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20 Jahre Partnerschaft mit der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen

Bischof Markus Dröge bei seiner Predigt in der Friedenskirche im niederschlesischen Jauer am 3. September. Foto: EKBO

RSSPrint

20 Jahre Partnerschaft mit der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen - das ist wirklich ein historischer Grund, Versöhnung und Frieden zu feiern. Am 3. September wurde diese Partnerschaft mit einem Festgottesdienst in der Friedenskirche im niederschlesischen Jauer zelebriert, mit dabei waren von der EKBO Bischof Markus Dröge und Generalsuperintendent Martin Herche, von Seiten der polnischen Kirche Bischof Waldemar Pytel. Hier können Sie die Predigt von Markus Dröge nachlesen.

Alle drei haben sich vorab zu dieser wichtigen Partner- und Freundschaft geäußert.

Bischof Markus Dröge schreibt in der Wochenzeitung die-kirche:

"Für die Opposition in der DDR war die polnische Bürgerrechtsbewegung in den 1980er Jahren ein großes Vorbild. Musiker und Schauspieler trauten sich im sozialistischen Bruderland viel. Ein Aufbruch war in Polen zu spüren, den es in der engen DDR-Gesellschaft so noch nicht gab. Die Oppositionsgruppen in der DDR, die seit Anfang der 80er immer aktiver wurden, haben daraus viel Kraft und Mut geschöpft. Vor dem Hintergrund der atomaren Aufrüstung in Ost und West engagierten sich immer mehr Friedensgruppen, die christliche Friedensbewegung machte ein Zitat aus der ­Bibel "Schwerter zu Pflugscharen" zu ihrem Motto. Vor allem Umweltgruppen der evangelischen Kirche thematisierten die zunehmende Umweltzerstörung, die sonst nicht öffentlich benannt werden durfte. So hat unsere Kirche manchen Mut auch aus den Begegnungen mit den mutigen polnischen Nachbarn gewonnen.

Inzwischen verbindet unsere Landeskirche mit der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen eine 20-jährige Partnerschaft. Diese werden wir mit einem Festgottesdienst am 3. September in der wunderbaren Friedenskirche im niederschlesischen Jauer feiern. 1997 wurde der Partnerschaftsvertrag von vielen Medien als historisch gewürdigt, als ein Beitrag zur Versöhnung zwischen den Ländern. Viel ist seitdem auch im politischen Bereich für die Versöhnung geleistet worden. Doch heute ist das politische Verhältnis zwischen Deutschland, der Europäischen Union und Polen zunehmend angespannt. Ein politischer Rechtsruck verändert seit zwei Jahren Polen. Und viele befürchten, dass sich Polen auf dem Weg zu einem autoritären Staat befindet."

Generalsuperintendent Martin Herche sagt uns vorab:

"Das war vor 20 Jahren wirklich eine großartige Idee, die gute Nachbarschaft der Evangelischen beiderseits der Neiße durch einen Partnerschaftsvertrag zu "adeln". Es freut mich sehr, dass unsere Beziehungen so lebendig und von gegenseitiger Herzlichkeit geprägt sind. Die regelmäßigen Begegnungen mit dem Synodalvorstand unserer polnischen Geschwister und die jährlichen Gemeindebegegnungstage haben viele persönliche Kontakte und Freundschaften entstehen lassen. Die gemeinsamen Gottesdienste erlebe ich jedes Mal als eine geistliche Stärkung und unser Austausch födert sehr das gegenseitige Verständnis für die Situation in unseren Ländern und Kirchen. Mein Wunsch für die Zukunft: wenigstens einmal ein Sieg beim Fußballspiel unserer Mannschaft gegen die polnische Pfarrerelf...."

Und Bischof Waldemar Pytel schreibt uns:

"Es freut mich in dieser Partnerschaft besonders, dass positive zwischenmenschlichen Beziehungen hergestellt werden, die unsere beiden Kirchen verbinden. Nicht nur in der Kirchenleitung, sondern vor allem zwischen den Gemeinden und unseren Gemeindegliedern – sie wirken sich auf das gute deutsch-polnische nachbarliche Leben aus. Und zugleich geben sie ein Beispiel und ein Zeugnis für Menschen, die außerhalb der Kirche stehen. Für die Zukunft wünschen wir uns weitere sehr gute Beziehungen, eine Vertiefung der gesellschaftlichen Bindungen und das Leben in Frieden."

 

 

Letzte Änderung am: 06.09.2017