www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/ Newsmeldungen de www.ekbo.de: Newsmeldungen https://www.ekbo.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.ekbo.de/ 18 16 Newsmeldungen http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 19 Mar 2019 10:56:42 +0100 Berliner Bischof: Glaube und rechte Ideologien passen nicht zusammen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/berliner-bischof-glaube-und-rechte-ideologien-passen-nicht-zusammen.html Emden/Berlin (epd). Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge hat Christen dazu aufgerufen, sich mit ihrem Glauben klar gegen rechtsextreme Ideologien zu wenden. "Wo der christliche Glaube mit dem Begriff christliches Abendland in Anschlag gebracht wird, um völkisches Denken zu begründen", seien Christen zum Bekenntnis aufgerufen, sagte der Theologe am Montagabend bei einer kirchenhistorischen Tagung in Emden.

"Wir müssen deutlich machen, wie wir uns mit unserem Glauben auf Jesus Christus beziehen, und dass es nicht legitim ist, sich auf Jesus Christus zu berufen, um eine neonationalistische Ideologie zu begründen", unterstrich der Leitende Theologe der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Dröge war Gastredner bei der 12. Internationalen Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus in der Johannes-a-lasco-Bibliothek zum Thema Bekenntnis.

Trotz sinkender Kirchenmitgliederzahlen gebe es in einer verweltlichen Gesellschaft keinen Bedeutungsverlust der Kirche, sagte Dröge laut Manuskript: "Man traut uns zu, dass wir ein barmherziges Menschenbild haben, dass wir dem Gemeinwohl dienen wollen; dass wir uns für Versöhnung einsetzen, Frieden suchen und die Umwelt aus tiefer Überzeugung schützen wollen."

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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Tue, 19 Mar 2019 10:56:42 +0100
Berliner Gottesdienst erinnert an verfolgte Christen und Opfer in Christchurch https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/berliner-gottesdienst-erinnert-an-verfolgte-christen-und-opfer-in-christchurch.html Berlin (epd). In der Berliner Gemeinde St. Petri-St. Marien ist am Sonntag mit einem Gottesdienst an verfolgte und bedrängte Christen in aller Welt erinnert worden. Gemeinsam mit Gläubigen nigerianischer Gemeinden wurde an die Menschenrechte und insbesondere die Religionsfreiheit appelliert, wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin mitteilte. Auch der Opfer des Anschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland wurde gedacht.

In seiner Predigt verwies Landesbischof Bischof Markus Dröge darauf, dass in Nigeria "seit langem Menschen wegen ihres Glaubens überfallen, ausgeraubt, vergewaltigt und verschleppt werden". Gedacht wurde zudem der Opfer des Anschlags am Freitag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem 50 Menschen starben und zahlreiche weitere Menschen teils schwer verletzt worden. "Auch dort sind Menschen einfach nur deshalb gestorben, weil sie ihren Glauben leben. Der Schmerz der Familien steht uns unmittelbar vor Augen, und wir sind mit ihnen entsetzt über den Hass eines einzelnen Menschen, der sich mit seiner Ideologie über die Liebe Gottes zu allen Menschen erhebt", sagte der Bischof.

Bei dem Gottesdienst mit anschließenden Abendmahl wurde für die Menschen gebetet, die aufgrund ihres Glaubens seelisches und physisches Leid erfahren. Der zweite Sonntag in der Passionszeit wird seit einem Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in besonderer Weise der Fürbitte für Christen in Not gewidmet. In diesem Jahr standen Christen in Nigeria im Fokus. Die dort ansässige "Kirche der Geschwister" mit rund 1,1 Millionen Mitgliedern leide besonders unter der Terrormiliz Boko Haram, die sich zum sogenannten Islamischen Staat zählt.


Orte
St. Marienkirche am Alexanderplatz, Karl-Liebknecht-Straße 8, 10278 Berlin

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sun, 17 Mar 2019 14:50:00 +0100
Evangelischer Bischof Dröge würdigt katholischen Bischof Ipolt https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/evangelischer-bischof-droege-wuerdigt-katholischen-bischof-ipolt.html Berlin (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge, hat den Bischof des Bistums Görlitz, Wolfgang Ipolt, zu dessen 65. Geburtstag für sein Engagement für die Ökumene gewürdigt. "Ich bin dankbar für Ihr weites ökumenisches Herz, welches durch Ihre Amtsführung sichtbar wird", betonte Dröge in einem Glückwunschschreiben. Ipolt wird am Sonntag 65 Jahre alt.

Dröge verwies darauf, dass es im vergangenen Jahr unter anderem mehrfach Gelegenheit gab, das 750-jährige Gründungsdatum des Klosters Neuzelle und auch die 200 Jahre der evangelischen Kirche in Neuzelle zu feiern. "Ganz besonders dankbar bin ich, dass es Ihnen gelungen ist, das klösterliche Leben in Neuzelle wieder neu zu begründen", so Dröge. Es sei ihm eine große Freude, die Mönche kennenzulernen. "Dieses neue geistliche Leben im Südosten von Brandenburg bereichert auch die Ökumene sehr", betonte der evangelische Bischof.

Auch das Engagement für die Beziehung zu Christen in Polen verbinde beide Kirchen. "Genauso wie es eine historische Verbindung des Bistums Görlitz mit dem Erzbistum Breslau gibt, ist der schlesische Teil unserer Kirche nach wie vor mit der Augsburgischen Kirche von Breslau verbunden", sagte Dröge und fügte hinzu: "Ich freue mich, dass es unseren Kirchen hier gemeinsam gelingt, die Versöhnungsarbeit zwischen Polen und Deutschen weiter zu befördern."

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Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite Sat, 16 Mar 2019 14:47:00 +0100
Gottesdienst für verfolgte Christen https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/gottesdienst-fuer-verfolgte-christen.html
Bei dem Gottesdienst mit anschließenden Abendmahl werde für die Menschen gebetet, die aufgrund ihres Glaubens seelisches und physisches Leid erfahren, hieß es. Der zweite Sonntag in der Passionszeit, in diesem Jahr der 17. März, werde seit einem Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in besonderer Weise der Fürbitte für Christen in Not gewidmet.

In jedem Jahr informiert die EKD den Angaben nach an diesem Sonntag über die Situation der Christen in einem bestimmten Land. In diesem Jahr stünden Christen in Nigeria im Fokus. Die dort ansässige "Kirche der Geschwister" mit rund 1,1 Millionen Mitgliedern leide besonders unter der Terrormiliz Boko Haram, die sich zum sogenannten Islamischen Staat zählt.

Orte
St. Marienkirche am Alexanderplatz, Karl-Liebknecht-Straße 8, 10278 Berlin

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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Fri, 15 Mar 2019 12:05:27 +0100
Evangelischer Friedhofsverband zieht nach Neukölln https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/evangelischer-friedhofsverband-zieht-nach-neukoelln.html Berlin (epd). Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte feiert am Freitag Richtfest in Berlin-Neukölln. In das Bürogebäude in der Hermannstraße werde die neue Friedhofsverwaltung der Region Süd ziehen, wie der Verband am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Friedhofsverwaltung Süd sei für insgesamt 18 evangelische Friedhöfe in den Bezirken Kreuzberg, Mariendorf und Neukölln zuständig. Zusätzlich werden die Stadtentwicklungsgesellschaft Stattbau sowie kleinere Gewerbeeinheiten in das Gebäude einziehen.

Der Bau gehe auf einen Wettbewerbsentwurf des Berliner Architekturbüros CKRS Architekten zurück, hieß es weiter. Er bestehe aus zwei Holzkuben auf einem gemeinsamen Sockel. Der zentrale Eingangsbereich öffne sich zu den Friedhöfen Neuer Luisenstadt und St. Thomas. Das Bauprojekt am U-Bahnhof Leinestraße ist den Angaben nach Teil des "Integrierten Friedhofsentwicklungskonzeptes für die evangelischen Friedhöfe an der Hermannstraße" (IFEK), das in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Neukölln entwickelt wurde.

Info
Richtfest am Freitag, 15. März, 13 Uhr, Hermannstraße 182-184, 12049 Berlin

Internet
Pressemitteilung: http://u.epd.de/16om
Das Gebäude: http://u.epd.de/16oo

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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Thu, 14 Mar 2019 12:41:40 +0100
Der Berliner Dom bröselt https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/der-berliner-dom-broeselt.html
Schuld an dem Verfall seien unter anderem schwarze Verkrustungen aus Ruß, Gummiabrieb und Staub, die sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte auf dem Sandstein abgelagert haben. Sie verhinderten, dass der Stein "atmet". Die schwarzen Schichten müssen deshalb schnellstmöglich beseitigt, Risse und undichte Fugen geschlossen werden. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich den Angaben zufolge auf 1,6 Millionen Euro, verteilt auf vier Jahre.

Zusammen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz will die Domgemeinde mit einer Spendenkampagne die nötigen Gelder für die Fassadenrestaurierung einsammeln. Die Schirmherrschaft übernimmt Schauspielerin und Sängerin Eva Mattes, hieß es.  

Der Berliner Dom gehört zu den bedeutendsten evangelischen Kirchenbauten in Deutschland. Er wurde zwischen 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance und den Barock errichtet. Mit der großen Kuppel, den korinthischen Säulen und Pilastern, Statuen und Reliefs, farbenprächtigen Mosaiken, Gold und Marmor schufen sich die preußischen Herrscher hier Anfang des 20. Jahrhundert einen Ort der Repräsentation. Die Einweihung war 1905.

Internet
www.berlinerdom.de

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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Tue, 12 Mar 2019 16:19:53 +0100
Kirchenleitung legt Ausschluss-Kriterien vor https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/kirchenleitung-legt-ausschluss-kriterien-vor.html Berlin (epd). Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat Kriterien beschlossen, die einen Ausschluss vom Ältestenamt wegen menschenfeindlichen Verhaltens begründen. Den Kirchengemeinden und ihren Gemeindekirchenräten werde dafür eine Handreichung zur Verfügung gestellt, teilte die EKBO am Dienstag in Berlin mit. In der Landeskirche werden am 3. November die Gemeindeleitungen neu gewählt. Ein Gemeindekirchenrat (GKR) besteht zum einen aus von den Gemeindegliedern gewählten Mitgliedern, den Ältesten, zum anderen aus den Pfarrerinnen und Pfarrern der Kirchengemeinde.

In der Handreichung würden kirchenrechtliche Vorgaben erläutert und exemplarisch auf einige Parteien und Gruppierungen angewandt wie etwa die Identitäre Bewegung, die Reichsbürger, die Initiative Zukunft Heimat, die NPD oder die AfD. Zudem werde das Verfahren dargestellt, wie ein Gemeindekirchenrat zu einer Entscheidung gelangen kann, wenn Zweifel über die Befähigung eines Kandidaten aus der Kirchengemeinde zum Ältestenamt bestehen.

Der GKR ist das Leitungsgremium einer evangelischen Kirchengemeinde. Die Amtszeit der sogenannten Ältesten beträgt sechs Jahre; in der Regel wird alle drei Jahre die Hälfte der GKR-Mitglieder neu gewählt.

Nach der Grundordnung der EKBO können den Angaben nach Älteste "nur Gemeindeglieder sein, die sich zu Wort und Sakrament halten und ihr Leben am Evangelium Jesu Christi ausrichten; damit nicht vereinbar ist eine Mitgliedschaft in oder die tätige Unterstützung von Gruppen, Organisationen oder Parteien, die menschenfeindliche Ziele verfolgen". Als "menschenfeindlich" im Sinne der Grundordnung gelten Worte und Taten, die Menschen oder Menschengruppen "aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität" herabwürdigen, diffamieren oder bedrohen, heißt es in der Handreichung.  

Die Frage, ob eine Gruppierung, Organisation oder Partei menschenfeindliche Ziele verfolgt, lasse sich nur im Blick auf die eigene Darstellung und Veröffentlichungen beantworten. "Äußerungen von Mitgliedern sind dann ein deutlicher Hinweis auf die Verfolgung menschenfeindlicher Ziele, wenn es sich um Entscheidungsträger handelt, die den Kurs der Gruppierung maßgeblich bestimmen" heißt es in der Begründung zum Beschluss weiter.

Internet
www.ekbo.de
Handreichung: www.gkr-ekbo.de

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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Rechtspopulismus Startseite presse.ekbo.de Tue, 12 Mar 2019 13:57:01 +0100
Bischof Dröge: Europäische Idee muss aufrecht erhalten werden https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/bischof-droege-europaeische-idee-muss-aufrecht-erhalten-werden.html
 epd: In einigen Monaten werden Sie aus Ihrem Bischofsamt verabschiedet. Was haben Sie bis dahin noch vor?

 Markus Dröge: Ich möchte noch verschiedene Projekte realisieren. Dazu gehört auch, Europa noch einmal zum Thema zu machen. Wir haben die Bischöfin von London zu einer Predigt im Berliner Dom eingeladen, wenn der Brexit in Kraft treten soll. Wobei das ja noch offen ist, aber die Einladung für Ende März steht. Eine Woche später werde ich in der St. Pauls Cathedral in London predigen. Wir wollen deutlich machen, dass wir zusammenhalten. Wir halten die europäische Idee gemeinsam aufrecht.

Am 1. September, dem 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, mit dem der Zweite Weltkrieg begonnen hat, wollen wir gemeinsam mit polnischen Partnern gedenken und daran erinnern, wie wichtig die Freiheit ist.

Ich werde die Frauen, die vor 1974 ordiniert worden sind, also nicht mit vollen Rechten ordiniert worden sind, zu einer Feierstunde einladen. Da gedenken wir daran, dass wir seit 45 Jahren die rechtliche Gleichstellung der ordinierten Frauen haben. Das ist mir ein besonderes Anliegen.

 epd: Wie sieht es mit den Reformfragen innerhalb der Landeskirche aus?

 Dröge: Den Reformprozess möchte ich noch abschließen. Als ich 2009 angetreten bin, hatte der Reformprozess gerade begonnen. Aber man kann nicht ständig im Reformmodus sein. Mein Ziel ist deshalb, dass wir zum Abschluss sagen können, wir haben gelernt, eine lernende Organisation zu sein, die sich ständig den neuen Herausforderungen anpasst, ohne dass ein abgeschlossener neuer Reformprozess kommen muss. Wichtig ist, dass wir dauerhaft eine lernende Organisation bleiben müssen.

 epd: Mit dem ersten Reformkonzept "Salz der Erde" von 2007 wurden viele konkrete Ziele gesetzt. Zum Beispiel sollte die Mitgliederzahl mindestens stabil gehalten werden, tatsächlich gehören jedoch inzwischen rund 200.000 Menschen weniger der Landeskirche an. Wie sehen Sie das im Rückblick?

 Dröge: In meiner Zeit als Bischof habe ich den Prozess verändert. Es werden jetzt keine Papiere mehr mit konkreten Zielvorgaben von oben geschrieben, weil sich das nicht bewährt hat. Die berühmte Taufquote, die man erhöhen sollte, das hat eben nicht funktioniert. Das hat sogar eher demotiviert. Deshalb habe ich nach meinem Amtsantritt erst einmal eine Basisbefragung gestartet, wie dieser Prozess wahrgenommen wird. Im Anschluss haben wir aus dem Rücklauf zehn Thesen entwickelt und formuliert, wie die Grundlinien der Gestaltung unserer Kirche aussehen könnten. Diese zehn Thesen sind sehr positiv aufgenommen worden. Nicht als Zielvorgabe von oben, sondern als Ausdruck dessen, was die Kirche selber empfindet.

 epd: Was sind dabei die wichtigsten Punkte?

 Dröge: Kern dieser Thesen ist, dass wir eine gesellschaftlich engagierte Kirche bleiben, selbst wenn wir kleiner werden. Im ersten "Salz der Erde"-Konzept war ja noch die Vorstellung formuliert, wir könnten gegen die Demografie wachsen, das hieß dann "wachsen gegen den Trend". Das hat sich aber nicht bewährt. Daher bin ich den Reformprozess anders angegangen.

 epd: Wie erklären Sie sich, dass trotz des vielfältigen Engagements der Kirche ihr so viele Menschen den Rücken kehren?

 Dröge: Mindestens die Hälfte des Rückgangs ist die ganz normale Demografie. Da können Sie machen, was Sie wollen, da können Sie noch so fantastische Arbeit machen. Was traurig macht, ist die andere Hälfte. Das sind die Menschen, die im Laufe ihres Lebens sagen, ich trete aus der Kirche aus. Das hat natürlich vielerlei Gründe. Am wenigsten spielt dabei eine Rolle, dass die Arbeit der Kirche als schlecht eingeschätzt wird. Die Soziologen sagen uns, dass viele Menschen nicht Mitglieder von Großorganisationen bleiben wollen. Dass sie den Eindruck haben, was sie im Leben brauchen, können sie auch haben, ohne dass sie dieser Institution weiter angehören; dass sie meinen, ihr Christsein auch individuell leben zu können. Das sind die großen gesellschaftlichen Gründe. Im Einzelnen muss man natürlich trotzdem kritisch hinschauen.

 epd: Was wollen Sie dieser Entwicklung entgegensetzen?

 Dröge: Wir müssen näher an den Menschen sein, die zwischen 20 und 35 Jahre alt sind. Das ist die Generation, die am schnellsten sagt, ich bin mit so vielem beschäftigt, ich kann nicht wirklich erkennen, dass die Kirchenmitgliedschaft etwas für mich bringt. Das ist die große Herausforderung für die nächste Zeit. Es muss uns gelingen, den Menschen in diesem Alter deutlich zu machen, dass es gut ist, Teil der Kirche zu sein. Für sich selbst und auch für ihre gesellschaftliche Verantwortung.

 epd: Welche Baustellen warten auf ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger?

 Dröge: Wir werden als kleiner werdende Kirche neue Formen von Gemeinde ausprobieren müssen außerhalb der klassischen Parochialgemeinde. Das sollen sogenannte "Dritte Orte" sein, wo neue Aufbrüche versucht und Freiräume geschaffen werden. Also Projekte wie zum Beispiel "Refo Moabit" in Berlin, die "Kirche im Kiez". Dort zieht ein Verein in einer nicht mehr genutzten Kirche Stadtteilarbeit auf. In der breiten Fläche, wo wir noch viele Kleinstgemeinden haben, müssen wir überlegen, ob so etwas sinnvoll ist, und vielleicht neue Strukturen finden.

Wir werden generell die Gemeinwesenarbeit stärken müssen. Ein Beispiel dafür ist das Falkenhagener Feld in Berlin-Spandau. Dort wohnen 30.000 Menschen. Es gab dort seit den 60er Jahren drei evangelische Kirchengemeinden. Jetzt sinken die Zahlen, die Leute, die neu hinzuziehen, sind vielfach international und nicht mehr evangelisch. Was haben wir gemacht? Wir haben das wunderbare Gemeindezentrum der 60er Jahre in ein Mehrgenerationenhaus umgewandelt, wo auch Gottesdienste gefeiert werden, aber sonst die ganze Woche über eine sehr gute Gemeinwesenarbeit gestaltet wird. Etwas Ähnliches ist im Märkischen Viertel in Berlin-Reinickendorf passiert. Dort ist ein Zentrum entstanden, das sogar ausgebaut und vergrößert wird, für Integrations-, Familien- und Kindertagesstättenarbeit.

Auch auf dem Land können wir die Dorfkirchen weiter öffnen für das Gemeinwesen. Dort wird schon viel im Kulturbereich gemacht. Aber in Zukunft könnte auch soziale und medizinische Beratungsarbeit von Dorfkirchen aus geleistet werden. Das sind so die großen Herausforderungen, die ich sehe. Wir werden kleiner, aber wir wollen eine gesellschaftlich aktive Kirche bleiben.

 epd: Gibt es noch andere Punkte?

 Dröge: Wir haben natürlich die Probleme, die alle Institutionen haben. Die auch die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung haben. Wir müssen uns um Nachwuchs kümmern und kirchliche Berufe profilieren. Die sozialen Berufe müssen gestärkt werden: Diese werden in Berlin zur Hälfte von zwei kirchlichen Hochschulen ausgebildet. Wir müssen im Bildungs- und Ausbildungsbereich stark bleiben und den Religionsunterricht weiter festigen. Das, würde ich sagen, sind die Herausforderungen in der nächsten Zeit, die dann auf meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin zukommen werden.

 epd: Was werden Sie ganz persönlich im Ruhestand machen?

 Dröge: Ich werde weiter in Berlin wohnen bleiben. Zudem werde ich auf Bitten der Evangelischen Kirche in Deutschland noch eine Weile Mitglied im Rat der EKD bleiben. Dort behalte ich zwei Aufgaben, den Aufsichtsratsvorsitz im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung sowie den Vorsitz der Kuratorien des Jerusalemsvereins und der Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung. Diese planen ein großes Bauprojekt auf dem Ölberg, das ich weiter betreuen werde. Daher werde ich dann auch ab und zu ins Heilige Land fliegen.

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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Mon, 11 Mar 2019 09:55:32 +0100
Theologin Trautwein warnt vor Wahlerfolgen von Hasspredigern https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/theologin-trautwein-warnt-vor-wahlerfolgen-von-hasspredigern.html Berlin (epd). Die Berliner Theologin Ulrike Trautwein hat vor einem weiteren Erstarken von Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Antisemitismus in Europa gewarnt. Bei anstehenden Wahlen drohten Erfolge von Hasspredigern, sagte Trautwein laut Predigtmanuskript in einem Gottesdienst zur Eröffnung der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit am Sonntag in Berlin. Dagegen gelte es Haltung zu zeigen und sich zum Menschsein, zur Menschenwürde und zur Gleichheit der Menschen zu bekennen.

Die Verbreitung von Hass und Intoleranz mitten in Mitteleuropa bringe die "Angst einer Zeit von vor 100 Jahren wieder zurück", betonte die evangelische Theologin. Das Auftreten von Hasspredigern und ihren Anhängern sei auch Ausdruck der Misere des "wachsenden Hasses gegen jüdische Menschen". Statistiken und Umfragen belegten, dass jüdische Menschen in Europa mit einem erstarkenden Antisemitismus konfrontiert seien, "nicht immer von Angesicht zu Angesicht, oft auch über Mobbing oder anonyme Sozialmedien".

Bestrebungen, anderen Menschen ihre Rechte und ihre Würde abzusprechen und sie zu entmenschlichen, müsse entgegengetreten werden, betonte Trautwein: "Dass solches Herabsetzen, Entmenschlichen trainiert wird, sehen wir an viel zu vielen Stellen." Der christliche Glaube stehe dafür, in jedem anderen Menschen eine Gleiche und einen Gleichen zu sehen. Die Kirche arbeite deshalb derzeit auch an einer Erklärung, die wie die Barmer Theologische Erklärung in der NS-Zeit "ein Bekenntnis zum Menschsein in seiner Gottesebenbildlichkeit und Würde" sein werde.

Ulrike Trautwein ist die Berliner Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. In diesem Amt ist sie für den Sprengel Berlin verantwortlich, die mitgliederstärkste der drei Regionen der Landeskirche.


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ekbo.de Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Mon, 11 Mar 2019 09:52:58 +0100
Dröge ruft Politik zur Orientierung an biblischen Werten auf https://www.ekbo.de//themen/detail/nachricht/droege-ruft-politik-zur-orientierung-an-biblischen-werten-auf.html Berlin (epd). Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge hat zum Beginn der Fastenzeit die Menschen zur Umkehr und zur Orientierung an biblischen Werten und Überzeugungen aufgerufen. Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen sagte Dröge am Mittwoch in Berlin beim traditionellen Aschermittwoch der Künstler, "mein Herz ist zerrissen, wenn ich erlebe, wie leicht sicher geglaubte Gewissheiten, entstanden durch die historischen Erfahrungen des letzten Jahrhunderts, heute aufs Spiel gesetzt werden".

Angesichts von schrecklichen Kriegen und unmenschlichen Ideologien im vergangenen Jahrhundert würden heute Errungenschaften leichtfüßig mit Füßen getreten und "unbedacht um eines kurzfristigen eigennützigen Vorteils zur Disposition gestellt", sagte Dröge bei einer ökumenischen Vesper in der katholischen Gedenkkirche Maria Regina Martyrum. Die traditionelle Künstlerrede beim "Aschermittwoch der Künstler" wollte die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über den "Mummenschanz" in der Göttlichen Komödie von Dante halten.

Dröge kritisierte, gedankenlos würden "Verträge gelöst, Institutionen lächerlich gemacht und finanziell ausgehungert, die doch geschaffen worden sind, weil die Menschheit etwas verstanden hatte: Einen dauerhaften Frieden erreichen wir nur durch Zusammenarbeit, Verträge". Manchmal scheine es, "als wären die Menschen dieser Art des Friedens leid", stellte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz fest.

"Mein Herz ist zerrissen", so Dröge weiter mit Bezug auf einen Predigttext aus dem Buch des Propheten Joel im zweiten Kapitel, "wenn ich Menschen mit Argumenten nicht mehr erreiche, weil Fakten nicht wahrgenommen werden wollen, wenn es sich besser anfühlt, das empörte Gefühl einfach rauszulassen". Das gleich gelte, "wenn ich erlebe, dass Menschen Freiheit nicht mehr als großes Glück betrachten, sondern als Bürde, sich entscheiden zu müssen und sich sehnen nach einer starken Hand, die sie führt und dann den Verführern aufsitzen, die nicht sie, sondern nur sich selbst im Blick haben".

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ekbo.de Friedensarbeit Nachrichten des Evangelischen Pressedienstes Startseite presse.ekbo.de Thu, 07 Mar 2019 11:12:56 +0100