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Petition gegen anti-muslimische Stimmung

03.01.2018

Vertreter aus Gesellschaft, Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften warnen vor einer anti-muslimischen Stimmung in Deutschland.

Berlin (epd). Vertreter aus Gesellschaft, Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften warnen vor einer anti-muslimischen Stimmung in Deutschland und fordern einen fairen Umgang mit Muslimen und dem Islam. In einer am Mittwoch auf der Internetplattform change.org verbreiteten Erklärung kritisiert das Bündnis "Ohne Unterschiede!", dass in den Medien und im politischen Reden und Handeln für Muslime andere Maßstäbe angelegt würden als bei anderen Religionsgemeinschaften und gesellschaftlichen Gruppen.

Es gelte aber "gleiches Recht für alle" und es dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Zudem müsse mit Muslimen und nicht nur über sie gesprochen werden. "Wenn es um kritische Vorgänge oder Entwicklungen geht, ist es ein Gebot der Fairness, dass Politik, Medien und Verwaltung mit Verantwortlichen von Moscheevereinen direkt sprechen und ihnen Gelegenheit geben, ihre Lage und ihre Standpunkte darzustellen", heißt es.

Von den Medien fordern die Unterzeichner eine sorgfältige und differenzierende Berichterstattung ohne falsche Verallgemeinerungen. Auch müssten positive Entwicklungen in muslimischen Gemeinschaften gewürdigt werden, etwa Aufrufe, an Wahlen teilzunehmen, die Zusammenarbeit mit anderen Religionen oder öffentliche Stellungnahmen gegen Antisemitismus und Gewalt aus den eigenen Reihen.

Zu den Initiatoren der Erklärung gehören unter anderen die frühere Brandenburger Verfassungsschutzpräsidentin Winfriede Schreiber, Pfarrer Martin Germer von der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, David Driese vom Humanistischen Landesverband Berlin-Brandenburg, der Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg, Werner Gräßle, Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin und die frühere Schulleiterin des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn Berlin, Barbara Witting. Die Erklärung kann auf change.org unterzeichnet werden.

Selbstverständlich stünden Muslime und ihre Organisationen nicht außerhalb von Kritik, heißt es in der Erklärung weiter. "Wenn Frauen, Andersgläubige oder Menschen unterschiedlicher sexueller Identität diskriminiert oder sogar angegriffen werden, ist Kritik berechtigt und angebracht." Allerdings sollte auch Kritik an Muslimen verhältnismäßig sein und nicht in Pauschalverdächtigungen und "Islam-Bashing" münden.

Gerade im Bereich des Religiösen bedürfe es besonderen Respekts und differenzierenden Verständnisses, um nicht unnötig und folgenreich zu verletzen, warnen die Unterzeichner. "Ansonsten laufen wir als Gesellschaft Gefahr, die zweifelsfrei vorhandene Selbst-Abgrenzung in erheblichen Teilen der muslimischen Bevölkerung durch eine undifferenzierte Ausgrenzung noch zu befördern, statt sie abzubauen." Auch innerislamischen Kritikern werde ihr Wirken so zusätzlich erschwert.


Internet
Die Erklärung auf der Petitionsplattform change.org: http://u.epd.de/xe8