Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
InstagramRSSPrint

„Im Zeichen der Corona-Pandemie spendet der Glaube Kraft, Trost und Halt“ – Grußwort von Bischof Christian Stäblein und Erzbischof Heiner Koch zum muslimischen Fastenmonat Ramadan

Berlin, 13. April 2021 - In einem Brief an die „muslimischen Brüder und Schwestern“ wünschen Bischof Christian Stäblein und Erzbischof Heiner Koch „eine gesegnete Fastenzeit und ein frohes Ramadan-Fest, verbunden mit der Hoffnung, dass alle Gebete um Gesundheit, Frieden in der Welt und Frieden unter uns Früchte tragen“. Der muslimische Fastenmonat beginnt am heutigen Dienstagabend und endet am Mittwochabend des 12. Mai. Anbei finden Sie das Grußwort im Wortlaut:

„Liebe muslimische Brüder und Schwestern,

nachdem die Christen und Christinnen mit dem Osterfest ihre Fastenzeit beendet haben, beginnt nun bei Ihnen der Fastenmonat Ramadan. Diese besonderen religiösen Zeiten stehen erneut ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. So ist es Ihnen nicht möglich, in liebgewordener Tradition das Fasten mit Verwandten, Freundinnen, Bekannten und Nachbarinnen zu brechen, um auf diese Weise die Beziehungen zu ihnen zu stärken. Auch das Ramadan-Fest, das Sie nach der Fastenzeit herbeisehnen und das einen der Höhepunkte des islamischen Festkalenders markiert, werden Sie nicht so feiern können, wie Sie es gewohnt sind.

Aber vielleicht gibt Ihnen wie uns Christen und Christinnen diese schwierige Situation die Gelegenheit, die Fastenzeit intensiver zu erleben und sich das religiöse Anliegen des Ramadans bewusster zu machen.

Die Pandemie hat uns allen vor Augen geführt, wie sich plötzlich das alltägliche Leben von heute auf morgen dramatisch verändert und die Verwundbarkeit aller Menschen deutlich offengelegt. Dabei fühlen sich nicht wenige Menschen halt- und orientierungslos, suchen nach Sinn und Bewältigungsstrategien in der Krise.

Uns gläubigen Menschen bietet unsere Religion die Chance, Kraft, Trost und Halt im Glauben zu finden, so wie es die islamische Tradition von dem Propheten und Gesandten Eyüp (jüdisch-christlich: Hiob) überliefert. Danach hat er seine schwere Krankheit mit Geduld ertragen, hat aus seinem Glauben Hoffnung geschöpft und in ihm starken Halt gefunden. Er wandte sich in großer Hingabe an den Schöpfer und betete für seine Genesung. Mit Gottes Hilfe überstand er die Zeit der Krankheit.

In diesem Glauben an Gottes Beistand und in dem Wissen um den großen Wert zwischenmenschlicher Hilfeleistung können wir diese schwierige Zeit gemeinsam bestehen. Darüber hinaus kann die Fastenzeit auch zum Nachdenken darüber anregen, was im Leben wichtig ist und worauf es ankommt. Wir können uns die Frage stellen, wo und wie wir uns in den Dienst an Leidenden und in Solidarität für den „Anderen“ stellen können. Wir Christen und Christinnen kennen das Gleichnis des barmherzigen Samariters (vgl. Lukas 10,25–37), das uns einlädt, ohne Vorurteile für den „Anderen“ da zu sein. Auch im Koran ist Barmherzigkeit eines der wichtigen Handlungsprinzipien Gottes, die den Menschen die Chance bietet, auch nach Solidarität zu streben. Auf dieser Basis können wir gemeinsam eine Kultur des Mitgefühls aufbauen, uns gegenseitig unterstützen, um Kranken, Bedürftigen und Schwachen zu helfen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen, Ihren Familien und Ihren Gemeinden eine gesegnete Fastenzeit und ein frohes Ramadan-Fest, verbunden mit der Hoffnung, dass alle Gebete um Gesundheit, Frieden in der Welt und Frieden unter uns Früchte tragen.“

Stefan Förner                                                           Juliane Voss
Pressesprecher                                                        Pressesprecherin
Erzbistum Berlin                                                      Evangelische Kirche
                                                                                   Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz                                                
Niederwallstraße 8-9                                              Georgenkirchstraße 69
10117 Berlin                                                             10249 Berlin
Telefon 030 · 3 26 84 - 118                                      Telefon 030 · 2 43 44 - 382
presse(at)erzbistumberlin.de                                presse(at)ekbo.de                                        
www.erzbistumberlin.de                                         www.ekbo.de

Letzte Änderung am: 27.04.2021