Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Bischof Dröge würdigt Richard von Weizsäcker

31.01.2015

Bischof Markus Dröge würdigt den früheren Bundespräsidenten Richard von Weiszäcker in seinem Kondolenzschreiben an die Witwe Marianne von Weizsäcker als eine außergewöhnlich herausragende Persönlichkeit unserer Zeit.

„Mit Respekt und Dankbarkeit schaue ich auf das politische Leben Ihres Mannes. Mit seinen klaren Worten hat er den Mut gehabt auszusprechen, was viele Menschen in den Nachkriegsjahrzehnten empfunden, aber sich nicht auszusprechen getraut haben. Mit seiner Rede am 8. Mai 1985 hat er Millionen von Menschen zu einer neuen Identät verholfen.

 

Richard von Weizsäcker konnte integrieren. Als Regierender Bürgermeister von Berlin hat er die Alternativen in Kreuzberg ebenso wie die Konservativen in Steglitz-Zehlendorf mit seiner Klarheit und Integrität beeindruckt. Und lange vor dem Fall der Mauer war er als Bundespräsident eine der Personen mit der größten Intgegrationskraft für viele Menschen aus Ost- und West.  

 

Sein Wort, dass die Kirchen nicht die Aufgabe haben, Poliktik zu machen, wohl aber in einem Klima des wechselseitigen Respekts Politik möglich zu machen, ist für uns als evangelische Kirche eine wertvolle und bleibende Bestärkung, uns auch in schwierigen politischen Fragen beständig einzubringen.

 

Auf seine ebenso wohldurchdachte wie lebensnahe Weise hat es Richard von Weizsäcker vermocht, die Relevanz des christlichen Glaubens mit den aktuellen gesellschafltichen und politischen Fragen zu verbinden. Die Rechtfertigungsbotschaft des Evangeliums, die besagt, dass kein Mensch identisch ist mit seiner Leistung oder seiner Fehllreistung, hat er in seinem politischen Leben mit so großer Wahrhaftigkeit gelebt, dass diese Haltung für viele zum Maßstab und Vorbild geworden ist.“

 

In seinem Kondolenzschreiben an die Witwe würdigt Bischof Dröge die Verbundenheit von Richard von Weizsäcker mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland. „Als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages ist er vielen Christinnen und Christen in Erinnerung. In den letzten Jahren seines Lebens hat er den Brandenburgischen Dorfkirchensommer mit eigenen Lesungen geprägt und sich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam als Versöhnungszentrum eingesetzt. Dafür bin ich ihm auch im Namen unserer Kirchenleitung sehr dankbar. In meinem Gebet empfehle ich Richard von Weizsäcker unserem treuen Gott an. Seiner Frau und seinen Kindern gehört meine tiefe Anteilnahme.“

 

Berlin, den 31. Januar 2015