Verantwortliches Handeln in der Gegenwart“. Politisch bleibt es auch im Gespräch zwischen dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und dem Sozialpsychologen Andreas Zick am Samstag um 15 Uhr in der Halle 20: „Angst ist kein politisches Argument – Wie die Demokratie Streit aushält“. (Hier geht's zur Programmübersicht)

Aber neben der Möglichkeit zum politischen Streitgespräch bietet der Kirchentag natürlich auch reichlich Anlass und Gelegenheiten zum gemeinsamen Feiern. Wer so richtig in Kirchentagsvorfreude kommen möchte, der besucht am besten Arlett Rumpff und Clemens Bethge, Beauftragte für den Kirchentag der EKBO, in ihrem Büro. Hier sammeln sich Flyer, Plakate, Broschüren – geboren aus vielen tollen Ideen. Höhepunkte beim Kirchentag? Da fängt Bethge sofort an, mit leuchtenden Augen von zwei großen Veranstaltungen zu erzählen: der Eröffnung am Abend des 24. Mais mit riesigem Straßenfest in Berlin-Mitte – und dem Abschluss am 28. Mai mit Festgottesdienst und großem gemeinsamen Picknick in Wittenberg.

Eröffnung des Kirchentags am 24. Mai

Mitten im historischen und politischen Zentrum von Berlin wird der Kirchentag eröffnet: Vor dem Reichstag findet um 18 Uhr einer der drei großen Gottesdienste statt, der ökumenische Gottesdienst in Leichter Sprache wird am Brandenburger Tor gefeiert, der generationenübergreifende am Gendarmenmarkt. Festlich eingestimmt startet dann um 19 Uhr der Abend der Begegnung. Rund um das Gebiet der drei Gottesdienste wird ein großes Straßenfest gefeiert mit rund 300 Buden – hier gibt’s alles, fair und bio, nicht nur Currywurst! Obwohl die beim Berliner Kirchentag natürlich obligatorisch ist. Die Gemeinden stellen sich so mitten auf der Prachtstraße Unter den Linden, am Brandenburger Tor, am Reichtagsufer und entlang der Französischen Straße mit eigenen Ständen vor.

Das Besondere: Beim Abend der Begegnung gibt es auch rund 40 Inseln der Begegnung. Hier finden etwa 15minütige, moderierte Gespräche zu spannenden und wichtigen Themen statt, an denen sich die Gäste sehr gern beteiligen oder dabei zuhören können. „Wir wollen das Motto des Kirchentags ,Du siehst mich’ wirklich ernst nehmen – so viele Menschen wie möglich sollen sich begegnen, miteinander sprechen, sich austauschen und kennenlernen“, erklärt Arlett Rumpff.

Gesehen werden – das heißt eben auch, sich zu zeigen, mit den eigenen Gedanken und Gefühlen. Wenn man will. Dafür hat sich das Kirchentag-Team ein Spiel ausgedacht: Zu Beginn des Abends werden Spielkarten mit Emojis („Smileys“ mit ganz verschiedenen Emotionen und Gesichtsausdrücken) verteilt – von ihnen gibt es ganz verschiedene, man kann sie sammeln und tauschen und sich auf den Inseln der Begegnung welche dazu verdienen. Nicht nur an diesem Abend kann man sie benutzen, um mit ihnen die eigenen Emotionen zu zeigen und über sie ins Gespräch zu kommen.

Ein Straßenfest kommt natürlich erst mit Musik richtig in Schwung – deshalb werden auf sieben Bühnen etwa 30 Konzerte gespielt. Highlight: der junge, deutsche Pop-Liedermacher Max Giesinger am Brandenburger Tor.

Festwochenende am 27. und 28. Mai in Wittenberg

Mindestens ebenso spektakulär soll das Festwochenende zum Ende des Kirchentags am 27. und 28. Mai in Wittenberg werden. Hier wird nicht nur der Kirchentag gefeiert, sondern vor allem auch 500 Jahre Reformation. „Es wird wohl der größte Gottesdienst zum Reformationsjubiläum in 2017“, freut sich Bethge. In Wittenberg kommen alle Besucher des Kirchentags in Berlin und Potsdam und der Kirchentage auf dem Weg in Mitteldeutschland noch einmal zusammen – nicht nur für den Festgottesdienst am 28. Mai auf freier Wiese, sondern auch für das große gemeinsame Picknick im Anschluss. Als gastgebende Gemeinde kann man Decken anmelden, auf denen man Mitglieder und Gäste zum Picknick einlädt; geplant ist auch ein Decken-Platz, an dem „gemeinsam EKBO“ gefeiert wird. Einen gefüllten Picknickkorb sollte man am besten im Gepäck haben – wer das nicht schafft, kann sich an den verschieden Stände aber auch mit Snacks versorgen. Auf den sechs Bühnen wird es zudem Kunst und Kultur zu sehen und zu hören geben. Und auch nach dem Picknick, bis 19 Uhr, treten Rockbands und Indie-Popper, karibische Gute-Laune-Bands und Liedermacher auf – darunter zum Beispiel Konstantin Wecker.

Doch das Festwochenende beginnt schon am Samstag, dem 27. Mai in Wittenberg. Um 21 Uhr eröffnet die „Nacht der Lichter“ mit ökumenischem Gebet und Gesängen aus Taizé die Feier. Wer möchte, bringt einfach seinen Schlafsack mit und übernachtet unter freiem Sternenhimmel – in Natur und Gemeinschaft. Um 5.19 Uhr startet der Tag mit einer Sonnenaufgangsandacht, ab zehn Uhr beginnen auf den Bühnen schon Konzerte, Interviews, Gespräche – bis dann ab 12 Uhr der große Abschlussgottesdienst gefeiert wird.

12 Uhr, das ist eine humane Zeit: „Wir lassen den Gottesdienst extra etwas später beginnen, damit man auch am Morgen noch genügend Zeit hat, um von Berlin nach Wittenberg zu kommen“, so Rumpff. Denn das ist tatsächlich die logistisch größte Herausforderung – und sie wurde, soweit man das heute schon beurteilen kann, mit Bravour gelöst: Die Deutsche Bahn setzt von Berlin-Südkreuz (und anderen Städten) bis Wittenberg Shuttlelinien ein, mit denen etwa 100.000 Menschen (zum Preis von 19 Euro) zum Festwochenende und wieder zurückgebracht werden können. Vom Bahnhof in Wittenberg ist es ein etwa 30minütiger Fußmarsch zur Festwiese. Doch auch mit einem eigenen Reisebus, dem Wohnmobil, PKW, Motorrad, Fahrrad kann man anreisen – von den Parkplätzen aus bringt einen ein Shuttle zum Festgelände. Ganz wichtig: vor der Anreise zum Festwochenende unbedingt kostenlos anmelden und bei Bedarf schon jetzt ein Bahnticket buchen!

Und wer noch mit sich hadert, ob er sich den Abstecher nach Wittenberg zur Feier des Kirchentags und der Reformation vor 500 Jahren wirklich leisten kann – weil womöglich noch eine weite Rückreise am Sonntag ansteht, der hält es am besten mit Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Kirchentags: Einmal in 500 Jahren kann man montags freinehmen! Sicher wird die Fahrt nach Wittenberg eher einer Pilgerreise gleichen als einer Luxustour, aber genau deswegen lohnt sie sich!“