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DANKE-Feier für Ehrenamtliche in Berlin

Es ist noch keine vier Wochen her, da bedankte sich Angela Merkel bei allen Menschen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge eingesetzt haben und noch immer einsetzen: „Ich finde, dass hier etwas Großartiges gelungen ist“, sagte sie in einem Podcast. Ohne die Ehrenamtlichen hätte man das alles nicht hingekriegt.

Danke! - Gemeinsam helfen. Gemeinsam danken. Gemeinsam feiern. EKBO

Nicht nur die Bundeskanzlerin ist der Meinung, dass es einmal höchste Zeit ist, sich bei den Ehrenamtlichen herzlich zu bedanken, die sich so unermüdlich für Geflüchtete engagieren – auch die EKBO möchte DANKE sagen, und zwar mit drei großen Ehrenamtsfesten, die unter dem Motto stehen: „Gemeinsam helfen. Gemeinsam danken. Gemeinsam feiern. Drei Tage. Drei Orte. Ein Ziel.“

In der Potsdamer Nikolaikirche feierten im Januar schon über hundert Ehrenamtliche mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bischof Markus Dröge – am kommenden Sonntag, dem 26. Februar lädt die EKBO nun in der Flüchtlingskirche St. Simeon in Berlin Kreuzberg zum großen Fest. Eingeladen sind natürlich nicht nur Menschen, die sich in der kirchlichen Flüchtlingshilfe engagieren, sondern Flüchtlingshelfer aus allen ehrenamtlichen Bereichen.

„Die unermüdliche Arbeit unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer können wir gar nicht genug wertschätzen“, sagt die Generalsuperintendentin des Sprengels Berlin Ulrike Trautwein. „Mit dem Fest wollen wir uns für das Engagement bedanken. Gerade hier an der Flüchtlingskirche, aber auch in allen anderen Bereichen der Flüchtlingshilfe sind die ehrenamtlichen Helfer unersetzlich. Wir wissen, dass ihr Engagement alles andere als selbstverständlich ist.“ Trautwein hält die Predigt des Gottesdienstes, der das Fest am Sonntag eröffnet.

Über hundert Ehrenamtliche haben sich angemeldet

Über hundert Anmeldungen sind auch für diesen Tag schon eingegangen – dabei sein wird auch Stefan Walkowiak aus Teltow mit seiner Ehefrau. Walkowiak engagiert sich mit etwa 50 weiteren Ehrenamtlichen im Flüchtlingscafé der Teltower St. Andreaskirche. Aber nicht nur das: Seit neustem leitet er jeden Montag eine „Gesprächsrunde“, bei der er mit den Geflüchteten über alles redet, was sie so umtreibt. „Zum Beispiel, warum man in Deutschland für eine Plastiktüte 10 Cent bezahlen muss. Was es mit dem Grundgesetzt auf sich hat. Oder wieso in der Apotheke 5 Euro Zuzahlung aufs Rezept anfallen.“ Deutsche Alltagskultur eben.

Zuerst fand der 61-Jährige es einen seltsamen Gedanken, sich nun für sein Engagement „groß feiern“ zu lassen. Aber das Fest an sich setzt für ihn ein gutes Zeichen: „Es ist so wichtig, dass die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen einmal gesehen und gewürdigt wird!“ Er freut sich auf Sonntag: „Ich würde gern mit anderen Ehrenamtlichen über ihre Erlebnisse sprechen, mich austauschen. Als vor anderthalb Jahren so viele angefangen haben, sich für Geflüchtete zu engagieren, dachte ja jeder, man muss bei Null anfangen. Dabei gibt es viele Menschen, auch Hauptamtliche, die Erfahrung mitbringen.“ Sicher – Zeit fürs Kennenlernen und für Gespräche beim Mittagsbüffet sind am Sonntag ebenso eingeplant wie gemeinsame Runden, zum Beispiel zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“, zum Thema Stressmanagement und zu Genderfragen.

Auch die Ingenieurin Sabine Görg hat sich vor allem für den DANKE-Sonntag angemeldet, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – und vielleicht sogar praktische Tipps über Dinge wie Wohnberechtigungsscheine zu bekommen. „Ich betreue eine Aramäerin, die mit ihrem Bruder in einem Flüchtlingsheim lebt“, erzählt sie. Die Frau sucht dringend eine Wohnung und Görg hilft, wo sie kann. Über die Kapernaum-Gemeinde in Berlin Wedding ist der Kontakt entstanden.

Trommeln, singen, reden

Meike Wagner hat über die Evangelische Studierendengemeinde (ESW) von der DANKE-Feier erfahren. Zusammen mit sieben anderen Ehrenamtlichen gibt sie Deutschkurse in den Räumen der ESW. Auch sie fände es „interessant, mit Leuten zu reden, die sich engagieren“. Die 27jährige Bauingenieurin würde am Sonntag gern ihre Kollegen aus dem Sprachkurs-Team mitbringen – als sie hört, dass mittags ganz unterschiedliche Workshops angeboten werden, vom Trommeln übers Singen bis hin zu Achtsamkeitsübungen und Mitmach-Theater, lacht sie gut gelaunt: Das fänden sicher auch die Kollegen gut und spannend.

Nach Gottesdienst, Büffet, Gesprächen und Workshops steht noch eine besondere Musik-Gruppe auf dem Programm: Abdulkader und Mohammed Asli sind in ihrer Heimat Syrien berühmt für ihre sehnsuchtsvolle Musik auf der Oud, der orientalischen Laute. In Deutschland versteht sich Abdulkader Asli als „Musikbotschafter“, er möchte die deutsche Musikkultur mit arabischen Stilen bereichern. Musik ist für ihn ein Stück heile Welt – und durch seine zahlreichen Auftritte im Berliner Raum ist er auch hier schon bekannt und beliebt. Aleppo meets Berlin.

Text: Barbara Behrendt

Letzte Änderung am: 22.02.2017