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Interreligiöse Tandem-Tour durch Berlin

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meet2respect: Zwanzig gemischt besetzte Tandems mit Pfarrerinnen und Pfarrern, Imamen, muslimischen Theologen, Rabbinerinnen und Rabbinern, Humanisten und anderen Vertretern der großen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind heute Morgen zu einer gemeinsamen Tour durch Berlin aufgebrochen. Hunderte Kirchentagsbesucher schlossen sich mit ihren Rädern an.

Mit der Meet2Respect-Tandem-Tour sollte ein Zeichen für Respekt und Toleranz gegenüber Gläubigen, Anders-Gläubigen und Nicht-Gläubigen gesetzt werden. Los ging es in der Nähe des Holocaustmahnmals, vorbei an der Gedächtniskirche, der Mevlana-Moschee in der Skalitzer Straße sowie an der Synagoge in der Oranienburger Straße. Die Tour endete am Gendarmenmarkt, wo dann die Auftaktveranstaltung der Langen Nacht der Religionen stattfand.

"Das gesellschaftliche Klima in Deutschland hat sich spürbar verschlechtert. Aufmerksamkeit bekommen diejenigen, die mit Taten oder Worten gegen Menschen anderer Religionen oder Weltanschauungen handeln oder sprechen. Mit der meet2respect-Tour setzen wir ein klares Zeichen für Respekt und Toleranz, unabhängig von Glauben oder Weltanschauung ", so Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin und Organisator der Tour.

Veranstalter ist der gemeinnützige Verein "Leadership Berlin - Netzwerk Verantwortung e.V.", der seit 2013 im Rahmen seines Projektes meet2respect Begegnungen organisiert.

Vertreter*innen von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften setzen sich "im Tandem" gegen Vorurteile, Gewalt und Diskriminierung ein und wirken insbesondere Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie entgegen.

Bei der Organisation kann Leadership Berlin auf Erfahrung aus dem Jahr 2015 zurückgreifen, als der Verein bereits zehn jüdisch-muslimische Tandems gefolgt von ca. 500 Radlern auf die Straße brachte. In diesem Jahr wird der thematische Fokus allerdings auch explizit Pfarrerinnen und Pfarrer und Vertreter der organisierten Konfessionslosen und Agnostiker einbeziehen: Die Botschaft soll bewusst auch die beiden großen Gruppen der Mehrheitsgesellschaft miteinschließen.

Kooperationspartner von Seiten der Evangelischen Kirche ist Johannes Krug, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf. "Mauern, Gräben, nationalstaatliche Egoismen sollen die Lösung sein? In Berlin wirkt so ein Gerede besonders lächerlich. Mein christlicher Glauben rät mir was Anderes: respektvoll, mitfühlend und weltoffen leben löst Probleme. Frei denken und beherzt handeln, das halte ich für evangelisch. Ich fahre sowieso viel und gerne Fahrrad. Auf das meet2respect-Tandem setze ich mich, weil ich Christ bin."

Kooperationspartner auf katholischer Seite ist Thomas M. Schimmel, Geschäftsführer der Franziskanischen Initiative 1219 und Organisator der Langen Nacht der Religionen, deren Auftaktveranstaltung "Weiße Tafel" auf dem Gendarmenmarkt der Schlusspunkt der meet2respect-Tandemtour sein wird. "Begegnung und Wissen sind die Waffen gegen Vorurteile und Fremdheit. Es ist immer wieder erschütternd, wie Menschen über den Islam reden, die Muslime höchstens als ihre Obsthändler treffen und noch nie eine Moschee betreten haben. Die Nacht der Religionen und die Radtour meet2respect ermöglicht allen Menschen, sich selbst ein Bild über den Islam und Muslime zu machen."

"Für ein respektvolles und friedliches Miteinander in Berlin ist es dringend notwendig, dass die zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner, die ihr Leben bewusst ohne religiösen Rahmen gestalten, in den organisierten Dialog der Religionsgemeinschaften aktiv eingebunden werden. Denn Konfessionsfreie verdienen den gleichen Respekt wie gläubige Menschen", sagt Katrin Raczynski, Vorstand des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg. "In unseren Kitas, dem Lebenskundeunterricht oder unseren Jugend- und Sozialeinrichtungen setzen wir uns dafür ein, dass sich Humanist*innen unabhängig von der Glaubensüberzeugung ihres Gegenübers respektvoll und tolerant verhalten. Umgekehrt erwarten wir von einem friedlichen Miteinander, dass auch religiöse Menschen eine respektvolle und tolerante Haltung gegenüber Humanisten, Atheisten und Agnostiker einnehmen. Der Grundstein dafür wird in der Begegnung und dem Austausch gelegt, die meet2respect-Tour ist ein gutes Beispiel dafür."

Auf muslimischer Seite radelte u.a. der Präsident des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, mit. "Ich werde zusammen mit einem Vertreter einer anderen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft auf einem Tandem an der meet2respect-Tandemtour für Respekt und Toleranz gegenüber Gläubigen, Anders-Gläubigen und Nicht-Gläubigen teilnehmen: Wir Anhänger der Religionsgemeinschaften sind Geschwister im Glauben und Partner und friedliche Streiter für unsere freiheitliche Demokratie."

Dem können die beteiligten jüdischen Vertreter von ganzem Herzen zustimmen, wie z.B. Rabbi Elias Drey, orthodoxer Rabbiner und Gemeinderabbiner in der Gemeinde Amberg: "Ich werde zusammen mit einem Vertreter einer anderen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft auf einem Tandem an der meet2respect-Tandemtour für Respekt und Toleranz gegenüber Gläubigen, Anders-Gläubigen und Nicht-Gläubigen teilnehmen, weil wir nur durch das Gespräch, durch den gemeinsamen Sport und den Dialog die wachsenden Vorurteile in unserer Gesellschaft abbauen können."

Letzte Änderung am: 14.06.2017