Diakonie: Berliner Senat soll landeseigene Immobilien für Flüchtlinge bereitstellen
epd-Gespräch: Lukas Philippi
Berlin (epd). Die Berliner Diakonie hat den Senat aufgefordert, landeseigene Immobilien für die Erstunterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Angesichts der gestiegenen Zahl von Flüchtlingen fehle es wirklich an entsprechenden Gebäuden. "Es ist zu wenig Raum da", sagte die Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes, Susanne Kahl-Passoth, dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Der Berliner Liegenschaftsfonds müsse seinen Bestand "unter die Lupe nehmen, dann werden sich schon passende Gebäude finden", fügte sie hinzu. Selbst die Kirchen hätten keine Kapazitäten mehr, da in den vergangenen Jahren Gebäude umgewidmet oder verkauft worden seien.
Zur Drohung von Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU), angesichts von rund 1.000 zusätzlich benötigten Übernachtungsplätzen notfalls Gebäude in den Bezirken zu beschlagnahmen, sagte Kahl-Passoth, damit sei es nicht getan. Im Notfall müssten die ankommenden Flüchtlinge in Turnhallen untergebracht werden, bevor sie "auf der Straße stehen". "Aber diese Art der Unterbringung darf nur vorübergehend sein", betonte die Diakonie-Chefin. Eine Unterbringung in Zelten in dieser Jahreszeit bezeichnete Kahl-Passoth als unmenschlich.
Hintergrund ist die Weigerung mancher Berliner Bezirke, weitere Gemeinschaftsunterkünfte zur Verfügung zustellen. Berlin erlebt derzeit einen verstärkten Zuzug von Asylbewerbern. Das setzt den Senat und die Bezirke unter Druck, wieder mehr Unterkünfte zur Verfügung zu stellen.

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