Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Bischof Dröge zur Losung 2018

29.12.2017

Die Jahreslosung 2018 lautet: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." (Offenbarung 21,6). In seiner B.Z.-Kolumne denkt Bischof Markus Dröge über diese Worte bezogen auf unser Leben nach.

 „Vom Wasser des Lebens“

Von Bischof Markus Dröge, erschienen in der "B.Z." am 28. Dezember 2017

Der Jahreswechsel steht bevor, in drei Tagen feiern wir Silvester, und dann ist schon 2018. Vielleicht blicken Sie in diesen Tagen noch zurück auf das vergangene Jahr, vielleicht blicken Sie schon nach vorne, hoffentlich voller Vorfreude auf das neue Jahr und mit Zuversicht auf das, was es bringen wird. Die Evangelische Kirche gibt sich für jedes Jahr eine Losung, einen Denkspruch. Die Losung für das Jahr 2018 stammt aus der Offenbarung des Johannes und lautet: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Das hat für viele Menschen auf unserer Erde eine ganz praktische Bedeutung. Denn immer noch haben Millionen zu wenig Wasser. Es ist eine globale Aufgabe, ihnen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Die neue Aktion von „Brot für die Welt“ setzt dort an. Sie trägt den Titel: „Wasser für alle.“

Die Losung hat aber auch eine symbolische Bedeutung. Das Wasser des Lebens, von dem hier die Rede ist, ist eine Kraftquelle für die Seele. Denn so wie unser Körper Wasser zum Leben braucht, braucht auch unsere Seele Erfrischung: Liebe, Friede und das Gefühl, angenommen zu sein, in der Begegnung mit anderen Menschen, im Glück einer Umarmung, in dem Gefühl, verstanden worden zu sein. Wenn wir uns dafür Zeit nehmen, dann kann dieses Gefühl Raum greifen in unserer schnelllebigen, auf Leistung orientierten Zeit. Für meinen Wert als Mensch kommt es nicht darauf an, wie viel ich leisten kann. Es kommt darauf an, dass ich das Gleichgewicht halten kann zwischen dem, was von mir abverlangt wird, und dem, was mir Frieden und Zufriedenheit schenkt. Jeder Mensch muss dafür seine eigenen Quellen finden. Die Bibel berichtet von der uralten Erfahrung, dass der Glaube an Gott zu einer niemals versiegenden Kraftquelle werden kann. Aus dieser Quelle haben Generationen von Menschen geschöpft. Und das Beste ist, diese Quelle ist umsonst. Ich wünsche Ihnen ein friedliches und gesegnetes Jahr 2018, in dem Sie Ihre Kraftquellen finden!