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Umfrage: Berliner mehrheitlich für Reformationstag

04.12.2018

Bischof Dröge fordert Umdenken des Berliner Senates

Die Debatte um einen zusätzlichen Feiertag in Berlin hält an. Trotz eines eindeutigen Votums der rot-roten-grünen Regierungskoalition für den Frauentag offenbaren Umfragen immer wieder andere Vorlieben der Berliner.

Berlin (epd). Der Berliner Bischof Markus Dröge hat die rot-rot-grüne Regierungskoalition in Berlin aufgefordert, ihre Pläne zum Frauentag als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag in der Hauptstadt noch einmal zu überdenken. "Eine deutliche Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner ist für den Reformationstag als neuen Feiertag", erklärte Dröge am Dienstag in Berlin. Er reagierte damit auf eine entsprechende Umfrage der "Berliner Zeitung", wonach sich die Mehrheit für den Reformationstag am 31. Oktober als zusätzlichen Feiertag ausspricht. Die SPD, Linke und Grüne hatten sich erst im November für den Internationalen Frauentag am 8. März als zusätzlichen Feiertag für das Land Berlin ausgesprochen.  

Seit mehreren Monaten wird in Berlin über einen zusätzlichen Feiertag diskutiert. Die Hauptstadt gehört mit neun Feiertagen zu den Bundesländern mit den wenigsten arbeitsfreien Tagen. Arbeitgeberverbände und evangelische Kirche plädieren für den Reformationstag am 31. Oktober. Der Tag ist bereits Feiertag in allen ostdeutschen und nördlichen Bundesländern inklusive Brandenburg. Auch viele Berliner sprachen sich in Umfragen für einen neuen Feiertag in der zweiten Jahreshälfte aus.

Das Ergebnis der neuerlichen Umfrage habe ihn nicht überrascht, sagte Dröge. Zum wiederholten Male zeige sich darin die Haltung der Berliner Bevölkerung. "Angesichts dieser klaren Haltung in unserer Stadt halte ich es für angebracht, wenn die Berliner Regierungsparteien ihre bisherigen Pläne noch einmal grundsätzlich überdenken." Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Reformation als eine der Quellen für die Wertebasis des heutigen freiheitlichen Menschen- und Gesellschaftsbildes überzeuge nicht nur Christen. Der Reformationstag eigne sich deshalb in besonderer Weise für einen Feiertag aller Bürger. Hinzu kämen auch "lebenspraktische Gründe, die eindeutig für eine einheitliche Feiertagregelung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg sprechen", sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Laut der aktuellen Umfrage, die die "Berliner Zeitung" am Dienstag veröffentlichte, sprechen sich 25 Prozent der Befragten für den 31. Oktober als weiteren gesetzlichen Feiertag in Berlin aus. Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa erfolgte im Auftrag der Zeitung. Der Frauentag am 8. März landete in der Umfrage mit 15 Prozent auf Platz vier. Auf Platz zwei schaffte es der 9. November mit 20 Prozent Zustimmung. An dem Tag wird unter anderem an den Mauerfall 1989, die Ausrufung der ersten Republik 1918 und die Novemberpogrome der Nazis im Jahre 1938 erinnert. 19 Prozent Zustimmung - und damit der dritte Platz - erhielt der 8. Mai als Tag der Befreiung von der Nazi-Diktatur und Ende des Zweiten Weltkrieges. Bei der Umfrage wurden vom 19. bis 29. November insgesamt 1.003 Berliner befragt, welchen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag sie denn gern in der Hauptstadt hätten.

Weitere Vorschläge für einen zusätzlichen Feiertag wie der 17. Juni 1953 (Volksaufstand in der DDR), der 27. Januar 1945 (Befreiung des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz) und der 18. März 1848 (Märzrevolution) landeten bei der Forsa-Umfrage abgeschlagen auf hinteren Plätzen, berichtete die Zeitung.

Auch bei rot-rot-grünen Parteimitgliedern landete der Frauentag nicht auf dem ersten Platz, hieß es weiter. Beispielsweise seien nur 13 Prozent der SPD-Anhänger für diesen Tag, aber 27 Prozent für den Reformationstag und 19 Prozent für den Tag des Mauerfalls. In der Umfrage gebe es zwei klare Ost-West-Unterschiede: Für den 8. März votierten 21 Prozent im Osten, im Westteil sind es nur elf Prozent. Einen ähnlich großen Unterschied gibt es beim Weltkriegsende: Dafür stimmten 23 Prozent im Westen, aber nur 13 Prozent im Ostteil.

Internet
Die Umfrageergebnisse in der Onlineausgabe der "Berliner Zeitung": http://u.epd.de/1455

Letzte Änderung am: 17.02.2017