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Interreligiöse Kalligraphie-Ausstellung

„Einander Sehen“ – Kalligraphie als ästhetische Brücke im interreligiösen Dialog“ heißt die Ausstellung, die vom 13. Mai bis zum 9. Juli in der St. Thomas-Kirche in Kreuzberg gezeigt wird.

RSSPrint
Copyright: Shahid Alam

Copyright: Shahid Alam

 

Eine ästhetische Brücke zwischen den drei großen monotheistischen Religionen bauen wollen die Initiatoren der interreligiösen Kalligraphie-Ausstellung. Hier zeigt der Künstler Shahid Alam seine Werke. Ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Konzerten und Kalligraphie-Workshops begleitet die Ausstellung. Für alle Veranstaltungen (außer zu den Kalligraphie-Workshops) ist der Eintritt frei.

„Einander sehen“ ist nicht nur der Titel der Ausstellung, sondern Programm: sich wahrnehmen, die anderen wahrnehmen, sich im anderen sehen und sich selbst neu sehen. So kooperieren bei der Kalligraphie-Ausstellung jüdische, christliche und muslimische Partner. „Das ist ein ausgesprochen wichtiges Signal in eine so bunte und vielfältige Stadt wie Berlin. Wir können etwas gemeinsam machen - mit Freude, mit Respekt und Achtung“, sagt Initiator Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiöser Dialog in der EKBO.

Und weiter erklärt er: „Kalligraphie ist die Kunst des Schönschreibens von Hand, mit Federkiel, Pinsel, Tinte oder anderen Schreibutensilien. Kalligraphie, die die Kunst der schönen Schrift, ist tief verwurzelt im arabischen Kulturraum, gepflegt im Christentum, bedeutsam für Judentum und Islam. Sie wurde schon beschrieben als Musik für die Augen. Was die Augen aufnehmen, vertieft der Klang. Heilige Schriften, ob Tora, Bibel oder Koran wurden und werden zunächst laut vorgetragen, rezitiert im Gottesdienst. Westlich geprägten Menschen ist dieses Hörerlebnis mehr und mehr abhandengekommen. Im Orient hat sich diese fast wie ein Gesang erklingende Schrift-Rezitation bewahrt. So hat es die christliche Kirche vom Judentum gelernt. Und so hat es der Islam vom Christentum übernommen. Schon das syro-aramäische Wort Koran weist darauf hin, denn es bedeutet das zu Rezitierende. Die Kalligraphie selbst ist eine spirituelle Übung, in der sich Gottes Wort erschließt, Gottes Welt geheimnisvoll erkennbar wird. Weil die Erkenntnis Gottes durch das Wort erfolgt, verliert die sinnliche Wahrnehmung durch das Bild in Judentum und Islam ihre Bedeutung. Eine Erinnerung an das Wort des Paulus: So kommt der Glaube vom Hören (nach Röm. 10,17).“

Der aus Pakistan stammende Künstler Shahid Alam lebt seit 1973 in Deutschland und war mehr als zwanzig Jahre im Bereich der Bildung und Kunst als Lehrer an unterschiedlichen Schulen und Bildungseinrichtungen tätig. Seit 1996 arbeitet er als freischaffender Künstler in Aachen. Die Kunst der arabischen Kalligraphie hat in seiner künstlerischen Tätigkeit einen besonderen Platz eingenommen.

Informationen zur Ausstellung
13. Mai – 9. Juli 2017
Evangelische St. Thomaskirche, Mariannenplatz 28, 10997 Berlin-Kreuzberg
Mo.- Sa., 10-18 Uhr, So. 11-18 Uhr (und nach Vereinbarung)

Ausgewählte Veranstaltungen aus dem Begleitprogramm:

Donnerstag, 15. Juni, 20 Uhr
„Wie hältst Du´s mit der Religion?“
Junge Erwachsene im Gespräch über Glauben und Unglauben: Jüdische, muslimische, christliche und agnostische Perspektiven auf Glauben und Unglauben, auf die Bedeutung von Religion in der Gesellschaft und für das eigene Leben, auf die Fragen nach Identität und Sinn, nach Heimat und Zukunftsperspektiven.

Moderation: Jan-Jonathan Bock, Research Fellow Woolf Institute, Cambridge
Musik: Mellow Mark „One Man Band Show“ (einfach mal reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=ZZF38xorAZA)
ca. 21.30 Uhr: gemeinsames Fastenbrechen (Iftar)
(Möglichkeit zum muslimischen Abendgebet ist gegeben)
Ort: St. Thomas-Kirche, Mariannenplatz 28, Berlin-Kreuzberg (Nähe Ostbahnhof)

 
Samstag, 17. Juni, 20 Uhr
Konzert: Jazz goes Synagogue
Jazz-Ensemble „Sound of bet haskala“ spielt modern arrangierte liturgische Gesänge aus der Synagogalmusik sowie Psalmvertonungen jüdischer Komponisten

Im Jahr 2013 trafen die aus Israel stammende Sängerin Aviv Weinberg - damals noch Kantorin in Ausbildung am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam - und der aus Berlin stammende Mathematiker und Jazzmusiker Albrecht Guendel-vom Hofe erstmalig zusammen mit dem Wunsch, jüdisch-liturgische Gesänge und moderne Psalm-Vertonungen in einem ungewöhnlichen musikalischen Rahmen zu Gehör zu bringen. Nach einer Zeit des gemeinsamen Ausprobierens und der gemeinsamen Suche wurde schließlich im Rahmen der Langen Nacht der Religionen im September 2015 anlässlich eines Konzerts in der Unabhängigen Synagogengemeinde Berlin „bet haskala“ der Ensemblename "Zlilej schel bet haskala - Sound of bet haskala" offiziell aus der „Taufe“ gehoben.. Das Repertoire des Projekts „Jazz goes Synagogue“ besteht zum einen aus rein instrumental vorgetragenen liturgischen Gesängen aus dem synagogalen Abend- und Morgengottesdienst, zum anderen aus modernen Psalm-Vertonungen und liturgischen Gesängen aus der Feder zeitgenössischer jüdischer Komponistinnen und Komponisten, vorgetragen mit Avivs unverwechselbarer Stimme und komplementiert durch das Jazzensemble. Sämtliche (Jazz-) Arrangements stammen im Wesentlichen von Albrecdht Guendel vom Hofe.

Jüdische Liturgie im Jazzgewand stellt in Europa immer noch ein gewisses Novum dar, ist aber in den USA und Kanada schon eher verbreitet, wie z.B. verschiedene "Friday Night Jazz Services" beweisen, die in progressiven liberalen Synagogengemeinden immer wieder einmal durchgeführt werden."

Höreindrücke unter: https://youtu.be/5fgkvU2Y4Bw und https://youtu.be/Hb2-7ef7JGI
Ort: St. Thomas-Kirche, Mariannenplatz 28, Berlin-Kreuzberg (Nähe Ostbahnhof)


Weitere Informationen zum Begleitprogramm
 mit Vorträgen, Konzerten und Kalligraphie-Workshops finden Sie unter www.einandersehen.de