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Veranstaltungstipps

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Das Paradies ist überall

Foto: Oana Popa

Foto: Oana Popa

„Das Paradies ist überall“, soll Martin Luther gesagt haben. Auch zu dessen Lebzeiten schaute man wahrlich nicht überall auf der Welt auf paradiesische Zustände – gerade deshalb lohnt es sich, den Blick genauer auf jene Orte in unserer Umgebung zu lenken, die vordergründig womöglich unspektakulär daher kommen, die aber durchaus etwas Schönes, Paradiesisches verbergen können.

70 Orte in ganz Berlin hat die Open-Air-Ausstellung „Das Paradies ist überall“ (organisiert von Kulturprojekte Berlin) bis Pfingsten markiert: Rote Tore machen eine Entdeckungsreise zu „kleinen Paradiesen“ möglich und informieren ortsbezogen zum „Sehnsuchtsort Paradies“, zur Reformation und ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit. „Das Paradies ist überallist keine reine Feststellung, sondern ein Aufruf nachzudenken und sich darüber auszutauschen, was die eigene Welt zum Paradies macht – oder was ihr vielleicht noch zum Paradies fehlt.

Berlinerinnen und Berliner, aber auch Stadtbesucher sind deshalb eingeladen, ihre Berlin-Orte und Vorstellungen zum Paradies auf Facebook, Twitter und Instagram unter dem Hashtag #berlinparadies zu teilen. Unter www.paradiese.berlin können alle Beiträge nachgelesen werden. Posts, die zusätzlich mit einem Ort markiert sind, werden außerdem auf einer Karte angezeigt – sodass eine große Berlin-Paradies-Karte entsteht.

Einen kleinen Eindruck, was sich unter den versteckten Paradies-Orten verbergen könnte, geben folgende drei Beispiele – die Tore am Boxhagener Platz, am Kurfürstendamm und im Tierpark Friedrichsfelde.

Tor „Boxhagener Platz“ – Das Marktparadies

Der Boxhagener Platz ist ein Marktparadies – und das bereits seit 1905! Jeden Sonnabend findet hier der zentrale Friedrichshainer Wochenmarkt statt. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Backwaren aus der Region werden seit jeher ergänzt durch internationale Spezialitäten. Für die ehedem überwiegend aus der Arbeiterschaft stammende Bevölkerung hatten diese geradezu exotischen Charakter. Heute leben hier Menschen unterschiedlichster Herkunft. Davon zeugt auch das stetig wechselnde Angebot auf dem Wochenmarkt. Jeden Sonntag ist großer Trödelmarkt – auch er ist eine alte Berliner  Tradition, die sich mit der gewandelten Bevölkerung verändert, ihren Charakter jedoch bewahrt hat.

Paradiesisches findet sich auch außerhalb der Märkte: Die Plansche auf dem Platz ist ein wahres Spiel-Paradies, paradiesische Bagels gibt es nebenan, ein anderer Laden darf mit Recht behaupten, ein Schallplatten-Paradies zu sein. Und wer lieber verreisen möchte, um sein Paradies zu finden, könnte mit Shangri-La Travel fündig werden …

Tor „Joachimsthaler Platz/Kurfürstendamm“ – Das Vergnügungsparadies

Der Kurfürstendamm ist seit seiner Einweihung 1886 ein Vergnügungsparadies. Ursprünglich im 17. Jahrhundert zum Vergnügen des Kurfürsten Johannes II. als Reitweg zwischen zwei Schlössern angelegt, entwickelte er sich bis 1914 zu einem bürgerlichen Vergnügungsparadies. Mit dem Lunapark entstand hier 1909 der größte Vergnügungspark Europas. In den 1920er-Jahren lag jedes zehnte Kino Berlins am Ku’damm, dazu kamen berühmte Cafés sowie die weltbekannten Theater, von denen drei noch heute existierende Publikumslieblinge sind. Den Nationalsozialisten galt der Boulevard als Inbegriff jüdischer und bürgerlicher Dekadenz – was den Ku’damm berühmt gemacht hatte, wurde rigoros verfolgt.

Vergnügen brauchte nach 1945 aber auch das geteilte Berlin: Der Ku’damm wurde West-Berlins Prachtstraße und wer sich vergnügen wollte, kam sicher in die berühmte Disco „Big Eden“. Und noch heute gilt: Wer Spaß (oder Dekadenz) sucht, ist hier richtig – auch wenn der Weg vielleicht nur ins Taschen-Paradies führt…

Tor „Tierpark Friedrichsfelde“ – Das weitläufige Paradies

Mit einer Fläche von 160 Hektar ist der Tierpark Friedrichsfelde der größte Landschaftstiergarten Europas. Er entstand in den 50er-Jahren aufgrund der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg: Der traditionsreiche Zoologische Garten Berlin lag in West-Berlin – der DDR fehlte in ihrer Hauptstadt ein eigener Zoo. Als Standort wurde der einst von Peter Joseph Lenné angelegte Park um das damals völlig verwahrloste Schloss Friedrichsfelde ausgewählt. 400 Tiere gab es bei der Eröffnung – heute kann man auf dem weitläufigen Gelände rund 6.500 Exemplare besichtigen. Eine besondere Spezialität sind die Afrikanischen Elefanten, mit deren Zucht der Tierpark auch international bekannt geworden ist. Das als Fotomotiv so beliebte „Bärenschaufenster“ neben dem südlichen Eingang gibt es schon seit 1958, heute ist es das Revier der Schwarzbären.

Der Tierpark Friedrichsfelde ist einer der 80 „Grünen Orte“, die die IGA Berlin 2017 im Zuge der Vorbereitung auf die große Gartenausstellung in der Stadt markiert hat.

Mehr Infos zur Open-Air-Ausstellung finden Sie hier.

 

Leitfaden zum Reformationsjubiläum

Foto: Thorsten Wittke, EKBO

Foto: Thorsten Wittke, EKBO

Welche Impulse gehen 500 Jahre nach der Reformation von ihr für unser heutiges Leben aus? Was bedeutet es heute evangelisch zu sein? Und wie feiern wir dieses Jubiläum? Diese und andere Fragen zum Reformationsjubiläum 2017 beantwortet eine neue Broschüre mit dem Titel „Das Reformationsjubiläum 2017 feiern“ unter dem Leitwort „Besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben!“

Das 36-seitige Heft richtet sich an alle Menschen, die mehr über die Reformation und ihre Bedeutung für unser Leben in Kirche und Gesellschaft erfahren möchten. „Uns geht es darum zu zeigen, was eine protestantische Lebenshaltung eigentlich heute heißen kann: innere Freiheit und Hinwendung zum Nächsten, aus Gottvertrauen leben und Orientierung aus der Bibel schöpfen – demütig und wo nötig auch kämpferisch“, erläuterte die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Präses Annette Kurschus bei der Präsentation der Broschüre in Berlin. Mit alltagsnaher Sprache und in knappen Kernsätzen werde in dem Heft „der Protestantismus auf den Punkt gebracht.“

Für den Kulturbeauftragten der EKD, Johann Hinrich Claussen, kommt in dem Reformations-Begleiter eine evangelische Orientierung zum Ausdruck, die nichts an ihrer Kraft verloren habe. „Eine Frömmigkeit, die Menschen bildet, kulturelle Prägekraft entwickelt und geistlich beheimatet, ist ein Gewinn für die ganze Gesellschaft“, so Claussen. „Ein Glaube, der Widerstandskräfte gegen Machtmissbrauch und Ungerechtigkeit stärkt“, sei heute mehr denn je notwendig.

Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg geschlagen haben. Dies gilt als ein zentraler Ausgangspunkt der weltweiten Reformationsbewegung. Daran erinnern in diesem Jahr Christinnen und Christen in aller Welt.  Einer der Höhepunkte des Reformationssommers in Deutschland wird das Himmelfahrtswochenende 2017 sein. Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin ab dem 24. Mai werden mehr als 100.000 Teilnehmende erwartet. Bei den sechs „Kirchentagen auf dem Weg“ in acht mitteldeutschen Städten machen Tausende Menschen Station auf dem Weg nach Lutherstadt Wittenberg. Gemeinsam treffen sich die Teilnehmenden der Kirchentage zum Festwochenende: Höhepunkt ist am Sonntag, 28. Mai, ein großer Festgottesdienst auf den Elbwiesen südlich von Wittenberg mit dem südafrikanischen Erzbischof Tabor Makgoba

Die Broschüre „Das Reformationsjubiläum 2017 feiern“ steht in einer deutschen und einer englischen Ausgabe zur Verfügung und kann kostenlos beim Kirchenamt der EKD bestellt oder hier heruntergeladen werden.