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Einführungsgottesdienst der Vikar/innen in der St. Bartholomäus-Kirche am 31. August 2017. Foto: Annette Kaiser.

Einführungsgottesdienst der Vikar/innen in der St. Bartholomäus-Kirche am 31. August 2017. Foto: Annette Kaiser.

Die Ausbildung im Pfarrdienst

RSSPrint

Eine Reportage von Pfarrerin Tanja Pilger-Janßen, Evangelisches Medienhaus der EKBO

Vikariat – was ist denn das? Das Vikariat ist nach dem Studium die zweite und letzte Ausbildungsphase, um Pfarrer bzw. Pfarrerin zu werden. Gemeindepädagoginnen und -pädagogen können ebenfalls ihr Vikariat absolvieren, zudem ist auch ein berufsbegleitendes Vikariat möglich. Die Ausbildung im Vikariat dauert 28 Monate. Die ersten sechs Monate wirken die Vikarinnen und Vikare im Evangelischen Religionsunterricht mit, wo je ein Mentor bzw. eine Mentorin sie begleitet. Hospitieren, Unterricht vorbereiten, ganze Einheiten unterrichten und eine Prüfung am Ende stehen auf dem Programm.

Danach folgt die 22-monatige Ausbildung in einer Kirchengemeinde, die von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin als Mentor bzw. Mentorin begleitet wird. Die Arbeitsfelder eines Pfarrers werden erkundet und selbst erprobt: Gottesdienste gestalten, Menschen an den Wendepunkten ihres Lebens bei Taufen, Trauungen oder Bestattungen begleiten, Seelsorgegespräche führen, mit Konfirmanden arbeiten und Leitungsaufgaben wie die Teilnahme an den Sitzungen des Gemeindekirchenrates kennenlernen. Darüber hinaus bieten sich gemeindespezifische Bereiche an wie z.B. die Arbeit in einer Kita, diakonische Projekte, kirchenmusikalische Angebote, interreligiöse Begegnungen, übergemeindliche Kooperationen und vieles mehr.

Begleitkurse und Einheiten im Predigerseminar in Wittenberg zur Reflexion des pastoralen Dienstes unterbrechen die Arbeit in der Gemeinde. Dort tauschen sich die Vikarinnen und Vikare gemeinsam mit Studienleitern und Kollegen aus unserer, der mitteldeutschen, der anhaltinischen sowie der sächsischen Kirche über ihre Erfahrungen und ihre Praxis in den Gemeinden aus. Eine sechswöchige Seelsorgeausbildung ergänzt diese theoretische Ausbildung. Am Ende schließen die Vikare ihre Ausbildung mit dem zweiten Theologischen Examen ab.

Ein Vikariat ist eine unglaublich spannende, inspirierende und erfahrungsreiche Zeit: Vieles wird neu entdeckt, manches wird ausprobiert, eine stimmige Form im eigenen pastoralen Tun gilt es zu finden. Vikarinnen und Vikare bringen neue, frische Ideen in Schulen, Gemeinden und Pfarrkollegien und sie bereichern unsere Kirche.

Letzte Änderung am: 31.08.2017