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Die Minderheitenrechte der Sorben/Wenden

Die Sorben/Wenden in der Lausitz sind als einheimische slawische Minderheit in Deutschland insbesondere durch die Verfassungen von Brandenburg und Sachsen geschützt. Schätzungen zufolge leben in der brandenburgischen Niederlausitz rund 20.000 und in der sächsischen Oberlausitz rund 40.000 Angehörige der Minderheit. Ihr historisches Siedlungsgebiet ist durch den Braunkohletagebau in der Lausitz stark gefährdet, viele Dörfer wurden bereits zerstört.

Im Einigungsvertrag zwischen der BRD und der DDR wurde 1990 festgehalten, dass die Bewahrung und Fortentwicklung der sorbischen Kultur und ihrer Traditionen gewährleistet werden soll. "Angehörige des sorbischen Volkes und ihre Organisationen haben die Freiheit zur Pflege und zur Bewahrung der sorbischen Sprache im öffentlichen Leben", heißt es dort.

Die brandenburgische Verfassung garantiert in Artikel 25, die Verfassung des Freistaates Sachsen in Artikel 5 und 6 das Recht der Sorben/Wenden auf die Bewahrung ihrer Identität, Sprache, Religion und Kultur. Genaueres wird in beiden Bundesländern in Gesetzen geregelt.

In den Landesgesetzen wird unter anderem die zweisprachige Beschilderung im öffentlichen Raum im angestammten Siedlungsgebiet der Minderheit geregelt. Dazu gehört unter anderem der Spreewald. Das deutsche Gerichtsverfassungsgesetz weicht zudem zugunsten der Sorben/Wenden vom Grundsatz der deutschen Gerichtssprache ab und lässt als Ausnahme im Siedlungsgebiet auch Verhandlungen in der Sprache der Minderheit zu.

Zum Schutz der sorbischen/wendischen Kultur wurde 1991 vom Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen die Stiftung für das sorbische Volk gegründet. Die Stiftung erhielt 2016 18,6 Millionen Euro öffentliche Mittel, darunter 9,3 Millionen vom Bund, 6,2 Millionen aus Sachsen und 3,1 Millionen aus Brandenburg. Sorbisch- und wendischsprachige Lehrkräfte für Schulen der Region werden an der Universität Leipzig am Institut für Sorabistik ausgebildet.

Seit 60 Jahren gibt es zudem den sorbischen Rundfunk: Die erste Radiosendung in sorbischer Sprache wurde am 22. März 1953 in der DDR aus dem damaligen Studio in Görlitz übertragen. Heute produzieren der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und der Rundfunk Berlin–Brandenburg (RBB) aus ihren Studios in Bautzen und Cottbus Rundfunk- und Fernsehsendungen in sorbischer und wendischer Sprache.

Letzte Änderung am: 10.03.2016